Wasserchemie

"Wasserchemische Richtwerte - Arbeitsblatt FW 510 - Stand Juni 2011"

Die FW 510 benennt die Anforderungen an die Beschaffenheit des Kreislaufwassers in Fernwärmeheizanlagen. Darüber hinaus gibt es Hinweise für Planung, Konstruktion und Betrieb der Anlagen. Ziel des Arbeitsblattes ist es, das Risiko von Schäden durch wasserchemisch bedingte Störungen, wie z. B. Steinbildung und Korrosion, zu minimieren und die Betriebssicherheit und Verfügbarkeit der Anlagen zu gewährleisten.

Das Arbeitsblatt gilt für industrielle Wärmeversorgung und Fernwärmeversorgung mit Heißwasserheizanlagen (Vorlauftemperatur > 100 °C) und für Warmwasserheizanlagen (Vorlauftemperatur ≤ 100 °C) im Verbund mit Fernwärmenetzen.

Die erste Voraussetzung für einen störungsfreien Betrieb ist der Einsatz von entgastem (d. h. frei von Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid) Kreislauf-, Füll- und Ergänzungswasser. Ebenso sollten alle durch Fremdwassereinbruch eingetragenen oder möglicherweise sich bildenden Gase wie z. B. Wasserstoff mittels Teilstromentgasung aus dem Netz kontinuierlich entfernt werden.

Bei der Festlegung der wasserchemischen Richtwerte für das Kreislaufwasser wird unterschieden in salzarme (Leitfähigkeit < 100 ÂµS/cm) und salzhaltige (Leitfähigkeit > 100 µS/cm) Fahrweise (Richtwerte für das Kreislaufwasser). Weitere Richtwerte ergeben sich anhand der Konditionierung.

In den höhergestellten Normen DIN EN 12952 Teil 12 Wasserrohrkessel und Anlagenkomponenten sowie DIN EN 12953 Teil 10 Großwasserraumkessel stehen nur Sicherheitsaspekte, jedoch nicht der wirtschaftliche Betrieb einer Wärmeerzeugungsanlage im Vordergrund. Zur Sicherstellung eines wirtschaftlichen Betriebes empfehlen wir dringend weiterhin den in der FW 510 festgelegten Stand der Technik einzuhalten. 

Anwenderhinweis zu DIN EN 12952 Teil 12 und DIN EN 12953 Teil 10

Kupfergelötete Plattenwärmeübertrager (PWÜ) sind für den Einsatz in der Fernwärme die erste Wahl!

In der Fernwärmebranche wird der kupfergelötete PWÜ mit sehr guten Langzeiterfahrungswerten eingesetzt. Es gibt bisher keine Erkenntnisse über Schäden aufgrund wasserchemischer Einflüsse, sofern die Branchen-Mindestanforderungen der FW 510 eingehalten werden. Ein Wechsel auf andere Werkstoffe ist nicht notwendig.

Dennoch wird von Seiten der Hersteller in den technischen Datenblättern keine Freigabe für den Einsatz des PWÜ in Fernwärmenetzen (unter Einhaltung der Grenzwerte gemäß FW 510) erteilt.

Die geforderten Grenzwerte weichen teilweise so massiv von den Anforderungen der FW 510 ab, dass dadurch eine gravierende Verschlechterung der Gewährleistungsbedingungen entstehen kann, sofern sich das Unternehmen nicht privatrechtlich absichert.

Deshalb hat der AGFW Hinweise für Änderungen Ihrer Ausschreibungs-/Vertragsunterlagen erarbeitet, die per Mitgliederrundschreiben im April 2010 versandt wurden.

Mitgliederrundschreiben "Einsatzbedingungen PWÜ"

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