Einsatz von Gaswarngeräten nach Maßgabe der BGR 119 (NEU: DGVU Regel 103-002) sowie BGR 117-1 (NEU: DGUV Regel 113-004)

Der Einsatz von Gaswarngeräten zur Prüfung der Schachtatmosphäre erfordert gemäß BGI 836 und 518 vor dem arbeitstäglichen Einsatz die Prüfung mit Null- oder Prüfgas. Dieser Vorgang ist notwendig, aber bei Außendienstmitarbeitern oft nur schwer realisierbar. Versuchsreihen bei Vattenfall in Hamburg in Form von Feldtests über einen Zeitraum von 4 Monaten mit Datenloggern haben gezeigt, dass es zu keiner Zeit zu einer signifikanten Auffälligkeit oder Abweichung gekommen ist.

Anlehnend an den Anwendungsbereich der BGR 119 Fernwärmeverteilungsanlagen sowie dem Abschnitt 6 Prüfung konnte unter der Voraussetzung der vierteljährlichen Sachkundeprüfung bei der Anwendung einer Gerätekonfiguration der Fa. Dräger und GFG bestätigt werden, dass auf eine arbeitstägliche Funktionsprüfung mit Prüfgas gemäß BGI 836 Abschnitt 8 sowie BGI 518 Abschnitt 9 verzichtet werden kann. Diese Bestätigung gilt aber derzeitig nur für den Einsatz der entsprechenden Geräte im Fernwärmenetz der Vattenfall Europe Hamburg und Berlin. Der Arbeitskreis bemüht sich z. Zt. um allgemein gültige Aussagen der verschiedenen, auf dem deutschen Markt vertretenen Hersteller.

 

Erarbeitung der BGI´n für das Anbohren und Rohrfrosten

Die BGI 5066 (NEU: DGUV Information 203-040) Frosten von Rohrleitungen sowie die BGI 5067 (NEU: DGUV Information 203-041) Anbohren von Fernwärmeleitungen wurden im Jahr 2008 durch eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitarbeitern des Arbeitskreises sowie der BG ETEM, erarbeitet.

Die BGI´en stellen keine Alternativlösung der entsprechenden Arbeitsblätter des AGFW dar, sondern geben ergänzende praktische Hinweise. Kommentierende Bilder und Schemata sollen die Durchführung der Anforderungen deutlich machen. Als besonderer Hinweis ist in der BGI 5066 bestätigt, dass derzeitig nur ein einziges zertifiziertes Verfahren zum Frosten von Fernwärmeleitungen zugelassen ist, das von Air-liquide angeboten wird.

Das Frosten von Fernwärmeleitungen mittels CO2 unter Betriebsbedingungen wurde für die Fernwärme-Branche noch nicht zertifiziert.

 

Bisherige Erfahrung aus der Praxis zur Anwendung der BGR 119

Die Praxisanwendung der BGR 119 war mehrfach Thema von Fachgesprächen und Diskussionen. Dies spiegelte sich auch in den Erfahrungsaustauschen der Branche wider. Es gab eine Reihe von Hinweisen zur praktikablen Anwendung.

Hinweise gab es zur Abhängigkeit der Verdampfung des Wassers in Abhängigkeit vom Stickstoffgehalt. Zudem sollten die Bilder 1 und 2 (Schaltschemata) vereinfacht werden. Umfänglich wird immer wieder über den Sicherungsposten diskutiert. Eindeutig wird bei der Begehung von Schächten auf die Notwendigkeit von mindestens 2 befähigten Personen hingewiesen. Weitere Punkte in der Praxis sind die Probleme bei Entleerungsprozessen an verschiedenen Leitungssystemen. Dies betrifft besonders flexible und flach verlegte Leitungen.

 

Diskussion zum Einsatz elektrischer Betriebsmittel

Aktuell steht die Diskussion zur Erstprüfung von elektrischen Betriebsmitteln im Vordergrund. In Anlehnung an die §§ 2 und 3 der Betriebssicherheitsverordnung erscheint eine Erstprüfung unausweichlich. In § 5 Prüfungen der BGV A3 Elektrische Anlagen und Betriebsmittel wird die Forderung der Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme ebenfalls erhoben. In § 5 (4) wird diese Forderung jedoch relativiert.

§ 5 Prüfung

(4) Die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme nach Abs. 1 ist nicht erforderlich, wenn dem Unternehmer vom Hersteller oder Errichter bestätigt wird, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den Bestimmungen dieser Unfallverhütungsvorschrift entsprechend beschaffen sind.

Weitere Hinweise sind im Arbeitsschutzgesetz als Grundlage enthalten.

Als Fazit bleibt: Eine Erstprüfung ortsveränderlicher Arbeitsmittel muss man als Sorgfaltspflicht an sich selber sehen, um sich und die Kollegen vor rechtlichen Problemen zu schützen (Prinzip der Gefährdungsbeurteilung gem. § 3 Betriebssicherheitsverordnung).

Autor: Wolfgang Fellmann von der Vattenfall Europe Wärme AG, Berlin

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