Klimaziele in Gebäuden erreichen mit grüner Fernwärme

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Klimaziele im Gebäudesektor erreichen mit grüner Fernwärme

Ein steigender Einsatz von erneuerbaren und klimaneutralen Energien in Wärmenetzen ist ein entscheidender Baustein zum Erreichen der CO2-Ziele im Gebäudesektor. Aktuelle Studien zeigen, dass bis 2030 ein Anteil klimaneutraler Wärmequellen von 45 % in der Fernwärme möglich ist. AGFW fordert daher:

Das Bundesförderprogramm effiziente Wärmenetze (BEW) starten

Das BEW hat das Potenzial, der Integration von erneuerbaren Energien und klimaneutralen Quellen in Wärmenetzen den notwendigen Anschub zu geben. Das erfordert eine geeignete Laufzeit des Programms (bis 2030) und eine entsprechende Mittelausstattung (1 Mrd. € je Jahr).

Transformation starten

Das Bundesförderprogramm effiziente Wärmenetze besitzt das Potenzial, der Integration von erneuerbaren Energien und klimaneutralen Quellen in Wärmenetzen den notwendigen Anschub zu geben. Das erfordert politischen Mut und Entschlossenheit.

Mut, um das Programm mit einer geeigneten Laufzeit (bis 2030) und den notwendigen Mitteln auszustatten; Entschlossenheit, das Richtige in angemessener Höhe zu fördern.

 Die Bundesregierung ist gefordert,

  • das Programm-Budgets des BEW auf eine Milliarde Euro p. a. bis 2030 und die projektbezogener Höchstgrenzen auf 100 Mio. Euro anzuheben,
  • weitere Fördertatbestände aufzunehmen oder stärker zu betonen, wie beispielsweise
    • angemessene Förderkonditionen für die Errichtung und den Betrieb von Anlagen, die Biomasse oder erneuerbare Gase nutzen, einzurichten;
    • die Aus- und Einkopplung von Abwärme sowie Investitionen in Besicherungsanlagen als notwendiger Bestandteil von Fernwärmenetzen zu fördern;
    • Förderung der Integration digitaler Prozesse, Technologien und Komponenten in Fernwärmesystemen;
  • Verlässlichkeit für langfristige Investitionsprojekte, bspw. Geothermievorhaben, die sich auch durch ein hohes Fündigkeitsrisiko auszeichnen, herzustellen,
  • die Kumulierung mit anderen Förderprogrammen zuzulassen.
Abwärmepotenziale nicht länger verschwenden

Die Nutzung von Abwärmepotenzialen ist sinvoll und notwendig, um den Einsatz von erneuerbaren Energien zu ergänzen, zu ersetzen. Bis heute bleiben jedoch viele dieser Potenziale aufgrund mangelhafter Rahmenbedingungen ungenutzt.

Die Erschließung und Nutzung von Abwärmepotenzialen sind in vielen Städten eine sinnvolle und teilweise notwendige Option, um den Einsatz von erneuerbaren Energien zu ergänzen oder zu ersetzen. Bis heute fehlen jedoch die entsprechenden Rahmenbedingungen und ein geeignetes Anreizsystem, um diese Potenziale für die Wärmeversorgung zu heben. Damit werden volkswirtschaftlich kostengünstige CO2-Einsparpotenziale bereits heute verschenkt, denn die Nutzung von Abwärme ist zu 100 % frei von Emissionen.

Die Bundesregierung ist gefordert,

  • unvermeidbarer Abwärme jeglicher Herkunft als 100 % CO2-frei anzuerkennen,
  • einen verlässlichen Förderrahmen für Abwärmenutzung und -anbindung an Fernwärme zu schaffen,
  • flankierenden Maßnahmen zum Erhalt der Versorgungssicherheit über eine Finanzierung der physischen Absicherung von Abwärmequellen (bspw. Fonds, Bürgschaften, Haftungsregelungen usw.) einzuführen,
  • die AGFW-Abwärmedefinition in Gesetzen, Förderprogrammen und Potenzialuntersuchungen zu verwenden.
Beihilfeleitlinien anpassen - Investitionen ermöglichen

Die Fördermittellandschaft muss dem Systemcharakter der Fernwärme mit adäquaten Förderhöhen/-budgets Rechnung tragen. So muss bspw. der EU-Beihilferahmen auf bis zu 100 Millionen Euro pro Unternehmen und Investitionsvorhaben angehoben werden.

Investitionsvorhaben ermöglichen

Fernwärme ist eine Systemlösung. Mit ihr werden in Städten oftmals tausende von Wohnungen über ein Leitungssystem gleichzeitig mit Wärme versorgt. Dem gegenüber stehen Einzelheizungen, die in der Regel nur eine, bestenfalls eine Handvoll von Wohnungen versorgen. Dieses Ungleichgewicht in Größe und Struktur bedingt deutliche Unterschiede.

Im Hinblick auf Modernisierung, Brennstoff- und Technologiewechsel sind Investitionen in Fernwärmesysteme relativ hoch, gleichzeitig steigt dafür ihre positive Klimawirkung für die Stadt überproportional. Die Fördermittellandschaft muss diesem Unterschied mit adäquaten Förderhöhen und -budgets Rechnung tragen. So ist beispielsweise die Höhe der „Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung“ (AGVO) für insbesondere die mit Mitteln aus dem BEW geförderten Projekte deutlich zu niedrig.

Die Bundesregierung ist gefordert,

  • sich auf europäischer Ebene dafür einzusetzen, dass der Schwellenwert für den Fernwärmeausbau in der AGVO von 20 auf bis zu 100 Millionen Euro pro Unternehmen und Investitionsvorhaben als Fördergrenze zur EU-Einzelfallnotifizierung angehoben wird.