Interaktion von Wurzel und Fernwärmeleitungen

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Forschungsvorhaben: FW-Vegetation

Untersuchung der Interaktion zwischen Bäumen/Baumwurzeln und unterirdischen Fernwärmeleitungen

Aktualisiert: Juli 2018

Im Sommer 2017 ist das Forschungsvorhaben „Interaktion von Wurzeln und Fernwärmeleitungen“, gefördert durch die DBU - Deutsche Bundesstiftung Umwelt, gestartet. In diesem Projekt untersucht der AGFW │ Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. in Zusammenarbeit mit dem IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH aus Gelsenkirchen die Fragestellungen, inwieweit Gefahren durch Wurzeleinwuchs oder lastabtragende Wurzeln für die Fernwärmeleitungen auf der einen und für die Vegetation durch den Einfluss der Wärmefelder auf der anderen Seite bestehen, wenn sie nicht in Einklang gebracht werden.

Motivation

Erneuerbare Energieträger müssen gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Sinne des Klimaschutzes zukünftig besonders effizient genutzt werden, deshalb ist ein Ausbau von KWK-Anlagen und Wärmenetzen notwendig. Fernwärmeleitungen müssen dabei verstärkt in den urban genutzten Raum gelangen, um so die Quartiere zu erreichen. Dies erfolgt im unterirdischen Straßenraum, der in den letzten Jahren aber auch vielfältige Veränderungen erfahren hat: Straßenzüge werden schmaler, die Bedeutung von Grün zur Steigerung der Lebensqualität der Anwohner und zur Verbesserung des Stadtklimas nimmt zu. Die Auswirkungen der Interaktion für Vegetation und Fernwärme-Leitungssysteme sind bisher nicht systematisch untersucht worden. Hier setzt nun das interdisziplinäre Forschungsvorhaben an.

Ziele

Übergeordnetes Ziel dieses Vorhaben ist es, den planenden und ausführenden Unternehmen im Fernwärmeleitungsbau als Projektergebnis Arbeitsanweisungen und Schulungsmaterial zur Durchführung von Bauarbeiten im Bereich von Fernwärmeleitungen und Bäumen zur Verfügung zu stellen, um die bisherigen Konflikte im innerstädtischen Wärmenetzausbau zu reduzieren.

Hierzu sind folgende Arbeitspakete vorgesehen:

  • Bestandsaufnahmen vor Ort durch Aufgrabungen von FW-Leitungen an Baumstandorten
  • Temperaturmessungen und Berechnung von Wärmefeldern bei ausgewählten Aufgrabungen
  • Szenarienanalyse von Bauvorhaben mit Trassenplanung, Bauverfahren, Rohrwerkstoffen und Verfüllmaterialien
  • Felduntersuchungen zu passiven Wurzelschutzmaßnahmen insbesondere porenarme Verfüllstoffe
  • Laboruntersuchungen zum Wachstumsverhalten von Wurzeln unter Wärmeeinfluss
  • Laboruntersuchungen zum Wachstumsverhalten von Wurzeln an FW-Muffenverbindungen

Chance zur Mitarbeit

Wir laden Sie herzlich zur Mitarbeit in diesem Projekt ein – der projektbegleitende Arbeitskreis befindet sich in der Gründung. Zudem sollen an Standorten mit Fernwärmeleitungen im Umfeld von Baumstandorten Aufgrabungen durchgeführt werden, um mögliche Beeinträchtigungen der Vegetation durch Wärmefelder und Schwachstellen im Fernwärmesystem in Bezug auf Wurzelwachstum zu ermitteln. Es besteht für Sie die Möglichkeit, das Forschungsvorhaben mit solchen Aufgrabungen in Ihrem Wärmenetz zu unterstützen. Für Rückfragen und nähere Informationen steht wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Am 28.11.2018 in Osnabrück

Ein wichtiges Ziel des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung von Alternativen-Fernwärme-Trassen an Baumstandorten , sowie deren Bewertung. Hierzu fließen die Erkenntnisse aus den Projektaktivitäten ebenso ein, wie die Ergebnisse der bereits abgeschlossenen, von der DBU geförderten Forschungsvorhaben „Analyse zur ökologischen und ökonomischen Bewertung offener und geschlossener Bauweisen zur Herstellung unterirdischer Infrastrukturmaßnahmen Phase 1 und Phase 2“ und „Entwicklung selbstverdichtender Verfüllbaustoffe mit hohem Durchwurzelungswiderstand unter bevorzugter Verwendung des entnommenen Bodenaushubs“. Aufbauend auf einer Literaturrecherche zum Thema Wärme und Wurzeln und den Erkenntissen aus der Vorstudie zum Forschungsvorhaben "FW-Vegetation" gilt es, im Rahmen des Workshops, den den Praxisbezug (Bauverfahren, Rohrwerkstoffen und insbesondere Verfüllmaterialien) zu fokussieren. Hierzu findet ein Erfahrungsaustausch zwischen Experten unterschiedlicher Fachrichtungen (Fernwärmeversorger, Grünflächenamt, Stadtplanung, Statiker, Biologen, etc.)  statt, mit dem Ziel die umfänglichsten und bestmöglichen Alternativen zum Bau von Fernwärmetrassen an Baumstandorten identifizieren zu können.

Projektkonsortium

  • AGFW- Projektgesellschaft für Rationalisierung, Information und Standardisierung mbH
  • IKT - Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH, www.ikt.de

Fördermittelgeber

Ihr Ansprechpartner in der Geschäftsstelle:

Sebastian Grimm M. Sc. (1)
Forschung und Entwicklung
Tel. +49 69 6304-200
Fax +49 69 6304-455
E-Mail: s.grimm[at]agfw.de

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