Stadtentwicklungskonzepte

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Stadtentwicklungskonzepte

Stadtentwicklungskonzepte stellen ein Leitbild bzw. einen Orientierungsrahmen für die Gesamtentwicklung einer Stadt dar. Es wird dabei der Versuch unternommen, verschiedene Handlungsfelder und Ziele festzulegen, die erreicht werden sollen. Klassische Stadtentwicklungskonzepte sind stark räumlich geprägt, beinhalten darüber hinaus auch Aussagen zur Sozialstruktur, zur wirtschaftlichen Gestaltung der Stadtentwicklung oder zur Energieversorgung. Sie werden durch die kommunalen Akteure, meist des Fachbereiches Stadtplanung, z. T. unter Einbeziehung anderer Partner und der Öffentlichkeit erarbeitet.

Integrierte Stadtentwicklungskonzepte (SEKO oder INSEK) vertreten ebenfalls eine gesamtstädtische Sicht, gehen aber inhaltlich einen Schritt weiter. Sie beziehen möglichst viele relevante Bereiche der Stadtentwicklung ein, erreichen einen höheren Durcharbeitungsgrad und – entscheidend – bemühen sich um eine Abstimmung der inhaltlichen Aussagen mit den betroffenen Bereichen untereinander. Beispielsweise werden die Träger technischer Infrastrukturen in den Erarbeitungsprozess einbezogen, wenn auch die Abstimmung – soweit vorweg – in der Praxis nicht immer gelingt. 
 
Stadtumbaukonzepte
Stadtumbaukonzepte sind Stadtentwicklungskonzepte, die im Rahmen des Programms Stadtumbau Ost /BMVBS 2006/ relevante Stadtentwicklungsmaßnahmen zusammenfassen. Diese sind aus der Fördervoraussetzung entstanden, die Notwendigkeit des Mitteleinsatzes konzeptionell nachzuweisen und die mit dem Stadtumbau umzusetzenden Maßnahmen gesamtstädtisch abzustimmen. 

Das Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost wurde im Jahr 2002 als Reaktion auf den Wohnungsleerstand in den neuen Bundesländern ins Leben gerufen. Vor dem Hintergrund der negativen demografischen Entwicklung und der Strukturkrise wurde als Ziel die Steigerung der Attraktivität der Städte durch Stärkung der Innenstädte und die Stabilisierung des Wohnungsmarktes durch Rückbau von rund 350.000 Wohneinheiten /BMVBS 2006/ ausgegeben. Das Programm wird mindestens bis zum Jahr 2013 fortgeführt. Es besteht heute aus mehreren Programmbereichen, die wichtigsten sind der Rückbau von wohngenutzten Gebäuden, die Aufwertung von Quartieren und die Rückführung städtischer Infrastruktur. 

Die Aufwertungsmaßnahmen umfassen dabei die Sanierung des vorhandenen Gebäudebestands, die Verbesserung des Wohnungsumfeldes und des öffentlichen Raumes. Der Programmteil Rückführung städtischer Infrastruktur fördert die Anpassung technischer und sozialer Infrastrukturangebote an die veränderten Rahmenbedingungen /BMVBS 2007/. 
 
Obwohl der Stadtumbau Ost hauptsächlich den Gebäuderückbau als Ziel hatte, liegt die primäre Aufgabe dieser Stadtentwicklungsmaßnahme in der Aufwertung der Problemgebiete, um eine weitere Schwächung der dortigen Quartiere durch Wegzug und zunehmenden sozialen Problemen zu vermeiden. (Als Stadt- bzw. Wohnquartier wird ein Gebiet bezeichnet, dessen Bebauung zueinander im funktionalen und strukturellen Zusammenhang steht. Quartiere können sich aus unterschiedlichen Gebäudestrukturen zusammensetzen.) Die Aufwertung der Quartiere umfasst neben Sanierungsmaßnahmen auch die Zuführung von ehemaligen Wohngebäuden zu einer anderen Nutzungsform sowie die Auflockerung der Bebauungsstruktur durch Herausnahme einzelner Gebäude. Der flächige Abriss ganzer Quartierbereiche wird als letzte Handlungsmöglichkeit betrachtet, wenn die anderen Maßnahmen nicht erfolgreich sein sollten. Aus infrastruktureller Sicht ist die Strategie des flächigen Abrisses zu befürworten, weil Netzbereiche stillgelegt werden können und nicht mehr aufwändig angepasst werden müssen. Der flächige Rückbau wird zunehmend schwieriger, zum einen sind bedingt durch den Stadtumbau Ost viele "Problemquartiere" mit sehr hohem Leerstand weitestgehend zurückgebaut. Zum anderen wird sich Leerstand künftig auf Bestände mit deutlich heterogenen Eigentümerstrukturen konzentrieren, die nur schwer zu gemeinsamen Strategien zu bewegen sind. Dies wirkt umso gravierender, da nur durch ein abgestimmtes Handeln aller Beteiligten unter Einbeziehung der technische Infrastrukturbetreiber es zu kostenreduzierenden Effekten kommen kann / BBR / Koziol 2006/.

Neben dem Stadtumbau Ost stellt das ExWoSt-Forschungsfeld Stadtumbau West ein vergleichbares Programm für die westdeutschen Bundesländer dar /BBR 2008/. Jedoch werden beim Stadtumbau West gezielt einige Pilotstädte und hier konkrete "Problem"-Gebiete betrachtet und die dortige Entwicklung untersucht. Die Pilotstädte bzw. Stadtteile sind auf Grund von wirtschaftlichen Monostrukturen durch Schrumpfung und dem damit verbundenen Überangebot an Gebäuden, sowohl für Wohn- als auch für Gewerbezwecke gekennzeichnet. Analog zum Stadtumbau Ost wird auch beim Stadtumbau West sowohl die Reduzierung des Wohnbestands, als auch die Aufwertung von einzelnen Stadtquartieren angestrebt. Auch in diesem Zusammenhang werden Stadtumbaukonzepte erarbeitet.
 

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