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AGFW begrüßt Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Fernwärmeperspektiven im Ruhrgebiet bis 2050“

vlnr: Umweltminister Johannes Remmel (NRW) und Udo Wichert, Udo Wichert, Sprecher der Geschäftsführung der STEAG Fernwärme GmbH und Präsident des AGFW e. V.

Düsseldorf, 28.05.2013   Auf der heutigen Landespressekonferenz stellte NRW-Umweltminister Johannes Remmel die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Fernwärmeperspektiven im Ruhrgebiet bis 2050“ vor. Udo Wichert, Präsident des AGFW, dem Energieeffizienzverband, war ebenfalls auf dem Rednerpodium vertreten. Udo Wichert begrüßt die Ergebnisse der Studie: „Die vom Landesumweltministerium beauftragte Machbarkeitsstudie legt dar, wie durch eine Verknüpfung der Fernwärmeschienen das Ruhrgebiet, einer der größten Ballungsräume Europas, auf eine effiziente, innovative und umweltfreundliche Wärmeversorgung umgestellt werden kann.“

Mit dieser Zielsetzung hatte das Umweltministerium des Landes NRW die nun vorgestellte Machbarkeitsstudie beim Büro BET Aachen in Auftrag gegeben. Diese Studie setzt auf der KWK-Potenzialstudie für NRW aus dem Jahr 2011 auf und zeigt wie in 2050 – unter dann veränderten Erzeugungsstrukturen – die Metropole Ruhr mit Wärme aus KWK versorgt werden kann, und zwar aus unterschiedlichen Erzeugungsquellen: dazu gehören Müllheizkraftwerke, GuD-Kraftwerke, die dann noch vorhandenen Steinkohleheizkraftwerke, Industrieanlagen mit ihrer Abwärme sowie regenerativer Kraft-Wärme-Kopplung. „Dadurch soll der Einsatz von teurer und unökologischer Frischwärme verdrängt werden“, erläuterte Wichert.

Die Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass die Verbindung der Fernwärmeschienen Niederrhein und Ruhr mittels neu zu erstellenden Transportleitungen sinnvoll ist. „Die Verbindung der Fernwärmeschienen bietet ein großes Potenzial für die Versorgung der Menschen in NRW“, so Wichert weiter. Daher seien im Juli 2012 im Koalitionsvertrag zwischen NRW SPD und Bündnis 90 / Die Grünen NRW die Verknüpfung der Fernwärmeschienen Niederrhein und Ruhr als konkretes Leitprojekt ihrer KWK-Politik als politisches Ziel definiert worden.

Für den Neubau der Schienenverknüpfung zwischen den existierenden Schienen Niederrhein und Ruhr ist ein hohes Investitionsvolumen von ca. 250 - 300 Mio. € erforderlich. Die Studie macht daher deutlich, dass dieses Vorhaben Unterstützung aus öffentlichen Mitteln bedarf, um wirtschaftlich darstellbar zu sein.

Die Studie wurde in ihrer fachlichen Erstellung durch die betroffenen Fernwärmeversorgungsunternehmen: Fernwärmeversorgung Niederrhein (FN), Stadtwerke Duisburg, EVO Energieversorgung Oberhausen AG, Stadtwerke Bochum, DEW21, E.ON Fernwärme, Stadtwerke Herten, RWE Power, STEAG Fernwärme, sowie dem Fernwärmebranchenverband AGFW eng begleitet.

Die Projektziele der Vernetzung der Fernwärmeversorgungsgebiete im Ruhrgebiet liegen insbesondere:
- in der langfristigen Sicherung einer preiswürdigen und wirtschaftlichen Fernwärmeversorgung vor dem Hintergrund sich ändernder Energiemärkte
- in der Steigerung des Beitrages der Kraft-Wärme-Kopplung an den Emissionssparzielen von Land und Bund
- in der ökologischen und ökonomischen Optimierung der Erzeugungsstruktur zur Bereitstellung von Fernwärme.

Die Studie hat dabei auch den erwarteten, zukünftigen Wärmeverbrauch geprüft. Dabei wurden neben dem demografischen Faktor auch das Energiesparverhalten der Verbraucher und Preisentwicklungen prognostiziert.

Die Fernwärmeunternehmen, für die ein unmittelbarer Wärmebezug aus der Verbundschiene in Betracht kommt, werden nun die Gründung einer Projektgesellschaft – Fernwärmeschienengesellschaft Rhein und Ruhr (FWRR) – prüfen, um das Projekt bezüglich Technik und kommerzieller Bedingungen planerisch im Detail zu entwickeln. Wenn auch die im Rahmen der Detailplanung gewonnenen Ergebnisse und die bis dahin konkretisierten Rahmenbedingungen die Erreichung der o.g. Zielsetzung gewährleisten, soll die Realisierung erfolgen. Die FWRR wäre dann auch zuständig für Bau und Betrieb.

Udo Wichert plädiert für eine aktive Unterstützung: „Wir – die Fernwärmeunternehmen im Ruhrgebiet, bitten insbesondere die planungsrechtlich verantwortlichen Akteure in den betroffenen Kommunen sowie des RVR, um aktive Unterstützung und Begleitung bei der Realisierung dieses industriellen Großprojekts. Diese konkrete ‚Energiewende vor Ort’ kann dafür Sorge tragen, dass die Metropole Ruhr als grüne Hauptstadt Europas eine Vision Realität werden lässt.“

Abschlussbericht (Kurzfassung):
Perspektiven der Fernwärme im Ruhrgebiet bis 2050 (PDF, 410 KB)

Abschlussbericht (vorläufige Endversion):
Perspektiven der Fernwärme im Ruhrgebiet bis 2050 (PDF, 6,6 MB)

Weitere Informationen finden Sie unter www.umwelt.nrw.de.

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