Intelligente Sektorkopplung konsequent anwenden

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Intelligente Sektorkopplung konsequent anwenden

Die Kombination von KWK- mit Power-to-Heat-Anlagen ermöglicht die Integration erneuerbarer Stromüberschüsse in den Wärmesektor und gewährleistet in Zeiten von Strommangel Versorgungssicherheit und Netzstabilität und leistet einen Beitrag zur smarten Sektorkopplung.
AGFW fordert daher:

Erneuerbare-Energien-Gesetz – Power-to-Heat gleichstellen

Der Strom für systemdienliche Power-to-Heat-Anlagen ist wie der für Power-to-Hydrogen-Technologien von Abgaben und Umlagen zu befreien, um so ein Level-playing-field zwischen den Technologien zu schaffen und eine möglichst effiziente Nutzung von Strom zu gewährleisten.

Um dieses Potenzial vollständig ausschöpfen zu können, darf die Option der Kombination zuschaltbarer Power-to-Heat-Anlagen mit KWK-Anlagen nicht länger auf ein Netzausbaugebiet oder Gebiete außerhalb der Südregion beschränkt bleiben. Stattdessen ist sie auf alle Regionen auszuweiten, in denen ein negativer Redispatch oder Einspeisemanagement aufgrund von bestehenden Netzengpässen nötig werden, um eine Überlastung des Netzes zu verhindern und es zu stabilisieren.

Die Bundesregierung ist gefordert,

  • die Anwendung von Power-to-Heat (§ 13 Absatz 6a EnWG) in allen Gebiete, in denen ein negativer Redispatch oder Einspeisemanagement aufgrund von bestehenden Netzengpässen nötig werden, zu ermöglichen.
  • Regelungen und Vorschriften im GEG für die Fernwärme planungssicher bis 2030 zu gestalten,
     
  • unvermeidbare Abwärme aus der Müllverbrennung sowie Abwärme aus dem Industrie und Dienstleistungssektor usw. als klimaneutral zu bewerten,
     
  • den von netzdienlich betriebenen Power-to-Heat-Modulen genutzten Strom als CO2-neutral zu bewerten.
Energiewirtschaftsgesetz – „Nutzen statt Abregeln“ umsetzen

Die Option der Kombination zuschaltbarer Power-to-Heat-Anlagen mit KWK-Anlagen ist auf Regionen auszuweiten, in denen negativer Redispatch oder Einspeisemanagement aufgrund bestehender Netzengpässe nötig wird. So können gleichzeitig ein Beitrag zur Netzstabilität geleistet und ein kostenintensiver Redispatch vermieden werden.

Wenn Klimaschutz mit maximaler Effizienz und minimalen Kosten einhergehen soll, muss die Sektorkopplung technologieoffen gestaltet und bisherige Fördergrundsätze, wie bspw. „Efficiency First“ und Systemdienlichkeit, beachtet werden. So ist der Strom für systemdienliche wirkende Power-to-Heat-Technologien, ebenso von Abgaben und Umlagen zu befreien wie der für Power-to-Hydrogen-Technologien.

In der Zukunft werden beide Technologien gebraucht. Es bedarf daher eines parallelen Markthochlaufs, insbesondere da in Deutschland erst nach 2030 mit einer Wasserstoffelektrolyse in nennenswertem Umfang zu rechnen ist und Power-to-Heat-Technologien diese zeitliche Lücke schließen können.

Die Bundesregierung ist gefordert,

  • eine Befreiung sämtlicher systemdienlicher Sektorkopplungstechnologien in Fernwärmesystemen von der EEG-Umlage vorzunehmen,
  • eine angemessene Berücksichtigung von Power-to-Heat-Technologien in den „Reallaboren der Energiewende“ zu gewährleisten.