Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)

  • §§ 94, 95 BGB - Sonderrechtsfähigkeit von Versorgungsleitungen
    BGH, Urteil vom 2.12.2005, V ZR 35/05
    (RdE 2006, 350 ff.)

  • § 95 BGB
    BGH, Urteil vom 7.4.2017, VZR 52-16 - Scheinbestandteilseigenschaft von Windrädern
    Der BGH hat mit Urteil vom 7. April 2017 entschieden, dass Windkraftanlagen Scheinbestandteile im Sinne des § 95 Abs. 1 S. 1 BGB sind, wenn sie auf Grundlage eines Pachtvertrags auf fremdem Gund und Boden errichtet werden.
    Der Grundstückseigentümer hatte vorgebracht, er sei nach § 946 BGB Eigentümer der Windkraftanlage geworden. Er meinte unter Bezug auf eine verbreitete Auffassung, das Windrad sei nicht nur vorübergehend eingebracht worden, weil es für die gesamte wirtschftliche Lebensdauer von 20 Jahren dort verbleiben sollte. Dem ist er BGH zu Recht mit dem Argument entgegen getreten, dass der vorübergehende Zweck nicht von der Nutzungsdauer der eingebrachten Sache abhängt (Rn. 13 ff). Im Gegenteil: "Verbindet ein Mieter, Pächter oder sonst schuldrechtlich Berechtigter eine Sache, insbesondere ein Gebäude, mit dem ihm nicht gehörenden Grundstück, spricht eine tatsächliche Vermutung dafür, dass er ... in seinem eigenen Interesse hanelt und nicht zugleich in der Absicht, die Sache, ... dem Grundstückseigentümer zufallen zu lassen." (Rn. 8)
    Das Urteil hat vielfältige Auswirkungen auf die Energiewirtschaft. In Bezug auf Anlagen-Contracting erübrigt sich damit die Frage, ob langjährige Vertragslaufzeiten, die die Lebensdauer des Heizkessels erreichen, der Scheinbestandsteilseigenschaft entgegenstehen. Die einschlägige Fachliteratur nimmt hierbei bislang das Gegenteil an (Hack, Energie-Contrcting, 3. Aufl. 2015, Rn. 223).
    Was das Eigentum von in fremdem Grund und Boden verlegten Versorgungsleitungen anbelangt, kann nicht mehr ernsthaft vorgetragen werden, sie werden deshalb Eigentum des Grundstückseigentümers, weil sie so lange im Boden verbleiben, bis sie erneuerungsbedürftig sind.

    OLG Rostock, Urteil vom 15.1.2004, 7 U 91/02
    (CuR 2004, 145 ff.)

  • § 95 Abs. 2 BGB - Wohnungseigentümergemeinschaft, Wärmeversorgung durch Contracting, Eigentum am Wärmeversorger
    OLG Düsseldorf, Urteil vom 23.4.2007, 1-U 73/06
    (mehr)
  • § 259 BGB
    Der Wärmelieferant ist nicht verpflichtet, dem Mieter über die Gestehungskosten der Wärmeherstellung und -lieferung Rechnung zu legen.
    BGH, Urteil vom 06.12.1978, VIII ZR 273/77;
    NJW 1979, Heft 25, S. 1304 ff.
  • §§ 273, 320 BGB
    OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 18.01.2006, 20 W 56/06
    Die Entscheidung behandelt ausführlich die Befugnis der Wohnungseigentümergemeinschaft zur Einstellung der Versorgung, falls eines ihrer Mitglieder kein Wohngeld zahlt.

    AG Halle (Westfalen), Urteil vom 26. Juni 2007, 2 C 512/07
    Das Gericht betont, dass die Wasserversrogung eingestellt werden darf, wenn der Verwalter seine Rechnungen nicht bezahlt. Die Entscheidung ist auf Fernwärme anwendbar.
  • § 307 BGB - Kontrolle von Preisänderungsklauseln

    Weitere Informationen siehe "Preisprotest II"

    BGH, Urteil vom 24. März 2010, VIII ZR 304/08

    BGH, Urteil vom 28. Oktober 2009, VIII ZR 320/07
    ZNER Heft 1, 2010, S. 61 ff.

    BGH, Beschluss vom 27. Oktober 2009, VIII ZR 204/08
    ZNER, Heft 1, 2010, S. 65 ff.

    BGH, Urteil vom 15. Juli 2009, VIII ZR 225/07

    BGH, Urteil vom 17. Dezember 2008, VIII ZR 274/06
    RdE Heft 3 2009, S. 95 ff. mit Anm. Schulz-Gardyan; CuR Heft 1, 2009, S. 13 ff.; ZNER, Heft 1, 2009, S. 34 ff.; WuM Heft 2 2009, S. 131 ff.
    (I. Instanz: AG Euskirchen, Urteil vom 5.8.2005, 17 C 260/05; II. Instanz LG Bonn, Urteil vom7.9.2006, 8 S 146/05)

    BGH, Urteil vom 29. April 2008, KZR 2/07
    WuM 2008, Heft 6, S. 348 ff.; RdE 2008, Heft 7, S. 204 ff.; NJW 2008, Heft 30, S. 2172 ff.; RdE 2008, Heft 8, S. 225 Rosin/Mätzig: "Inhalte und Auswirkungen des Urteils des BGH-Kartellsenats vom 29. April 2008 auf die Inhaltskontrolle von Preisanpassungsklauseln in Gasversorgungsverträgen mit Endkunden"; IR 2008, Heft 7, 158 f. mit Anmerkung Hoch; WuM Heft 10, 2008, S. 606 ff.; Reimann/Garbotz: "Preisanpassungsklauseln in Sonderkundenverträgen mit Haushaltskunden - Mehr als eine Urteilsanmerkung zur Entscheidung des BGH KZR 2/07 vom 24. April 2008", Versorgungswirtschaft, 2008, Heft 9, S. 201 ff.; Börner: "Über die Preisanpassung von Erdgaslieferungen an Endverbraucher", Versorgungswirtschaft 2008, Heft 9, S. 207 ff.

    Die Entscheidung ist auch aus Sicht der Fernwärme interessant, weil der Kartellsenat des Bundesgerichtshofs mit einer nur sehr oberflächlichen Begründung einen allgemeinen, auch Fernwärme, Ölheizungen und Contracting-Maßnahmen umfassenden Wärmemarkt ablehnt und deshalb ohne weiteres zur Anwendbarkeit des § 19 GWB kommt.

    Auf der anderen Seite räumt der BGH ein, dass mit dem Preiserhöhungsanspruch ein vertragliches Erhöhungsrecht gemäß § 315 BGB vereinbart worden ist, will dieses Recht aber an § 307 Abs. 1 BGB messen. Damit verkennt der Bundesgerichtshof den Unterschied zwischen der Vereinbarung einer Preisänderungsklausel und der Vereinbarung eines Preisänderungsrechts gemäß § 315 BGB. Die Vereinbarung eines Preisänderungsrechts gemäß § 315 BGB ist aber nur an § 315 BGB selbst zu messen. Der Bundesgerichtshof hätte darlegen müssen, inwiefern eine unangemessene Benachteiligung anzunehmen ist, weil gemäß § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB von dem wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung abgewichen worden ist, die hier vereinbart wurde. Der Grundgedanke der gesetzlichen Regelung, auf die es hier ankommt, ist § 315 BGB.

BGH, Urteil vom 21. September 2005,VIII ZR 38/05
RdE 2006, 52

BGH, Urteil vom 13. Dezember 2006, VIII ZR 25/06
ZNER 2007, 56 ff.; RdE 4-5/2007, S. 119 ff.
OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 4.11.2008, 11 U 60/07 (Kart)
- auf Fernwärme nicht anwendbar -
IR Heft 1, 2009, S. 14

BGH, Urteil vom 6. Dezember 1978, VIII ZR 273/77
NJW 1979, S. 1304 ff.

OLG Dresden, Urteil vom 11. Dezember 2006, U 1426/06Kart
RdE 2007, 58 ff.

OLG Brandenburg, Urteil vom 10.10.2007, 3 U 50/07
CuR 2007, 151 ff; Grundeigentum 2008, 407 ff; IR 2008, 66 f.

OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 13. Dezember 2007, 1 U 41/07
RdE, 2008, Heft 4-5, 143 ff.; ZNER 2008, Heft 1, 61 ff.

OLG Celle, Urteil vom 17. Januar 2008, 13 U 152/07
RdE 2008, Heft 4-5, 141 ff.; ZNER 2008, Heft 1, 63 ff.

OLG Hamm, Urteil vom 06. März2008, 2 U 114/07
ZNER 2008, Heft 1, 68 ff.; RdE 2008, Heft 6, 183 ff.

OLG Köln, Urteil vom 06. Juni2008, 6 U 203/07
RdE Heft 1, 2009, S. 22 ff.; ZNER Heft 4, 2008, S. 391 ff.

OLG Oldenburg, Urteil vom 05. September 2008, 12 U 49/07
RdE Heft 1, 2009, S. 25 ff.

LG Mainz, Urteil vom 7. Juli 2010, 4 O 438/09 (rechtskräftig):
Das Urteil des Landgerichts Mainz kommt zu dem ganz richtigen Ergebnis, dass Preisänderungsklauseln für Fernwärme nicht nach § 307 BGB, sondern nach § 24 Abs. 3 (jetzt: Abs. 4) AVBFernwärmeV zu beruteilen sind. Es führt überzeugend aus, dass die völlig übliche Preisänderungsklausel transparent ist und gut erläutert wurde; außerdem wurden die Anforderungen des § 24 Abs. 3 S. 3 eingehalten. Da die Rechnung des FVU nicht offensichtlich fehlerhaft war, musste die beklagte Wohnungseigentümergemeinschaft gemäß § 30 AVBFernäwrmeV sofort zahlen und wurde für die Klärung weiterer Fragen auf den Rückforderungsprozess verwiesen.

LG Verden, Urteil vom 05. Juli 2007, 5 O 419/06

LG Chemnitz, Urteil vom 06. Mai 2008, 1 O 2620/05

Das Landgericht Itzehoe hat mit Urteil vom 18. November 2008 nochmals ausdrücklich hervorgehoben, dass Fernwärmepreise keiner Kontrolle nach § 315 BGB oder § 307 BGB unterliegen, sondern sich eine Kontrolle nur an § 24 Abs. 3 AVBFernwärmeV auszurichten hat.
IR Heft 2, 2009, S. 39 ff.; CuR Heft 1, 2009, S. 27 ff. mit Anm. Fricke

AG Winsen (Luhe), Urteil vom 12. Januar 2010, 18 C 861/09
ZNER Heft 1, 2010, S. 89 ff.

  • § 535 BGB - Heizkostenabrechnung

LG Gera, Urteil vom 04.04.2007, 1 S 332/06
WuM Heft 9, 2007, S. 511 ff.

  • § 556 BGB - Vereinbarung über die Betriebskosten
    Betriebskosten dürfen von dem Vermieter kraft Vereinbarung im Mietvertrag auf den Mieter umgelegt werden. Dies ist nur zulässig, wenn es sich um Betriebskosten nach Anlage 3 zu § 27 Abs. 1 der II. Berechnungsverordnung bzw. seit dem 1. Januar 2004 der Betriebskostenverordnung (BetrKV) handelt. Betriebskosten sind diejenigen Kosten, die dem Eigentümer oder Erbbauberechtigten durch das Eigentum oder das Erbbaurecht am Grundstück oder durch den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Gebäudes, der Nebengebäude, Anlagen, Einrichtungen und des Grundstücks laufend entstehen. Entscheidend ist, dass die Kosten "laufend" entstehen. Es muss sich also um stetig wiederkehrende Belastungen handeln. Nach der Entscheidung des BGH vom 14. November 2007 (NJW 2008, 575 f.) fallen Kosten einer Zwischenablesung oder Nutzerwechselgebühren nicht unter die Betriebskosten. Sie sind deshalb vom Vermieter selbst zu tragen. 

    BGH, Urteil vom 28. November 2007, VIII ZR 243/06
    Zum Grundsatz der Wirtschaftlichkeit

    BGH, Urteil vom 16. April 2008, VIII ZR 75/07
    Zur Abrechnung von Wasserkosten gegenüber einem einzelnen Mieter, der nach erfolgtem Einbau von Einzelwasserzählern keinen direkten Vertrag mit dem Versorger abgeschlossen hat
    WuM 2008, Heft 6, S. 350 f.
    (I. Instanz AG Pinneberg, Urteil vom 07. Juli 2006, 73 C 62/06; II. Instanz LG Itzehoe, Urteil vom 28.  Februar 2007, 9 S 68/06)

    BGH, Urteil vom 14. Juli 2010, VIII ZR 290/09
    Zusammenfassung mehrerer Gebäude zu einer Abrechnungseinheit

    LG Gera, Urteil vom 04.04.2007, 1 S 332/06
    in: WuM 2007, Heft 9, S. 511 ff.
  • § 556a BGB
  • BGH Urteil vom 6. Oktober 2010, VIII ZR 183/09
    NJW 50/2010, S. 3645 f.
    Die Entscheidung des BGH zur Umlage von Wasserkosten durch den Vermieter ist entsprechend auch auf die Fernwärme anzuwenden.

  • §§ 862, 858 BGB - Verbotene Eigenmacht
    AG Halle (Westfalen), Urteil vom 26. Juni 2007, 2 C 512/07
    Das Gericht betont, dass die Wasserversrogung eingestellt werden darf, wenn der Verwalter seine Rechnungen nicht bezahlt. Die Entscheidung ist auf Fernwärme anwendbar.

  • § 1018 BGB - beschränkte persönliche Dienstbarkeit
    BGH, Urteil vom 02.03.1984, V ZR 155/83
    in: WM 1984, 820 ff.
    Urteil des OLG Koblenz vom 13.03.2006
    RdE 2006, Heft 8, S. 248 ff.; ; CuR 2006, Heft 4, 152 ff. mit Anm. Klemm; ZNER 2006, Heft 4, 354 ff.
    Trotz eines weit verbreiteten Missverständnisses muss hervorgehoben werden, dass keine generelle Pflicht besteht, Grunddienstbarkeiten nach 30 Jahren zu löschen
    (BGH, Urteil vom 20.9.1974, V ZR 44/73)

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20.03.2018
Darlegung der Wirtschaftlichkeitslücke nach §§ 20 und 24 KWKG in Frankfurt am Main

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