Archiv

Nach monatelangen Verhandlungsrunden einigte sich die Koalition in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 2015 auf „Eckpunkte für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende“. Im Ergebnis wurden auch die neuen Rahmenbedingungen für die Kraft-Wärme-Kopplung festgelegt.

Wie so oft ist die Hocheffizienztechnologie allerdings offenbar nur ein  Randthema in der politischen Diskussion, was letztendlich dann auch zu einer Kompromisslösung geführt hat. So sind die vorgeschlagenen Maßnahmen für eine „Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung“ dann auch sehr ambivalent.

Nach monatelangen Verhandlungsrunden einigte sich die Koalition in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 2015 auf „Eckpunkte für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende“. Im Ergebnis wurden auch die neuen Rahmenbedingungen für die Kraft-Wärme-Kopplung festgelegt.

Wie so oft ist die Hocheffizienztechnologie allerdings offenbar nur ein  Randthema in der politischen Diskussion, was letztendlich dann auch zu einer Kompromisslösung geführt hat. So sind die vorgeschlagenen Maßnahmen für eine „Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung“ dann auch sehr ambivalent.

Das BMWi hat Mitte März ein Eckpunkte-Papier "Strommarkt" vorgelegt. In dem Papier werden nicht nur die Änderungen zum Strommarkt und ein neues CO2-Instrument, sondern auch Eckpunkte für eine Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) dargelegt. Die Diskussion in der Branche und bei den übrigen Stakeholdern konzentriert sich dabei allerdings hauptsächlich auf das neue CO2-Klimaschutzinstrument.

Potenzial- und Kosten-Nutzen-Analyse zu den Einsatzmöglichkeiten von Kraft-Wärme-Kopplung (Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie) sowie Evaluierung des KWKG im Jahr 2014

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat den bereits seit Sommer erwarteten Bericht zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) veröffentlicht. Das Ministerium erfüllt damit seine Verpflichtung zum regelmäßigen Monitoring des KWK-Gesetzes und aus der EU-Effizienzrichtlinie. In mehreren Projektbausteinen wurde die aktuelle und zukünftige Rolle der KWK von den vier Gutachtern beschrieben und eine Entscheidungsgrundlage für die Bundesregierung geschaffen.

Es gilt jetzt die richtigen gesetzlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen zu ergreifen, um das im Koalitionsvertrag erklärte Ziel der Bundesregierung zu erfüllen.

Ende März hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen Workshop mit dem Titel "KWK-Studie für eine KWK-Potenzial- und Kosten-Nutzen-Analyse im Sinne der EU-Energie-
effizienzrichtlinie sowie für die Evaluierung des KWKG" (kurz: KWK-Monitoring) durchgeführt. Ziel des Workshops war es, Branchenvertretern die Methodik sowie die in der Studie verwendeten Parameter vorzustellen. Mit den vier beauftragten Instituten (Prognos, Fraunhofer IFAM, IREES und BHKW-Consult) wurde insbesondere über ökonomische Rahmenparameter für die Wirtschaftlich-
keitsberechnung der KWK, aber auch über den vom Ministerium anvisierten Zeitplan für die Studie diskutiert. Mit Hinweis auf die derzeit desolate wirtschaftliche Lage von vielen KWK-Anlagen setzte sich der AGFW in diesem Zusammenhang u. a. für eine möglichst zeitnahe Novellierung des KWKG, noch in 2014, ein.

Weitere Punkte wurden im Nachgang zum Workshop in einer gemeinsamen Stellungnahme von AGFW, BDEW, VKU und ver.di zusammengefasst.

Zusammenfassung der AGFW-Vorschläge zum Monitoringprozess 2014

Ohne eine zuverlässige wirtschaftliche Basis im Strommarkt, wird es weder zu einem signifikanten Ausbau (Modernisierung), noch zu einem längerfristigen Weiterbetrieb bestehender hocheffizienter KWK-Anlagen kommen. Effizienz, Flexibilität, CO2-Minderung und Versorgungssicherheit müssen im Strom- und Wärmemarkt – heute und in Zukunft – angemessen honoriert werden.

Kurzfristiger Anpassungsbedarf (bis 1. Januar 2015)

  • Anpassung der Zuschlagssätze bei der Neuanlagenförderung an die neuen Marktbedingungen und unter Beibehaltung des bestehenden Deckels.
  • Einführung eines Zuschlagssatzes für Versorgungssicherheit/Kapazität für hocheffiziente, bestehende KWK-Anlagen, die in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Der Zuschlagssatz ist mit einem separaten, noch festzulegenden Betrag, zu deckeln.
  • Wegfall des Zuschlagssatzes für KWK-Bestandsanlagen mit Einführung eines Kapazitätsmarktmechanismus, der die Belange der KWK berücksichtigt.

Zu berücksichtigen

  • Ein neues Strommarktdesign muss langfristig ein CO2-effizientes Miteinander von erneuerbaren Energien und KWK-Anlagen ermöglichen und auch die Wechselwirkung mit dem Wärmemarkt (Fernwärmeerzeugung) adäquat berücksichtigen.
  • Effizienz, Flexibilität, CO2-Einsparung und Versorgungssicherheit müssen einen wirtschaftlichen Wert haben und angemessen honoriert werden.

AGFW-Positionspapier zum KWKG-Monitoringprozess 2014

Studie "Maßnahmen zur nachhaltigen Integration von Systemen zur gekoppelten Strom- und Wärmebereitstellung in das neue Energieversorgungssystem" (KWK-Studie)

Vor dem Hintergrund der Energiewende und ihrer deutlichen Auswirkungen auf den Strom- und Wärmemarkt, haben die Verbände AGFW und BDEW eine Studie bei der Prognos AG in Auftrag gegeben. Beantwortet werden sollte vor allem die Frage der Darstellbarkeit des KWK-Systems in einem zukünftigen Energieversorgungssystem (bis einschließlich 2050).

Nach Auffassung von AGFW und BDEW zeigt die Studie den dringenden Handlungsbedarf bezüglich der Anpassung der Rahmenbedingungen für die KWK auf - gleichzeitig wird das auch in Zukunft noch hohe Potenzial der KWK-Systeme für das Gelingen der Energiewende belegt.