RES-DHC Transformation of existing urban district heating and cooling systems from fossil to renewable energy sources

Juli 2021

Das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, „Horizont 2020“, fördert Wege zur Lösung gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen wie des Klimawandels. Das gerade gestartete Projekt „RES-DHC“, kurz für Renewable Energy Sources in the District Heating and Cooling (Fördernummer: 952873), beschäftigt sich in den kommenden Jahren mit der Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien in der Fernwärme und -kälte. 15 Projektpartner aus 8 Ländern haben sich zusammengeschlossen, darunter in Deutschland das Solites Steinbeis Forschungsinstitut für solare und zukunftsfähige thermische Energiesysteme aus Stuttgart, das Hamburg Institut sowie der Energieeffizienzverband AGFW mit Sitz in Frankfurt am Main. Das neue EU-Projekt soll Branchenakteure und Politik dabei unterstützen, die Ziele der Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED II zu erreichen. Dazu zählt unter anderem die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien in der Fernwärme um jährlich mindestens ein Prozent.

Darstellung des internationalen Konsortiums durch die Logo´s der RES-DHC Projektpartner
Solarthermie-Anlage und Wärmespeicher in Chemnitz

Modellregion Baden-Württemberg

Seitens der Landesregierung in Baden-Württemberg besteht bereits das konkrete Ziel eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2050 zu erreichen. Verschiedene Rahmenbedingungen und Werkzeuge wie bspw. die kommunale Wärmeplanung sollen dazu beitragen dieses Ziel zu realisieren. Der Aufbau von Wärmenetzen mit regenerativer Wärmeerzeugung bzw. Ausbau sowie die Dekarbonisierung von bestehenden Wärmenetzen bildet ein Schlüsselelement der Wärmewende in Baden-Württemberg. In Folge dessen besteht in Baden-Württemberg bereits ein gut strukturiertes Netzwerk in dem Städte und Kommunen, Energieagenturen, Versorgungsunternehmen, Verbände und Forschungsstellen gemeinsam an der Erarbeitung und Umsetzung von Transformations- sowie Dekarbonisierungsstrategien arbeiten.  Der AGFW will durch die Arbeit im Rahmen des Projektes „RES-DHC“ diese bestehenden Strukturen unterstützen und  weiter ausbauen. Gemeinsam mit den Projektpartnern HHI und Solites wurde für die Modellregion BW ein Projektbeirat initiiert dem die SWU Energie GmbH, die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH, die rEA-BW Verband der regionalen Energie- und Klimaschutzagenturen Baden-Württemberg e. V., der Verband für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg e.V. - VfEW, der VKU Verband Kommunaler Unternehmen Baden-Württemberg e.V., der  Städtetag Baden-Württemberg, der vbw Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e.V., die Kompetenzzentren Energie der Regierungspräsidien Freiburg / Karlsruhe / Stuttgart / Tübingen und das Ifeu Institut / Heidelberg angehören. Ein weiteres Bestreben des AGFW ist es, Versorgungsunternehmen in Baden-Württemberg Know-how sowie Best-Practice-Erfahrungen aus Forschungsprojekten anzubieten und Sie damit bei der Erarbeitung von Strategien bzw. der Ableitung von Maßnahmen zur Erreichung individueller Dekarbonisierungsziele zu unterstützen. Hierzu werden die Projektpartner während der Durchführung des Projektes weitere Angebote für die Fernwärmebranche in Baden-Württemberg zum Thema „Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien in der Fernwärmeversorgung“ unterbreiten.    

Modellregion Westpommern-Stettin (Polen)

Aktuell werden etwa 25% an der gesamten Wärmeversorgung in Polen durch Fernwärme bereitgestellt. Die Wärme wird zu etwa 70% in KWK-Anlagen erzeugt, die als wesentlichen Brennstoff Kohle nutzen. Auch in den dezentralen Heizungssystemen ist Kohle ein weit verbreiteter Brennstoff, was in Folge der aktuellen europäischen Initiativen zur Erreichung der Klimaziele das Land vor massive Herausforderungen stellt.

Das Versorgungsunternehmen Szceinska Energetyka Cieplana SP. Z O.O. (SEC) verfolgt deshalb ambitionierte Dekarbonisierungsziele und hat den AGFW gebeten, das Unternehmen durch technisches Know-how auf Grundlage des AGFW-Regelwerks sowie Best-Practice Erfahrungen aus Deutschland, z. B. im Einsatz der Solarthermie in der Fernwärme, bei der Erreichung der Ziel zu unterstützen. Motivation Ihres AGFWs im Rahmen der Kooperation mit SEC ist, neben der Verbreitung des AGFW-Regelwerkes und der Verbesserung des Branchenknow-how im Themengebiet  Dekarbonisierung bestehender Fernwärmesysteme durch Umsetzungen von Maßnahmen auch die Vernetzung der Branche auf der europäischen Ebene. AGFW wird das Projekt „RES-DHC“ nutzen um die Beziehungen zum polnischen Fernwärmeverband auszubauen und somit einen weiteren starken Partner für zukünftige Herausforderungen auf europäischer Ebene zu gewinnen.

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