Prof. Dr. Töpfer erhält Ehrenpreis

ETA – Energieeffizienzpreis des AGFW

Rund 400 Kongressteilnehmer, 130 Aussteller und 2.400 Fachbesucher aus über 20 Ländern bildeten vom 19. bis 21. April 2016 in Frankfurt am Main die Plattform zur Energieeffizienz mit Fernwärme und KWK.

Zentrales Element neben der Fachmesse (siehe letztes AGFW aktuell 12/16) bildete dabei der zweitägige Kongress mit einer Vielzahl hochkarätiger Vortragender und Teilnehmer. Besonders ist diesmal der internationale Charakter der Veranstaltung durch die Zusammenarbeit mit dem europäischen Verband Euroheat& Power (EHP) als Mitveranstalter und den vielen internationalen Gästen aus 4 Kontinenten hervorzuheben. Die Veranstaltung ist seit nunmehr über 40 Jahren in gelungener Weise die größte Veranstaltung der Fernwärme- und KWK-Branche in Europa.

In der Eröffnungsveranstaltung begrüßten die beiden Präsidenten der Veranstalter, Udo Wichert, Präsident des AGFW e. V., und Werner Lutsch, EHP-Präsident und AGFWGeschäftsführer, die anwesenden Gäste.

Willkommensgrüße überbrachten namens der Stadt Frankfurt am Main der Hausherr, Stadtrat Stefan Majer und als Schirmherr der Gesamt-Veranstaltung Norbert Breidenbach, Mitglied des Vorstands der Mainova AG.

Die politischen Grundsatzreden wurden unter dem Motto „Die Energiewende – nicht allein als Stromwende zu verstehen“ von Bernd Westphal, MdB, wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion sowie aus Brüssel „Eine europäische Perspektive: die EU Vision für nachhaltige Wärme und Kälte“ von Morten Helveg Petersen, MdEP gehalten.

Ein besonderes Highlight war die Verleihung des 5. AGFW-Ehrenpreises. Der Vorstand hat diesmal den Preis verbunden mit der Ehrenmitgliedschaft im AGFW an Prof. Dr. Dr. mult. Klaus Töpfer vergeben, den dieser sehr gerne annahm.

Als Bundesumweltminister war Prof. Töpfer bereits 1994 einer der Hauptredner bei der großen AGFW-Tagung in Hannover. Für ihn haben, wie in der Rede von damals nachzulesen ist, die Fernwärme und KWK eine hohe Bedeutung als Instrumente des Klimaschutzes. Er wies bereits sehr früh in den CO2-Diskussionen darauf hin, welche Minderungspotenziale die KWK in breiter Anwendung diesbezüglich haben könnte. Prof. Töpfer sprach sich für den weiteren Ausbau aus und appellierte damals an die Anwesenden, dies auch konsequent umzusetzen. So wie heute, 22 Jahre später, wieder.

Dass den politischen Worten damals auch Taten folgten, zeigte sich unter seiner Führung mit dem Fernwärmesanierungsprogramm für Ostdeutschland von 1992 bis 1994, wo es gelang, nachhaltig den Erhalt und den Ausbau der KWK und der Fernwärmenetze auf hohem Niveau zu sichern. Die Branche profitiert heute noch davon. Denn das Programm trug wesentlich zum Fortbestand der KWK und der Fernwärme in den dort neu gegründeten Stadtwerken bei. Er mahnte den fairen Wettbewerb in einer deregulierten europäischen Energiewelt an und als Bundesminister für Städtebau und nachfolgend Exekutivdirektor der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung – UNEP – blieb er unserem Thema Energieeffizienz und der Branche weiterhin eng verbunden. Ihm kam eine Schlüsselrolle in der Energiewende in der Ethikkommission zur sicheren Energieversorgung der Bundesregierung zu. In der AGORA Energiewende widmet sich Prof. Töpfer auch weiterhin aktiv den aktuellen Fragen der Energiewende, immer im engen Kontakt zu unserer Branche. In seinen Ausführungen vor den Teilnehmern ist deutlich zu erkennen, dass Ihm die globale Sicht, die Rolle der Erneuerbaren ebenso wie die Versorgungssicherheit am Herzen liegen. Aber immer im Kontext zum wirtschaftlich Machbaren und Sinnvollem. Den Blick nach vorne gerichtet.

Die Laudatio hielt die vorherige Preisträgerin Frau Dr. h.c. Petra Roth.

Für den emotionalen Moment sorgte E. Gienger, der mit dem Preis quasi vom „Himmel“ einschwebte. Der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Spitzensportler kam als „Fernwärmebotschafter“ mit einem „Fernwärme, rein ins Haus“-Fallschirm eingeflogen und überreichte den Preis seinem langjährigem Freund Prof. Töpfer.

Die Eröffnung zu einer internationalen Podiumsdiskussion unter dem Titel „Zukünftige Städte - nachhaltig, stabil, attraktiv - Fernwärme in Metropol-Regionen“ gestaltete Thomas Gebhart, Stabsstellenleiter Fernwärme der Mainova AG.

Der ETA – Energieeffizienzpreis des AGFW
Der Preis verliehen vom AGFW ehrt die Preisträger für die besonderen Verdienste in der Tätigkeit zur Förderung der Energieeffizienz durch Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung. Der Preis ist verbunden mit der Ehrenmitgliedschaft im AGFW.

Unter der Fach-Moderation von Frédéric Hug, Direktor von Environment & Innovation, GDF Suez Energie Services diskutierten Djaheezah Subratty, United Nations Environment Programme (UNEP), Paul Voss Geschäftsführer von EHP, Preisträger Prof. Dr. Dr. mult. Klaus Töpfer, Rob Thornton, Präsident & CEO von International District Energy Association (IDEA), Boston und Bruce Ander, Präsident & CEO von Markham District Energy Inc., Toronto über Zukünftige Städte - nachhaltig, stabil, attraktiv.


Moderator Andreas Graf, Chef vom Dienst des Hessischen Rundfunks beschloß den ersten Veranstaltungstag mit der Übergabe der TSM-Zertifikate (siehe Kasten) durch den AGFW-Präsidenten und AGFW-Geschäftsführer.

Am zweiten Veranstaltungstag wurden in den Sektionen „Technische Fragestellungen der Fernwärme und KWK“ und „Die europäische Strategie – Effiziente Gebäude mit Fernwärme und KWK“ 30 wertvolle Fachbeiträge zu den aktuellen nationalen und europäischen Branchenthemen zur gesamten Prozesskette gehalten. Nähere Informationen erhalten Sie gerne von der AGFW-Geschäftsstelle.

TSM - Rechtssichere Unternehmensorganisation und Arbeitssicherheit
Durch die TSM-Zertifikatsübergabe wurde den Unternehmen für ihre Wärmeversorgung ein hohes Maß an Organisations- und Arbeitssicherheit sowie technischer Zuverlässigkeit bestätigt. Personelle, wirtschaftliche und technische Herausforderungen werden erfüllt, um eine möglichst sichere und effizient organisierte Energieversorgung zu gewährleisten.

Zertifikatsübergabe auf der Messe 2016 für:
• Elektroenergieversorgung Cottbus GmbH
• Vattenfall Europe Wärme AG, Berlin
• RheinEnergie AG, Köln
• Stadtwerke Sindelfingen GmbH