Die neuen Finanzierungskriterien der Europäischen Investitionsbank für Energieprojekte

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat am 14. November 2019 die neuen Finanzierungskriterien für Energieprojekte veröffentlicht, um die Investitionen im Energiebereich zu ermöglichen, die zur Erfüllung der Pariser Klimaabkommen beitragen.

Die EIB soll eine langfristige Energiewende ermöglichen und sich auf nachhaltige Investitionen konzentrieren. Dass stimmt auch mit den Worten der zukünftigen Kommissionspräsidentin von der Leyen überein, die die EIB teilweise in eine Klimabank verwandeln möchte. Die Dekarbonisierung fordert hohe Anfangsinvestitionen. Nach der Modellierung, die zur Untermauerung der langfristigen Vision der EU für 2050 verwendet wird, müssen sich die Energieinvestitionen in der EU im Zeitraum 2021 – 2030 nahezu verdoppeln, d. h. von durchschnittlich 229 Mrd. EUR pro Jahr im Zeitraum 2011 – 2020 auf 396 Mrd. EUR steigen. Deshalb ist auch Einsatz der EIB-Mittel notwendig.

Insofern wird sich die EIB mehr auf Investitionen in erneuerbaren Energien fokussieren und die Finanzierung von fossilen Brennstoffen einstellen, was eine wesentliche Veränderung für die Bank darstellt. Während der Arbeit an den Finanzierungskriterien war insbesondere die Rolle bzw. die Berücksichtigung von Investitionen in Gas problematisch. Die EIB hat insofern die Rolle des Gases in der Transformation der Energiesysteme anerkannt, dass sie die Unterstützung im Gassektor auf den Übergang zur Produktion von kohlenstoffarmen Gasen konzentrieren wird. Deshalb wird die EIB bis Ende 2021 weiterhin Projekte genehmigen, die sich bereits in der Prüfung befinden. Darüber hinaus kann die Bank in diesem Zeitraum Gasprojekte genehmigen, die in die vierte Liste der Projekte von gemeinsamem Interesse aufgenommen wurden. Gleichzeitig wurden die Schwellenwerte der Treibhausgasemission für Projekte erhöht, die auch nach dem Jahr 2021 gefördert werden können. Das heißt, hocheffiziente KWK, die die Kriterien der Energieeffizienzrichtlinie erfüllt, darf bei der Stromerzeugung nicht mehr als 250 g CO2 pro kWhel ausstoßen (ursprünglich 550 g CO2 pro kWhel). Dies soll sicherstellen, dass nur die effizientesten KWK-Anlagen gefördert werden. Die Grenze kann über die Lebensdauer von Gaskraftwerken eingehalten werden, wenn sie kohlenstoffarme Brennstoffe integrieren wollen und dazu der EIB einen glaubwürdigen Plan vorlegen. Reine Gasprojekte sind damit von der Finanzierung ausgeschlossen. Die Bank wird sich auch bemühen, die Forschung und Entwicklung im Bereich der Wasserstoffnutzung durch Gasturbinentechnologie zu unterstützen. Rückgewinnung von Abwärme gilt als energieeffizient und unterliegt daher keinen weiteren Anforderungen. Darüber hinaus kommen effiziente gasbefeuerte Kleinkessel für Gebäude oder KMU in Betracht, wenn sie im Einklang mit der EU-Ökodesign-Richtlinie oder geeigneten Normen außerhalb der EU stehen.

Auch Fernwärme wird als förderfähige Investition betrachtet, weil die Rolle der FW in Dekarbonisierung und Integration erneuerbarer Energien anerkannt wurde. Ausbau und Sanierung effizienter Netze wird unterstützt (d. h. die Anforderungen des Art. 2 Nr. 41 Energieeffizienzrichtlinie werden erfüllt – ein System, das mindestens 50 % erneuerbare Energien, 50 % Abwärme, 75 % KWK-Wärme oder 50 % einer Kombination dieser Energien und dieser Wärme nutzt). FW- und FK-Netze, die die Anforderungen erfüllen, können als Energieeffizienzprojekte betrachtet und dementsprechend mit bis zu 75 % der förderfähigen Portfoliokapitalkosten finanziert werden. Investitionen in Speicher werden als Teil des FW-Systems betrachtet. Außerdem wird die EIB Behörden und Projektträger bei der Vorbereitung und Durchführung von Projekten, die Strategien zur Dekarbonisierung von Fernwärmesystemen entwickeln, unterstützen.

Falls Sie weitere Fragen zu den Kriterien haben, zögern Sie uns nicht zu kontaktieren.

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