KWKG

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KWKG-Novelle 2020

Mit dem Kohleausstiegsgesetz wurde am 3. Juli 2020 auch eine Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Die wichtigsten Änderungen:

KWK-Grundförderung

  • Die Zuschlagberechtigung für Betreiber von neuen, modernisierten oder nachgerüsteten KWK-Anlagen wurde bis zum 31.12.2029 verlängert.
  • Der Zuschlag für KWK-Strom, der in ein Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird, wird für den KWK-Leistungsanteil von mehr als 2 MW von 3,1 auf 3,6 ct/kWh erhöht. Dies gilt jedoch erst ab dem 01.01.2023 und für KWK-Anlagen, die nach dem 31.12.2022 den Dauerbetrieb aufnehmen bzw. nach einer Modernisierung wiederaufnehmen.
  • Für KWK-Anlagen bis 50 kWel wird der Zuschlag auf 16 ct/kWh für KWK-Strom, der in ein Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird, und auf 8 ct/kWh für KWK-Strom, der nicht in ein Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist wird, festgesetzt. Im Gegenzug wird die Förderdauer von bislang 60.000 auf 30.000 Vollbenutzungsstunden reduziert.
  • Die förderfähigen Vollbenutzungsstunden werden wie folgt begrenzt: ab dem Kalenderjahr 2021 auf 5.000 Vollbenutzungsstunden, ab dem Kalenderjahr 2023 auf 4.000 Vollbenutzungsstunden und ab dem Kalenderjahr 2025 auf 3.500 Vollbenutzungsstunden pro Kalenderjahr.

Bonus für innovative erneuerbare Wärme

Für KWK-Strom aus innovativen KWK-Systemen mit einer elektrischen Leistung von mehr als 1 MW wird abhängig von dem Anteil innovativer erneuerbarer Wärme an der Referenzwärme, die die Komponente zur Bereitstellung innovativer erneuerbarer Wärme in das Wärmenetz einspeist, ein höherer Zuschlag (+0,4-7,0 ct/kWh) gezahlt.

Bonus für elektrische Wärmeerzeuger

Betreiber von neuen oder modernisierten KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von mehr als 1 MW erhalten einen zusätzlichen Bonus in Höhe von 70 Euro/kW, wenn die Anlage technisch dazu in der Lage ist, die Wärmeleistung, die aus dem KWK-Prozess ausgekoppelt werden kann, mit einem mit der Anlage verbundenen fabrikneuen elektrischen Wärmeerzeuger zu mindestens 80 % zu erzeugen, und sich der Standort der KWK-Anlage nicht in der Südregion befindet.

Kohleersatzbonus

Der Kohleersatzbonus wird von einem arbeitsbezogenen Zuschlag auf eine leistungsbezogene Einmalzahlung umgestellt. Betreiber von neuen KWK-Anlagen erhalten einen zusätzlichen Bonus, wenn die KWK-Anlage oder das innovative KWK-System eine bestehende Stein- oder Braunkohle-KWK-Anlage ersetzt, die nach dem 31.12.1974 erstmals in Betrieb genommen worden ist. Die Höhe ist abhängig von der erstmaligen Inbetriebnahme der bestehenden KWK-Anlage und beträgt höchstens 50–390 Euro/kW elektrischer KWK-Leistung des KWK-Leistungsanteils, der die elektrische KWK-Leistung einer bestehenden KWK-Anlage ersetzt, jedoch gibt es hierbei eine Degression abhängig von der Aufnahme des Dauerbetriebs der neuen KWK-Anlage.

Südbonus

Betreiber von neuen, modernisierten oder nachgerüsteten KWK-Anlagen erhalten einen zusätzlichen Bonus in Höhe von 60 Euro/kW elektrischer KWK-Leistung des KWK-Leistungsanteils der neuen, modernisierten oder nachgerüsteten KWK-Anlage, wenn der Baubeginn des Vorhabens nach dem 31.12.2019, aber vor dem 31.12.2026 erfolgt ist, sich der Standort der KWK-Anlage in der Südregion befindet, der gesamte ab Aufnahme des Dauerbetriebs oder der Wiederaufnahme des Dauerbetriebs in der KWK-Anlage erzeugte Strom in ein Netz der allgemeinen Versorgung eingespeist und nicht selbst verbraucht wird und die KWK-Anlage auch in Zeiten, in denen keine Nutzwärmenachfrage besteht, in voller Höhe der elektrischen Leistung Strom erzeugen kann.

Neu- und Ausbau von Wärmenetzen

Die Zuschlagberechtigung für neue oder ausgebaute Wärmenetze, die zu mindestens 75 % mit KWK-Wärme oder zu mindestens 75 % mit einer Kombination aus KWK-Wärme, EE-Wärme und Abwärme versorgt werden, wurde bei Inbetriebnahme bis zum 31.12.2029 verlängert. Der Zuschlag beträgt in diesem Fall 40 % der ansatzfähigen Investitionskosten. Hingegen sind neue oder ausgebaute Wärmenetze, die nur zu mindestens 50 % mit einer Kombination aus KWK-Wärme, EE-Wärme und Abwärme versorgt werden, lediglich bei Inbetriebnahme bis zum 31.12.2022 zuschlagberechtigt. Der Zuschlag beträgt in diesem Fall nur 30 % der ansatzfähigen Investitionskosten. Die Regelungen zum mittleren Nenndurchmesser der Wärmeleitungen entfallen.

KWKG-Fördervolumen

Die Begrenzung des KWKG-Fördervolumens wird von 1,5 auf 1,8 Mrd. € erhöht.