Versorgungssicherheit und „Efficiency First“ mit KWK

Energiewirtschaft, Recht & Politik / Energiewende & Politik / Bundestagswahl 2021 / Versorgungssicherheit und „Efficiency First“ mit KWK

Versorgungssicherheit und „Efficiency First“ mit Kraft-Wärme-Kopplung

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist heute ein wichtiger Bestandteil der Fernwärmesysteme und ein Garant für Versorgungssicherheit, Sektorenkopplung und effiziente, CO2-arme Erzeugung in vielen Städten. Damit KWK dieser Rolle auch bis 2030 und darüber hinaus gerecht wird, muss sie weiterentwickelt und modernisiert werden.

Dafür sind in erster Linie Kohle-KWK-Anlagen sukzessive durch Gas- oder EE-KWK zu ersetzen und bestehende Anlagen zu modernisieren. Zudem gilt es die Fahrweise der Anlagen weiter zu flexibilisieren, um (noch) besser auf die fluktuierende Einspeisung der erneuerbaren Energien reagieren zu können. Das kann durch die Einbindung von Wärmespeichern, Power-to-Heat-Anlagen (inkl. Großwärmepumpen) und weiterer Technologien realisiert werden.


Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG 2020)

planungssicher bis 2030 gestalten

Für Versorgungssicherheit und smarte Sektorkopplung muss das KWKG 2020 verlässlich und planungssicher bis 2030 anwendbar sein und zum deutlichen Ausbau der Gas-KWK führen. Es sind Impulse für die Nutzung von Wasserstoffanwendungen in Gas-KWK Anlagen zu setzen, um die Versorgungssicherheit langfristig mit Wasserstoff fossilfrei herzustellen.

Auch unterstützt die Einbindung und Erschließung neuer Wärme- und Brennstoffquellen die Zukunftsfähigkeit der Sektorkopplungstechnologie. So können neue KWK-Anlagen bereits heute Wasserstoff-Ready konzipiert werden und langfristig zu einer hocheffizienten Verwendung des Gases auch im Wärmemarkt beitragen.

Für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit in 2030 ist zudem ein Zubau von mehreren GW elektrischer KWK-Leistung erforderlich. Das derzeitige Volumen an KWK-Leistung für Zubau und Modernisierung beträgt jedoch gerade einmal 300 MW im Durchschnitt pro Jahr. Für den Erhalt der Versorgungssicherheit im Zeitraum von 2020 bis 2030 wäre ein Vielfaches nur an KWK-Zubau notwendig.

Grundsätzlich bietet das KWKG 2020 für den angestrebten Transformationsprozess einen geeigneten Rahmen und ist eine wichtige Ergänzung zu anderen geplanten und bestehenden klimapolitischen Instrumenten im Strom- und Wärmemarkt. Allerdings ist es heute dringend notwendig, das Gesetz verlässlich und planungssicher bis 2030 zu gestalten.

 

Die Bundesregierung ist gefordert,

  • das Gesetz verlässlich und planungssicher bis 2030 zu gestalten. Dazu ist/sind
  • die im Dezember 2020 eingeführten nachteiligen Änderungen im KWKG zurückzunehmen,
  • Anreize für den notwendigen Ausbau der KWK zu erhöhen, Fördersätze und Fördergrundlagen (bspw. Einführung eines H2-Readiness) sowie die Zielsetzung des Gesetzes an die Erfordernisse von Versorgungssicherheit und Klimaschutz anzupassen,
  • die Anbindung von Erzeugungsanlagen auf Basis von erneuerbaren Energien oder Abwärme an ein Wärmenetz zu fördern sowie die Umstellung von Heizdampf- auf Heizwassernetze zuzulassen,
  • die Kumulierung von Investitionszuschüssen zulassen, sofern keine Überförderung vorliegt; Bürokratie ist abzubauen, unnötige Wirtschaftlichkeitsnachweise sind zu streichen,
  • eine entschädigungsfreie ordnungsrechtliche Abschaltung von Kohle-KWK-Anlagen zu vermeiden.

Systemdienstleistungen

anerkennen und vergüten

KWK-Anlagen leisten mit ihrer verbrauchsnahen und steuerbaren Erzeugung nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Versorgungssicherheit in einem zunehmend volatilen Energiesystem, sondern entlasten und stabilisieren auch die Netze. Eine für das versorgungssichere Gelingen der Energiewende notwendige Systemdienstleistung muss erhalten, ausgebaut und angemessen entlohnt werden.

Die Bundesregierung ist gefordert,

  • Systemdienstleistungen von KWK-Anlagen zur Stabilisierung und Entlastung des Stromnetzes anzuerkennen und angemessen zu vergüten.