Stadtentwicklung

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Unter dem Begriff Stadtentwicklung wird eine Vielzahl an Prozessen zusammengefasst, die sich in baulicher, struktureller, sozialer, wirtschaftlicher, rechtlicher oder auch ökologischer Hinsicht in einer Gemeinde vollziehen und Veränderungen innerhalb einer Stadt bzw. einer Gemeinde bewirken. Diese Prozesse können beispielsweise gesteuert oder spontan, parallel, unabhängig, konkurrierend oder synergetisch erfolgen. 

Mit Stadtentwicklungsplanung wird versucht, diesen vieldimensionalen Prozess zu steuern und zu moderieren. Ziel ist es, einen größtmöglichen Nutzen für die Gemeinschaft herbeizuführen und an gesamtgesellschaftlichen Prozessen zu partizipieren. Im Focus der Bemühungen stehen gesamtgesellschaftliche Aufgaben, wie beispielsweise die Reduzierung der Auswirkungen menschlichen Handelns auf das Klima und städtische Zielstellungen, wie die konkrete bauliche Entwicklung eines Stadtteils.

Die Städte, der Begriff steht hier umgangssprachlich für die Zusammenfassung kommunaler Verwaltungen und der kommunalpolitischen Entscheidungsträger, gelten als Hauptakteure der Stadtentwicklungsplanung. Ihnen obliegt die Aufgabe, unter Beachtung der gesamtgesellschaftlichen Aufgaben städtische Zielstellungen zu formulieren. Darauf aufbauend sind diese in der Pflicht, die Handlungsfelder für eine kommunale Entwicklung herauszuarbeiten und umzusetzen. 

Stadtentwicklungsplanung greift zu diesem Zweck auf verschiedene Art und Weise steuernd in städtische Entwicklungsprozesse ein. Den Städten stehen verschiedene Steuerungsinstrumente zur Verfügung, die sie im Rahmen hoheitlicher Verwaltung anwenden können. Weitreichend ist beispielsweise der Eingriff für die bauliche Entwicklung einer Stadt. Diese wird durch Bauleitplanung, z. B. einen Flächennutzungsplan bzw. einen Bebauungsplan oder die einfache Abgrenzung von Innen- und Außenbereich reguliert. 

Die Steuerung durch Stadtentwicklungsplanung ist nicht von der Moderation von Prozessen zu trennen. Die Entwicklung von Zielstellungen und deren Umsetzung ist, so zumindest das angestrebte Ziel, eine gemeinschaftliche Aufgabe aller kommunalen Akteure. Viele Handlungsfelder, viele Akteure und viele Interessen treffen in der Stadtentwicklung aufeinander. Die Erfassung, und Abwägung der Einzelinteressen vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Zielstellung ist eine der komplexesten Aufgaben, die Erarbeitung eines Konsens über die Verteilung einzelner Zielbeiträge auf Handlungsträger eines der wichtigsten Ergebnisse einer Stadtentwicklungsplanung. 
 
Gesamtgesellschaftliche Zielstellungen zur Primär-Energieeinsparung und zur Senkung der CO2-Emissionen berühren viele kommunale Bereiche und sind vor diesem Hintergrund augenscheinlich eine klassische Aufgabe der kommunalen Stadtentwicklungsplanung. Trotz Erfahrung und vorzeigbaren Ergebnissen aus der Arbeit vergangener Jahre stellt sich vor diesen Zielen für die agierenden kommunalen Planer die Aufgabe der kommunalen Stadtentwicklungsplanung neu. Diese Aussage kann aus folgenden Hintergründen abgeleitet werden:

  • Wesentliche Beiträge zur Zielerreichung können auf Infrastrukturebene erbracht werden. Mit den Betreibern zentraler Infrastrukturen werden Partner in die Stadtentwicklungsplanung einbezogen, die bislang nur "am Rande" und passiv an diesen Prozessen beteiligt waren. Im Idealfall handelt es sich um kommunale Versorgungsunternehmen, die sich mehrheitlich im Besitz der Kommune befinden.  Aufwändiger wird ein Abstimmungsprozess mit überregional, ggf. global agierenden Versorgungsunternehmen.
  • Die zu erreichenden Ziele sind divergent, die (ökonomische) Tragweite der notwendigen Maßnahmen ist immens und durch die Auswirkungen werden die kommunalen Verwaltungen bzw. die kommunalen Haushalte direkt berührt.
  • Eine ganzheitliche Betrachtung von Systemzusammenhängen ist erforderlich. Dies erfordert ein Systemverständnis auf Planerseite.


Künftige Aufgabe der Stadtentwicklungsplanung wird es deshalb sein, im Umgang mit neuen Partnern ganzheitliche Konzepte der Stadtentwicklung zu entwickeln und zu pflegen. Hierfür bedarf es angepasster Instrumente und Methoden. 

In der Bundesregierung wurden diese Notwendigkeiten bereits frühzeitig erkannt. Die zuständigen Ministerien haben mehrere Forschungsvorhaben und Modellprojekte auf den Weg gebracht, die das Zusammenspiel zwischen energetischen Fragestellungen und kommunaler Stadtentwicklung untersuchen und Lösungen finden sollen. 

Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt

Im ersten Halbjahr 2007 fand im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft am 24. und 25. Mai ein Treffen der Minister für Stadt- und Raumentwicklung der europäischen Mitgliedsstaaten statt. Das Leitthema des Ministertreffens lautete "Die europäische Stadt und ihre Region stärken - Wettbewerbsfähigkeit, sozialen und territorialen Zusammenhalt in den Städten und Regionen Europas entwickeln".
Das Ergebnisse wurde in einem Dokumenten zusammengefasst, die anlässlich der Konferenz verabschiedet wurden:
•    Die Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt 
Die Leipzig Charta besteht aus zwei Botschaften:
1.    Europaweite Verbreitung Integrierter Stadtentwicklungspolitik - und Schaffung der dafür geeigneten Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene.
2.    Benachteiligten Stadtquartieren im Rahmen der Integrierten Stadtentwicklungspolitik verstärkt politische Aufmerksamkeit zu widmen. Europa muss alle Bürgerinnen und Bürger erreichen.

Nationale Stadtentwicklungspolitik:
Die Nationale Stadtentwicklungspolitik bringt Handelnde und Interessierte zum Thema Stadt zusammen. Sie schafft Plattformen für einen lebendigen Austausch, thematisiert aktuelle stadtgesellschaftliche und städtebauliche Trends und greift beispielhafte Handlungs- und Lösungsansätze auf.
Weitere Informationen hier.

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