Aktuelles aus dem Bereich


Studie zur Entwicklung des Quartiers "Weimar Werk"

Quartiersbetrachtung - Das Wärmeversorgungsgebiet "Weimar Werk"

Eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung und -nutzung ist erklärtes Ziel der Stadt Weimar. Deshalb hatte die Stadtwerke Weimar Stadtversorgungs-GmbH eine Studie in Auftrag gegeben, die nachhaltige Einsparpotenziale für das Wärmeversorgungsgebiet "Weimar Werk" erarbeiten sollte. Dabei wurden vor allem die Erzeugungsanlagen und das Fernwärmenetz betrachtet. Anhand von vier Erzeugungsvarianten wurden unter Berücksichtigung des künftigen Energiebedarfs die jeweiligen Auswirkungen auf den Primärenergiebedarf und die CO2-Emissionen sowie die positiven Effekte für die regionale Wertschöpfung betrachtet (EHP, 2019).

Mehr Informationen zur Studie finden Sie in der neuen Ausgabe EuroHeat&Power. Die vollständige Studie können Sie nach Anmeldung hier downloaden.


Dritter "Study Visit" des Interreg Projekts "LowTEMP"

Bild: Mindaugas Kurmis

Der dritte „Study Visit” im Rahmen des Interreg Baltic Sea Projekts „LowTEMP” fand Mitte Januar in Berlin und Cottbus statt. Das Treffen wurde von den Projektpartnern Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), dem Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH (ZEBAU) sowie der Projektkoordination atene KOM GmbH organisiert und durchgeführt. Dabei zielt das Projekt vor allem auf einen intensiven Wissensaustausch über eine nachhaltige Entwicklung von Fernwärmenetzen mit einer hohen Integration an erneuerbaren Energieträgern ab. In diesem Zuge wurde die neue Solarthermie-Anlage in Berlin Köpenick unseres Mitglieds Vattenfall Wärme Berlin AG besichtigt. Mit 1058 Quadratmetern Kollektorfläche ist hier die größte Solarthermie-Anlage Berlins entstanden.Darüber hinaus wurden weitere Projekte in Berlin und Brandenburg besucht.

Mehr Informationen zum Projekt sowie dem „Study Visit“ finden Sie hier.


Die 40/40-Strategie des AGFW

Unser Konzept für die Wärmewende

Die Eckpunkte:

Die Wissenschaftliche Studie zeigt zentrale Aspekte für die Energie- und Wärmeversorgung von Morgen auf.  Der Ausbau der Fernwärme auf durchschnittlich 40 % der Wärmebereitstellung in 40 % der deutschen Kommunen mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien bis 2050 ist dazu fähig, Ziele der Energiewende im Wärmebereich zu erreichen. Damit wären 90 % der Bevölkerung Teil der Energiewende.

Hier können Sie die 40/40-Strategie downloaden.

Die  nationalen  Energie-  und  Klimaschutzziele  mit der Energiewende stehen seit gut einem Jahrzehnt im Fokus von Politik und Gesellschaft. Von zentraler Bedeutung sind daher Strategien für eine energieeffiziente Stadt in der Stadtpolitik und -planung, um die gesetzten Ziele auch zu erreichen. Dabei bildet das Zusammenspiel von Initiativen der Kommunen und der Versorgungsunternehmen ein wesentliches Grundgerüst zur Umsetzung notwendiger Maßnahmen für die zukünftige Energieeffizienz und die Einhaltung der Obergrenzen für Treibhausgasemissionen in den Städten und Gemeinden in Deutschland.  Im Hinblick auf  die Tatsache,  dass  nahezu  50 %  des  gesamten Primärenergiebedarfs  in  Deutschland  im  Bereich der Wärmeversorgung entsteht, ist eine Einbindung der Fernwärme mehr als notwendig und der Schlüssel für eine erfolgreiche Strategie. Eine angestrebte Wärmewende  geht  damit  Hand  in  Hand mit  aktuellen  Entwicklungen  im Rahmen  der  Energiewende, wie die Studie konkret verdeutlicht.
Abb. 1: Energieverbrauch nach Anwendungsbereichen in Deutschland 2016 (eigene Darstellung nach BMWi 2018)
Abb. 2: Ausbau der Fernwärmeversorgung gemäß der 40/40 Strategie (M. Blesl, IER)

Nationale Energie- und Klimaschutzziele im Rahmen der Energiewende stehen seit gut einem Jahrzehnt im Fokus von Politik und Gesellschaft. Im Hinblick auf die Tatsache, dass nahezu 50% des Primärenergiebedarfs in Deutschland im Bereich der Wärmeversorgung entsteht (s. Abbildung 1), bedarf es ebenso einer Wärmewende, um die angestrebten Emissionseinsparungen bis 2050 zu erreichen.

Vor diesem Hintergrund stellte der AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. (AGFW) bereits mit der vielbeachteten 70/70-Strategie, eine Studie, welche die 70 größten deutschen Städte betrachtete, sein Wärmekonzept für die Zukunft vor. Die 70/70-Strategie schließt bereits 30 % der Bevölkerung in die Wärmewende ein. Mit der 40/40-Strategie können durch Einbindung von 40 % aller deutschlandweiten Gemeinden nun über 85 % der Bevölkerung in das Wärmekonzept einbezogen werden. Dies wird durch  die Ausweitung der Betrachtung auch auf Mittel-  und  Kleinstädte möglich (s. Abbildung 2). Damit folgt die 40/40- einer Empfehlung der 70/70-Strategie und zeigt Möglichkeiten auf, wie künftig durch den  Fernwärmeausbau wirtschaftliches Potenzial, Arbeitsplatzeffekte und kommunale Wertschöpfung in den Städten und Gemeinden gefördert werden kann.

Dabei bildet das Zusammenspiel zwischen politischen Entscheidungsträgern, Initiativen der Kommunen und der Versorgungsunternehmen ein wesentliches Grundgerüst zur Umsetzung notwendiger Maßnahmen für zukünftige Energieeffizienz und die Einhaltung der Obergrenzen für Treibhausgasemissionen in den Städten und Gemeinden in Deutschland.

Folgende Effekte der 40/40-Strategie können daher nochmals stichwortartig zusammengefasst werden:

1. Treibhausgasemissionen werden reduziert

Durch die Realisierung der 40/40-Strategie und im Zusammenspiel mit der energetischen Gebäudesanierung kann bis 2050 eine Reduktion der CO2-Emissionen um ca. 80 % erreicht werden (ggü. 1990).

2. Anteil der erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung steigt

Laut Studie kann der Anteil der erneuerbaren Energien in der Fernwärmeerzeugung bis 2050 auf 73 % erhöht werden. Der Erzeugungsmix wird sehr viel breiter aufgestellt sein und bis 2050 einen hohen Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme aufweisen.

3. Arbeitsplätze werden gesichert und neue geschaffen

Mit der Umsetzung der 40/40-Strategie sind positive Arbeitsplatzeffekte verbunden. Jede Million Euro Umsatz, die mit der Ausbaustrategie erwirtschaftet wird, steht für ca. 7 bis 9 Arbeitsplätze in den Kommunen.

4. Wertschöpfung in der Region wird generiert

Der Ausbau der Fernwärme mit erneuerbaren Energien generiert bis 2050 eine erhebliche regionale Wertschöpfung. Bezogen auf die hierfür erforderlichen Investitionen entfallen auf jeden Euro ca. 45-72 Cent - im Mittel 60 Cent - regionale Wertschöpfung, die in der Region verbleiben.

Abb. 3: Die Wertschöpfungsprozesse im Überblick (Graphik B. Tenberg, Jung Stadtkonzepte)
Abb. 4: Regionale Wertschöpfung je Investition und Gemeindekategorie (Graphik B. Tenberg, Jung Stadtkonzepte)

 

  • Die  deutliche  Reduktion  der  CO2-Emissionenen und Einbindung Erneuerbarer Energien ist auf den ersten Blick mit Mehrkosten im Fernwärmeausbau und der Versorgung verbunden. Aufgrund hierfür notwendiger höherer Investitionen in der Ausbauphase  bis  2030,  ergibt  sich  eine Wirtschaftlichkeitslücke  für  die  Umsetzung  der  40/40-Strategie.  Daher  ist  es  notwendig  für  die  Unternehmen, die im Wettbewerb agieren, Investitionsanreize zu  schaffen.
  • Die höheren Investitionen tragen sich langfristig. Gemeinden und lokale Branchen profitieren über regionale Wertschöpfung und den damit verbundenen Arbeitsplatzeffekten vom in der 40/40-Strategie aufgezeigten Ausbaupfad der Fernwärme. Hochgerechnet auf  ganz  Deutschland,  löst  im  Mittel  jeder investierte Euro einen regionalen Umsatz von 5,20  Euro aus, der wiederum rund 0,60 Euro regionale Wertschöpfung erzeugt (s. Abbildungen 3 und 4).
  • Die 40/40-Strategie fördert damit nicht nur das Klima, den Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung sowie das Erreichen der Emissionseinsparziele, sondern stärkt auch die regionale Wirtschaft in Mittelstädten und dem ländlichen Raum.

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