Kälte

Fernwärmesysteme können in den Sommermonaten aufgrund der geringen Wärmenachfrage der Kunden freie Kapazität haben, sowohl in den Erzeugungs- als auch in den Verteilungsanlagen. Über thermisch angetriebene Kältemaschinen können diese freien Kapazitäten zur Erzeugung von Kälte genutzt werden. Wird die Antriebswärme für die Kältemaschine in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt, handelt es sich beim Gesamtsystem um Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK). Unter bestimmten Rahmenbedingungen bietet die KWKK die Möglichkeit gegenüber der getrennten Erzeugung Energie einzusparen.

KWKK-Systeme können sehr unterschiedlich strukturiert sein. Wenn die Kältemaschine nah beim Kälteverbraucher angeordnet und an ein Fernwärmenetz angeschlossen ist, handelt es sich aus der Sicht des Wärmeversorgers um "dezentrale Kälteerzeugung". Wenn die Kälteerzeugung für mehrere Kälteverbraucher zentral erfolgt, wird die Kälte durch ein eigenes Netz verteilt und entsprechend als Fernkälte bezeichnet. Die Anlagenkonfiguration richtet sich stets nach den örtlichen Voraussetzungen und Marktbedingungen.

Die Kälteversorgung kann für Wärmeversorgungsunternehmen aus verschiedenen Gründen interessant sein, z.B. im Hinblick auf eine bessere Nutzung der Wärmeerzeugungs- und -verteilanlagen in den Sommermonaten oder die Erweiterung des Portfolios um ein zusätzliches Produkt zur Kundenbindung bzw. -gewinnung. Unabhängig von den örtlichen Voraussetzungen und Beweggründen eines Wärmeversorgers sich mit Kälte zu beschäftigen, sollte die Komplexität von KWKK-Systemen mit ihren vielfältigen Abhängigkeiten und Wechselwirkungen nicht unterschätzt werden. Eine allgemeingültige Bewertung der thermischen Kälteerzeugung ist nicht sachgerecht.

Wirtschaftlichkeit und effiziente Betriebsführung hängen stark von einer kompetenten Anlagenplanung ab. Der AGFW hat gemeinsam mit dem BTGA, dem Green Chiller Verband und green engineers einige Planungshinweise erarbeitet, die bei der Anlagenplanung beachtet werden sollten. Diese Hinweise können kostenlos heruntergeladen werden. Die ausführliche Darstellung der KWKK-Technik und die Einflüsse auf die Wirtschaftlichkeit sind im AGFW-Merkblatt FW 301 zusammengefasst.

 

 

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01.06.2017
Darlegung der Finanzierungslücke nach § § 20 und 24 KWKG in Frankfurt am Main

07.06.2017
Energetische Bewertung von Fernwärme nach AGFW-Arbeitsblatt FW 309 in Wiesbaden

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