agfw.de
Suchen & Finden
Wir über uns
Ansprechpartner & Links
Anfahrt & Kontakt
Stellenangebote
Impressum

Neu Märkte erschließen! – Fernwärme undKraft-Wärme-Kopplung in Mittel- und Osteuropa

Fernwärmeversorgung und Kraft-Wärme-Kopplung spielt in den mittel- und osteuropäischen Staaten eine zentrale Rolle in der Energieversorgung. Versorgungsgrade von durchschnittlich mehr als 40 % am gesamten Raumwärmemarkt sind keine Seltenheit (Bild 1). In Großstädten liegt der Anteil an der Raumwärmeversorgung teilweise sogar über 60 %. So hat die Fernwärmeversorgung in der Metropole Moskau mit 12 Mio. Einwohnern einen Anschlusswert von rd. 12000 MW und einen Anteil am gesamten Raumwärmemarkt von über 82 %. Allerdings ist der Sanierungsbedarf in der Fernwärme- und Heizkraftwirtschaft in diesen Ländern enorm. Die Situation ist in vielen Bereichen in Bezug auf die Anpassung der technischen Infrastruktur (Netze) und der Kraftwerkstechnik direkt vergleichbar mit der Situation in Ostdeutschland zur Zeit der Wende. Wärmeverluste von 20 bis 30 % sind keine Seltenheit. Ähnliche Verhältnisse können bei den meisten Erzeugungsanlagen verzeichnet werden. Durch die Privatisierung der meisten Wohnungen in den Plattenneubauten ist der Sanierungsgrad auf der Gebäudeseite niedrig. Wirtschaftliche Schwierigkeiten auf der Kundenseite verstärken die Probleme für die Versorgungsunternehmen. Weitere Hemmnisse entstehen durch staatliche Eingriffe in Preisbildung und Gesetzgebung. Eine Vielzahl von Problemen, die gelöst werden müssen. Der AGFW und seine Mitgliedsunternehmen besitzen aufgrund des Fernwärmesanierungsprogramms Ost weitreichende praktische Erfahrungen bei der Lösung der wesentlichen oben genannten Probleme. Diese Erfahrungen werden zunehmend von den osteuropäischen Staaten nachgefragt. Dadurch ergeben sich für den AGFW und für die Mitgliedsunternehmen neue Chancen der Zusammenarbeit im Zukunftsmarkt Mittel- und Osteuropa. Insbesondere in Rumänien konnte der AGFW erste konkrete Projekte realisieren.

Fernwärmesanierungsprogramm in Rumänien

In Rumänien werden zurzeit 188 Städte und Gemeinden zentral mit Fernwärme versorgt (Bild 2). Aufgrund der zum Teil sanierungsbedürftigen Anlagen und der damit verbundenen Versorgungsschwierigkeiten hat die rumänische Regierung ein Fernwärmesanierungsprogramm beschlossen. In den Jahren 2003 bis 2015 werden hierzu rd. 3896 Mio. Euro benötigt. Die Finanzierung soll durch öffentliche Haushaltsmittel, internationale Kredite, EU-Förderprogramme und Investitionen der einzelnen Unternehmen erfolgen. Eng in das Programm eingebunden ist der rumänische Verband für Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung, »Cogen Romania«. Bei der Durchführung der anstehenden Aufgaben greifen die Verantwortlichen in Rumänien unter anderem auf die Erfahrungen deutscher Unternehmen zurück. Dafür wurde am 8. März 2004 in Anwesenheit des damaligen Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement und Vertretern der rumänischen Regierung ein Joint-Venture, die ROGER Fernwärme GmbH, gegründet. An diesem Unternehmen sind AGFW und Cogen Romania jeweils zu 50 % beteiligt. Die Unterzeichnung des Kooperationsbeschlusses zur Umsetzung des rumänischen Fernwärme-Sanierungsprogrammes erfolgte am 12. August 2004 in Bukarest von den Präsidentender beiden Verbände, Wolf-Dietrich Kunze und Mihai Balan, im Beisein des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder und dem ehemaligen rumänischen Ministerpräsidenten Nastase. Die Kooperation erfolgt mit nachhaltiger Unterstützung der rumänischen und deutschen Regierung. Wesentliche Aufgabe bei dieser Kooperation ist die technisch/wirtschaftliche Beratung bei der Durchführung des Sanierungsprogrammes. Insbesondere die Prüfung der Durchführbarkeit von Sanierungskonzepten der rumänischen Fernwärmeversorgungsunternehmen steht im Mittelpunkt der Arbeiten. Mit den 16 größten rumänischen Versorgungsunternehmen wurden konkrete Vorgehensweisen zur weiteren Umsetzung der Zusammenarbeit und Durchführung der Konzepte beschlossen. Die Projektpartner auf deutscher Seite (AGFW-Mitglieder) arbeiten dabei in direktem Kontakt mit den Kollegen aus Rumänien zusammen. Bislang konnten bereits folgende vier umfangreichere Kooperationen zwischen rumänischen Städten und deutschen Unternehmen realisiert werden:

  • Cluj-Napoca/Energotec Energietechnik GmbH,Köln (RheinEnergy AG, Köln),
  • Focsan und Braila/Stadtwerke Saarbrücken AG,
  • Rm. Valcea/MVV Energie AG, Mannheim.

Vier weitere Städte stehen in konkreten Verhandlungen mit den deutschen Partnern. Der geplante Gesamtumfang konnte bislang aufgrund von Verzögerungen auf Seiten der rumänischen Versorger, von Veränderungen auf politischer Ebenen und von Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Bereitstellung von Krediten zwischen Weltbank und rumänischer Regierung nicht planmäßig erreicht werden. Der AGFW hatte zur Umsetzung ein kommerzielles Gruppenprojekt von 18 beteiligten Mitgliedsunternehmen aufgelegt, das die Koordination der Projektinhalte und -organisation, die Sicherstellung der Kommunikation und die Generierung von Fördermitteln zum Inhalt hatte. Das Projekt wurde zum 31. August 2005 mit Erfüllung der wesentlichen Aufgaben beendet. Neben der ebenfalls zugesagten Unterstützung der Beratungen durch die Bundesregierung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), erfolgt ab Januar 2005 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) ein umfangreiches Schulungs- und Austauschprogramm für die rumänischen Kollegen der Fernwärmebranche. Erklärter Wille der rumänischen Regierung und der Versorgungsunternehmen ist es, wesentliche Lieferungen von Industriegütern für die Sanierung vondeutschen Unternehmen zu beziehen. Aufgrund vorliegender Studien ist ein Gesamtabsatzpotenzial für deutsche Unternehmen im Wert von rd. 500 Mio. Euro in den nächsten acht bis zehn Jahren zu erwarten. Den deutschen Versorgungsunternehmen bieten sich aufgrund ihrer Praxiserfahrungen bei der Sanierung ihrer Versorgungsstrukturen langfristig Chancen in Mittel- und Osteuropa. Ein Engagement in diesen Ländern ist vor allem für große und mittlere kommunale Unternehmen zur Sicherung ihrer Wettbewerbsstellung sinnvoll.

fernwärme | rein ins haus.
Recht und EuropaOrganisations- und ArbeitssicherheitForschung und Entwicklung
Technik und NormungEnergiepolitik und WHKWWissensmanagement
Mitgliederbereich
Benutzer Passwort