Effizienz-Netzwerk Fernwärme

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Energieeffizienz-Netzwerk Fernwärme

Das Energieeffizienz-Netzwerk Fernwärme basiert auf der bundesweiten Initiative Energieeffizienz-Netzwerke, welche ca. zwanzig Wirtschaftsverbände und -organisationen zusammen mit Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium ins Leben gerufen hatten. Die Initiative steht für die Bemühungen von Industrie, Handel und Versorgungs-
wirtschaft, Effizienz-
entwicklungen zu fördern. Fernwärmeunternehmen unterstützt die Teilnahme an Energieeffizienz-Netzwerken beim systematischen, zielorientierten Erfahrungs-
austausch über die Implementation von Energiemanagementsystemen bzw. die Durchführung von Energieaudits sowie bei der Planung und Durchführung von Effizienzmaßnahmen. Der regelmäßige Austausch stärkt die Expertise im eigenen Unternehmen, fördert den Kontakt zu Geschäftspartnern und führt nicht zuletzt zu messbaren Effizienzsteigerungen. Neben seinen Aktivitäten als Netzwerkträger und -moderator bringt sich der AGFW aktiv in den politischen Steuerungskreis der Initiative ein und gibt dort auch zu bedenken, welch hohen Anteil die Fernwärmebranche insbesondere über die KWK schon zu den politischen Effizienzzielen beisteuert.

Nach dem Gründungsaufruf des AGFW und der Gründung des Energieeffizienz-Netzwerks Fernwärme fand am 7. Oktober 2015 in Frankfurt am Main das erste, konstituierende Netzwerktreffen statt. Dabei lernten sich die Netzwerkteilnehmer aus fünfzehn Fernwärmeunternehmen unterschiedlicher Größe kennen, tauschten ihre Erwartungen aus und verständigten sich über die ersten Schritte der Zusammenarbeit.

Nach der Begrüßung und einleitenden Worten von AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch informierte der Moderator des Netzwerks, Dr. Björn Schreinermacher, über den organisatorischen Ablauf. Das für den Zeitraum 2015-2017 gegründete Fernwärme-Netzwerk unterstützt in der ersten Phase die Implementation eines Energiemanagementsystems bzw. die Durchführung von Energieaudits in den teilnehmenden Unternehmen, wie sie seit der diesjährigen Reform des Energiedienstleistungsgesetzes vorgeschrieben sind. Auf dieser Datenbasis planen die Unternehmen eigene Effizienzmaßnahmen und formulieren Energieeinsparziele. Diese werden vom Moderator zusammengerechnet, sodass ein gemeinsames Einsparziel des Netzwerks resultiert. Der moderierte Netzwerkaustausch ermöglicht dann eine zielführende Diskussion über die praktische und ökonomisch sinnvolle Umsetzung von Effizienzmaßnahmen. Am Ende der Netzwerkarbeit wird ein Fazit zu den Effizienzerfolgen der Unternehmen gezogen. In Richtung der Politik kann dann auch argumentiert werden, welche regulativen Rahmenbedingungen förderlich waren oder in Zukunft noch angepasst werden sollten.

In Frankfurt diskutierten die Teilnehmer bereits über die Durchführung von EMS bzw. Energieaudits. Hier zeigen sich vermehrt praktische Herausforderungen, diese DIN-Normen auf Fernwärmeunternehmen anzuwenden. Erste inhaltliche Diskussionen über vielfältige Ansätze zur Steigerung der Energieeffizienz wurden entlang der Unterscheidung zwischen Erzeugung, Netzen und Endkunde geführt. Hier reichten Überlegungen von der Anpassung des Brennstoffhandlings, der Reduktion von Stillstandsverlusten über Verringerungen des Stromeigenbedarfs (z. B. für Pumpen) bis hin zur Optimierung des Monitorings (z. B. von Energieverbräuchen oder Wasserverlusten). Diese Diskussionen werden im Laufe der Netzwerkzusammenarbeit noch konkreter und näher an Praxisbeispielen geführt werden.

Aber auch über die Außendarstellung der Branche und der bestehenden hohen Effizienz von KWK und Fernwärme wird zu diskutieren sein. Schließlich belegt der Primärenergiefaktor in vielen Städten die führende Rolle der Fernwärme in der hocheffizienten und klimaschonenden Wärmeversorgung. In der Kommunikation der Fernwärme-Effizienz sollte daher zur Geltung gebracht werden, welchen Beitrag etwa das KWKG leistet, und was bei den anstehenden Reformen von ENEV und EEWärmeG zu beachten ist.

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Im März 2016 traf sich das Energieeffizienz-Netzwerk Fernwärme zum zweiten Netzwerktreffen. Dabei wurden neben organisatorischen Fragen, Erfahrungen über die Implementierung von Energiemanagementsystemen bzw. Energieaudits in den Unternehmen ausgetauscht und darüber diskutiert, wie sich daraus eine Datenbasis für quantifizierbare Effizienzmaßnahmen ableiten lässt.

Ideencluster des Netzwerks setzen zunächst bei Fragen des Messens und Erfassens von Potenzialen an sowie bei der Sensibilisierung der Mitarbeiterschaft. Darüber hinaus kann die Optimierung der Erzeugung bspw. bei der Einsatzplanung von Kraftwerken, Wärmespeichern und Power-to-District-Heat ansetzen. Das Reduzieren von Netzverlusten ist nicht nur eine Frage von Isolationsausführungen, sondern auch der Netzfahrweisen bis hin zum hydraulischen Abgleich beim Kunden. In letzter Konsequenz gilt es dann als Teil der Öffentlichkeitsarbeit deutlich zu machen, dass die Branche nicht nur intensiv an sich arbeitet, sondern die Bereitstellung von Fernwärme unter geringstmöglichem energetischen Aufwand seit eh und je ihr Kerngeschäft ist.

Am 22. und 23. Juni 2016 fanden sich die Teilnehmer des Energieeffizienz-Netzwerks Fernwärme beim Holzheizkraftwerk Berlin-Neukölln zu ihrem dritten Netzwerktreffen zusammen. Neben der Vorstellung neuer Förderprogramme, die für KWK und Fernwärme relevant sein könnten, lag der Schwerpunkt dieses Austauschs bei der Vorstellung der von den Unternehmen geplanten Energieeffizienzmaßnahmen. Anhand konkreter Pläne und Kennzahlen diskutierten die Teilnehmer u. a. über das Verhältnis von Investitionskosten und Brennstoffeinsparungen sowie über Effekte der Verdrängung von fossiler durch erneuerbar erzeugte Energie.

Am 04./05.10.2016 fand das letzte Netzwerktreffen des Jahres 2016 statt. Von den zwölf Teilnehmern stellten vier Mitgliedsunternehmen ihre Effizienzmaßnahmen und Anpassungen des Energiemanagementsystems vor. Dabei ging es unter anderem um Wärmerückgewinnung, Netzsanierung und den Austausch von BHKWs. Diskussionen führten die Netzwerkteilnehmer auch zu den Größenverhältnissen zwischen unterschiedlichen Effizienzmaßnahmen. So werden etwa Schulungen und Mitarbeitersensibilisierung als wichtige, aber kaum in Energieeinsparungen messbare Instrumente gesehen. Hingegen erreichen Modernisierungen oder Ersatzmaßnahmen im Bereich der Erzeugung hohe Energieeinsparungen, vor allem im Vergleich zu Maßnahmen, die allein bei der Endenergie ansetzen. In einer Feedbackrunde zeigten sich die Teilnehmer zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Netzwerkarbeit. Für 2017 sind zwei Treffen geplant, bei denen die Diskussionen um einzelne Maßnahmen vertieft werden sollen. Ein Thema wird dabei Messen und Verifizieren von Energieeinsparungen in der Fernwärme sein.

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