Aktuelles

2016

 

 

Hochkarätiger internationaler AGFW-EHP-Kongress 2016 in Frankfurt am Main Prof. Dr. Töpfer erhält den AGFW-Ehrenpreis

Rund 400 Kongressteilnehmer, 130 Aussteller und 2.400 Fachbesucher aus über 20 Ländern bildeten vom 19. bis 21. April 2016 in Frankfurt am Main die Plattform zur Energieeffizienz mit Fernwärme und KWK.

Zentrales Element neben der Fachmesse (siehe letztes AGFW aktuell 12/16) bildete dabei der zweitägige Kongress mit einer Vielzahl hochkarätiger Vortragender und Teilnehmer. Besonders ist diesmal der internationale Charakter der Veranstaltung durch die Zusammenarbeit mit dem europäischen Verband Euroheat& Power (EHP) als Mitveranstalter und den vielen internationalen Gästen aus 4 Kontinenten hervorzuheben. Die Veranstaltung ist
seit nunmehr über 40 Jahren in gelungener Weise die größte Veranstaltung der Fernwärme- und KWK-Branche in Europa.


In der Eröffnungsveranstaltung begrüßten die beiden Präsidenten der Veranstalter, Udo Wichert, Präsident des AGFW e. V., und Werner Lutsch, EHP-Präsident und AGFWGeschäftsführer, die anwesenden Gäste.


Willkommensgrüße überbrachten namens der Stadt Frankfurt am Main der Hausherr, Stadtrat Stefan Majer und als Schirmherr der Gesamt-Veranstaltung Norbert Breidenbach, Mitglied des Vorstands der Mainova AG.

Die politischen Grundsatzreden wurden unter dem Motto „Die Energiewende – nicht allein als Stromwende zu verstehen“ von Bernd Westphal, MdB, wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion sowie aus Brüssel „Eine europäische Perspektive: die EU Vision für nachhaltige Wärme und Kälte“ von Morten Helveg Petersen, MdEP gehalten.


Ein besonderes Highlight war die Verleihung des 5. AGFW-Ehrenpreises. Der Vorstand hat diesmal den Preis verbunden mit der Ehrenmitgliedschaft im AGFW an Prof. Dr. Dr. mult. Klaus Töpfer vergeben, den dieser sehr gerne annahm.


Als Bundesumweltminister war Prof. Töpfer bereits 1994 einer der Hauptredner bei der großen AGFW-Tagung in Hannover. Für ihn haben, wie in der Rede von damals nachzulesen ist, die Fernwärme und KWK eine hohe Bedeutung als Instrumente des Klimaschutzes. Er wies bereits sehr früh in den CO2-Diskussionen darauf hin, welche Minderungspotenziale die KWK in breiter Anwendung diesbezüglich haben könnte. Prof. Töpfer sprach sich für den weiteren Ausbau aus und appellierte damals an die Anwesenden, dies auch konsequent umzusetzen. So wie heute, 22 Jahre später, wieder.


Dass den politischen Worten damals auch Taten folgten, zeigte sich unter seiner Führung mit dem Fernwärmesanierungsprogramm für Ostdeutschland von 1992 bis 1994, wo es gelang, nachhaltig den Erhalt und den Ausbau der KWK und der Fernwärmenetze auf hohem Niveau zu sichern. Die Branche profitiert heute noch davon. Denn das Programm trug wesentlich zum Fortbestand der KWK und der Fernwärme in den dort neu gegründeten Stadtwerken bei. Er mahnte den fairen Wettbewerb in einer deregulierten europäischen Energiewelt an und als Bundesminister für Städtebau und nachfolgend Exekutivdirektor der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung
– UNEP – blieb er unserem Thema Energieeffizienz und der Branche weiterhin eng verbunden. Ihm kam eine Schlüsselrolle in der Energiewende in der Ethikkommission zur sicheren Energieversorgung der Bundesregierung zu. In der AGORA Energiewende widmet sich Prof. Töpfer auch weiterhin aktiv den aktuellen Fragen der Energiewende, immer im engen Kontakt zu unserer Branche. In seinen Ausführungen vor den Teilnehmern ist deutlich zu erkennen,
dass Ihm die globale Sicht, die Rolle der Erneuerbaren ebenso wie die Versorgungssicherheit am Herzen liegen. Aber immer im Kontext zum wirtschaftlich Machbaren und Sinnvollem. Den Blick nach vorne gerichtet.


Die Laudatio hielt die vorherige Preisträgerin Frau Dr. h.c. Petra Roth.

Für den emotionalen Moment sorgte E. Gienger, der mit dem Preis quasi vom „Himmel“ einschwebte. Der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Spitzensportler kam als „Fernwärmebotschafter“ mit einem „Fernwärme, rein ins Haus“-Fallschirm eingeflogen und überreichte den Preis seinem langjährigem Freund Prof. Töpfer.

Die Eröffnung zu einer internationalen Podiumsdiskussion unter dem Titel „Zukünftige Städte - nachhaltig, stabil, attraktiv - Fernwärme in Metropol-Regionen“ gestaltete Thomas Gebhart, Stabsstellenleiter Fernwärme der Mainova AG.

Der ETA – Energieeffizienzpreis des AGFW
Der Preis verliehen vom AGFW ehrt die Preisträger für die besonderen Verdienste in der Tätigkeit zur Förderung der Energieeffizienz durch Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung. Der Preis ist verbunden mit der Ehrenmitgliedschaft
im AGFW.

Unter der Fach-Moderation von Frédéric Hug, Direktor von Environment & Innovation, GDF Suez Energie Services diskutierten Djaheezah Subratty, United Nations Environment Programme (UNEP), Paul Voss Geschäftsführer von EHP,
Preisträger Prof. Dr. Dr. mult. Klaus Töpfer, Rob Thornton, Präsident & CEO von International District Energy Association (IDEA), Boston und Bruce Ander, Präsident & CEO von Markham District Energy Inc., Toronto über Zukünftige Städte - nachhaltig, stabil, attraktiv.


Moderator Andreas Graf, Chef vom Dienst des Hessischen Rundfunks beschloß den ersten Veranstaltungstag mit der Übergabe der TSM-Zertifikate (siehe Kasten) durch den AGFW-Präsidenten und AGFW-Geschäftsführer.

Am zweiten Veranstaltungstag wurden in den Sektionen „Technische Fragestellungen der Fernwärme und KWK“ und „Die europäische Strategie – Effiziente Gebäude mit Fernwärme und KWK“ 30 wertvolle Fachbeiträge zu den aktuellen nationalen und europäischen Branchenthemen zur gesamten Prozesskette gehalten. Nähere Informationen erhalten Sie gerne von der AGFW-Geschäftsstelle.

TSM - Rechtssichere Unternehmensorganisation und Arbeitssicherheit
Durch die TSM-Zertifikatsübergabe wurde den Unternehmen für ihre Wärmeversorgung ein hohes Maß an Organisations- und Arbeitssicherheit sowie technischer Zuverlässigkeit bestätigt. Personelle, wirtschaftliche und technische Herausforderungen werden erfüllt, um eine möglichst sichere und effizient organisierte Energieversorgung zu gewährleisten.

Zertifikatsübergabe auf der Messe 2016 für:
• Elektroenergieversorgung Cottbus GmbH
• Vattenfall Europe Wärme AG, Berlin
• RheinEnergie AG, Köln
• Stadtwerke Sindelfingen GmbH

 

 

 

46. ordentliche Mitgliederversammlung in Frankfurt

46. ordentliche Mitgliederversammlung in Frankfurt

Parallel zur 22. internationalen Fachmesse und Kongress für Wärme, Kälte und KWK fand in Frankfurt am Main die diesjährige AGFW-Mitgliederversammlung statt.

Schwerpunkte der Mitgliederversammlung waren der Rückblick auf das Jahr 2015, die Fachthemen der Lenkungs- und Expertenkreise, die aktuellen politischen Entwicklungen insbesondere zum KWKG und zur Überarbeitung der EnEV/EEWärmeG, die Nachwahlen zum AGFW-Vorstand, die Fortführung der Gemeinschaftsprojekte und die Ehrungen für 25 Jahre Mitgliedschaft.

Gastredner war in diesem Jahr der SPD- Fraktionsvorsitzende und Landesvorsitzende der hessischen SPD und seit 2013 stellvertretender
Bundesvorsitzender der SPD, Herr Thorsten Schäfer-Gümbel. Er verwies in seiner Rede das Fernwärme und KWK eine Schlüsseltechnologie der Energiewende insbesondere in den Städten sei. Unserer Branche käme eine zentrale Rolle in der Umsetzung der Energiewende zu. Die SPD auf Länder wie auf Bundesebene würden dies unterstützen.

Der AGFW hatte im Geschäftsjahr 2015 erneut seine Leistungsstärke als verlässlicher Partner und Spitzenverband der Energieeffizienz und Fernwärme klar unter Beweis gestellt. 2015 war ein zu Teilen turbulentes aber auch wieder stabiles Jahr der Branche und für den Verband.

Dies wurde in ihren Beiträgen vom Präsidenten Udo Wichert und dem Geschäftsführer Werner Lutsch in ihren Berichten skizziert.

Udo Wichert betonte dabei, dass der AGFW Einiges erreicht und gleichzeitig die Position unserer Effizienztechnologie KWK und Fernwärme gefestigt hat.

Der AGFW Präsident sagte dazu „Das KWKG weist mit seiner überarbeiteten Förderung für neue Anlagen, Anlagenmodernisierung, Anlagenumstellung,
der Förderung von Wärmenetzen und Wärmespeichern den Weg in die richtige
Richtung – sobald das OK von Brüsseler Seite käme. Die im Rahmen der Energiewende heute erforderlichen Investitionen müssen auch über Erlöse in
der Zukunft finanziert werden können.“ Dazu hat sich der AGFW im vergangenen Jahr 2015 ganz klar positioniert.

„Es ist gut feststellen zu können“, so Udo Wichert weiter „dass wir, dass unser Verband, seiner technischen, juristischen und politischen Linie national wie international treu bleiben kann, nicht korrigieren muss, sondern vielmehr seine Zielsetzung des rationellen Umgangs mit den Ressourcen bei der Energiebereitstellung bekräftigt und von der nationalen wie auch der Europäischen Politik bestätigt bekommt. Dieser Zeitgeist stärkt und hilft uns!“

Die Planungen für 2016 lassen einen weiteren stabilen Trend für den AGFW erkennen. Dies wurde von den Mitgliedern positiv zur Kenntnis genommen und der Haushalt 2016 bestätigt.

Nahezu einstimmig wurden aufgrund ihrer Bedeutung für die Branche die Fortführung des Gemeinschaftsforschungsprojektes „Energie- und kosteneffiziente Wärmeversorgung“ und des Wärmezählerprüfprogramms
„AGFW-WZP“ beschlossen.

Weiterhin mussten satzungsgemäß Nachfolger für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder gewählt werden. Eine Einzelübersicht finden sie nachfolgend die einstimmig neu gewählten Vorstandsmitglieder.

Eine Ehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft im AGFW beschloss die Versammlung.

 

 

 

Internationaler Städtekongress zur Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit hochkarätiger internationaler Besetzung

Internationaler Städtekongress zur Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit hochkarätiger internationaler Besetzung

Im Rahmen der 22. Internationalen Fachmesse für Wärme, Kälte und Kraft-Wärme-Kopplung (EnEff) fand in Frankfurt am Main vom 20. – 21. April 2016 ein vielbeachteter Städtekongress statt. An den zwei Kongresstagen erhielten rund 200 Teilnehmer aus über 12 Ländern einen Einblick zum Thema „District Energy in Cities – Fernwärme als tragende Säule für die Umsetzung der Energiewende in den Städten Europas“. Veranstalter waren der AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. und das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main.

In seinem Eröffnungsstatement unterstrich Udo Wichert, Sprecher der Geschäftsführung der STEAG Fernwärme GmbH, Essen, und Präsident des AGFW e.V., die zentrale Rolle die die Fernwärme und KWK zur Erreichung der Energie- und Klimaschutzziele in Deutschland und Europa einnimmt. Allerdings, hier mit Bezug auf die aktuelle deutsche Situation, „dürfen für eine zügige Umsetzung keine Steine von der Politik in den Weg gelegt werden“, forderte U. Wichert. Er bezog sich dabei auf die aktuelle Verzögerung der Notifizierung des neuen Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes bei der EU. „Ein toller Erfolg der Politik und der Branche zum Wohle der Städte wird dabei in Frage gestellt“, so der AGFW Präsident weiter.

Unterstützung in der aktuellen politischen Situation sagte in seinem Statement auch der wohnungs- und baupolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Groß, MdB, aus Herten zu. „Der Fernwärme und KWK kommt eine Schlüsselrolle in der integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik zu“ so der Bundestagsabgeordnete. Auch bei der aktuellen Diskussion zur Vereinfachung der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbaren Energien Wärmegesetzes (EEWärmeG) dürfen es keine unausgewogenen Lösungen geben. „Der Bundestag wird darauf achten“, so Michael Groß weiter. „Der Schlüssel für die Umsetzung liege in der Quartiersbetrachtung der Städte“.

Generell hat die Fernwärme, wie das Beispiel Frankfurt am Main zeigt, das höchste CO2-Einsparpotenzial. Wie es gehen kann, mit einem intelligenten Plan, politischem Mut, dem Willen zur Innovation und Standhaftigkeit, erläuterte in beeindruckender Weise Dr. h. c. Petra Roth, OBin a. D. aus Frankfurt/M., in ihrem Beitrag. Als Ehrenpräsidentin des Deutschen Städtetages und Ehrenmitglied des AGFW forderte Sie eine noch stärkere Zusammenarbeit aller Akteure. Die Fernwärme muss dabei „noch viel lauter werden“ so P. Roth und „ihre Vorteile noch intensiver in die Bevölkerung und Politik tragen“.

Dass dies auch weltweit gilt, erläuterte D. Subratty, von den Vereinten Nationen aus Paris. Sie präsentierte die aktuelle Studie des United Nations Environment Programme (UNEP) mit dem Titel „District Energy in Cities - Potenzial von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien“, welches die KWK und Fernwärmetechnologie als die modernste und effektivste Energietechnologie für Städte und Metropolregionen weltweit bezeichnet.

Die EU-weite Bedeutung des Themas insbesondere im Südosteuropäischen Raum stellte V. Kogalniceanu, von der Energy Community, Wien, dar. Ebenfalls EU-weit betrachtete J. Dulac von der Internationalen Energie Agentur (IEA), Paris, die Gebäudeseite und Dr. PD M. Blesl zeigte die Ergebnisse einer Erweiterung der AGFW 70/70 Studie mit den Auswirkungen für Europa auf.

Mitveranstalterin W. Fiebig, Leiterin des Energiereferates der Stadt Frankfurt am Main, zeigte die ambitionierten Ziele und den Stand der Umsetzung am Beispiel Frankfurt/Main auf. 50 % der benötigten Energie soll 2050 in Frankfurt selbst produziert werden, so der „Masterplan 100% Klimaschutz“, der als Leitkonzept zur Umsetzung dient. „Einer der zentralen Bausteine ist der Fernwärmeausbau.“, so Fiebig in ihrem Vortrag. „Die strategischen Ansätze des Energiereferates sind dabei das Umstellen auf erneuerbare Energien, die Kaskadierung und Niedrigtemperaturnetze, die Fernkälte und die vielfältigen Einspeisequellen (Solarthermie, Abwärme). Wichtigster Akteur ist hier die Mainova AG als städtisches Versorgungsunternehmen“ so die Referatsleiterin der Stadt Frankfurt am Main.

Weitere internationale Praxisbeispiele von K. Smith aus ST. Paul, USA, K. Zajaczkowski aus Malmö, S, Dr. S. Robbi aus Wien, A, und T. Gautschi aus Luzern, CH, komplettierten die kleine Weltreise, die von weiteren deutschen Fachbeiträge aus Erfurt (F. Springer) , Chemnitz (H. Frey), Heidelberg und Köln komplettiert wurde. Die Rahmenbedingungen wie Klimawandel, Demografie und Stadtprozesse sowie Fördermöglichkeiten einer nachhaltigen Quartierserschließung in den Städten und Metropolregionen zeigten M. Köppl vom Sächsischen Staatsministerium des Innern, Dr. Mager vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Dr. K. Pöhler von der KfW, Berlin, B. Tenberg von Jung Stadtkonzepte aus Köln, vom Deutschen Wetterdienst aus Offenbach M. Roos sowie Prof. Dr. M. Koziol von der Brandenburg Technischen Hochschule in Cottbus in einem CO-Referat mit H. Rapp, Bereichsleiter Stadtentwicklung beim AGFW, in ihren Vorträgen auf. Das internationale Projekt Celsius wurde von Partnern aus Göteburg und Köln (J. Cognell, G. Tillmann und Prof. Dr. Stadler) präsentiert.

Komplettiert wurde die Veranstaltung durch die Darstellung der Zusammenarbeit von Handwerk und Energieversorgung beim Kunden am Beispiel der EffizienzKlasse in Südhessen durch den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Rhein-Main Dr. Christoph Riess. Dass Kommunikation in der Energiewende gelingen kann, stellte Journalist Andreas Graf vom hr-Fernsehen, Chef vom Dienst der maintower Nachrichten dar.

Im Rahmen des internationalen Kongresses konnten Lösungen und Strategien aufgezeigt werden, wie internationale Städte ihre Klimaziele angehen. Erster Lösungsansatz ist dabei immer unser Produkt: Fernwärme mit KWK. Dies sollten wir als Branche angehen. Ein Tagungsband steht in Kürze zur Verfügung.

 

Arbeitsblatt AGFW FW 703

Arbeitsblatt AGFW FW 703

Berechnungsverfahren zum Nachweis der unrentierlichen Kosten Ausgabe 2015-08

Die Erreichung der Klimaschutzziele hat innerhalb der EU und insbesondere auch innerhalb der Bundesrepublik Deutschland hohe Priorität. Zur Umsetzung der ambitionierten Ziele sind besondere Anstrengungen im Bereich des Energiesektors mit Schwerpunkt Wärmeversorgung erforderlich.

Handlungsschwerpunkte sind neben der Senkung des Primärenergieverbrauchs der Einsatz von effizienten Fernwärmesystemen mit KWK-Erzeugeranlagen, die verstärkte Integration erneuerbarer Energien, die Erhöhung der Flexibilität der Systeme und die Senkung des Endenergieverbrauchs.

Die Umsetzung dieser Handlungsschwerpunkte erfolgt vor Ort in den Kommunen in Form konkreter Investitionen. Unter reinen marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten werden jedoch nur diejenigen Investitionen realisiert, die eine hinreichende Wirtschaftlichkeit aufweisen.

Mit Blick auf die Klimaschutzziele ist deshalb unter Beachtung bestimmter Randbedingungen eine Förderung klimaschutzrelevanter Projekte, die nicht von vornherein eine hinreichende Wirtschaftlichkeit aufweisen, sinnvoll und erforderlich. Dazu sind durch EU, Bund und Länder entsprechende Förderprogramme initiiert worden.

Die Ausreichung von Fördermitteln ist an verschiedene Kriterien und Nachweise gebunden. Wesentliche Punkte sind die städtebauliche und wirtschaftliche Nachhaltigkeit und Plausibilität der Projekte in Bezug auf die Zielgröße und bei nicht von vornherein gegebener Wirtschaftlichkeit ist der Nachweis der Wirtschaftlichkeitslücke bezüglich der Investitionen und die Höhe der unrentierlichen Kosten zu erbringen.

Dazu sollte ein objektiviertes, transparentes und praxistaugliches Verfahren angewendet werden, das sich sowohl für den Fördermittelgeber als auch den Fördermittelempfänger eignet.

Das Arbeitsblatt AGFW FW 703 beschreibt ein solches geeignetes Verfahren, das sich seit 2012 in der Anwendung bewährt hat [1;2].

Das Arbeitsblatt steht zum kostenlosen Download auf www.fw703.de zur Verfügung.

 

 

2015

120 Millionen Euro für Integrierte Stadtentwicklung in Sachsen

120 Millionen Euro für Integrierte Stadtentwicklung in Sachsen

Projekte mit Fernwärme und KWK auf Quartiersebene in der EFRE Förderung in Sachsen.

Am 14. Dezember hat der sächsische Innenminister Markus Ulbig insgesamt 22 Fördermittelbescheide über 120 Millionen Euro an 21 sächsische Kommunen übergeben. Das Geld stammt aus dem EFRE-Programm zur integrierten Stadtentwicklung (ISH) des Freistaates Sachsens. 

Ziel der Förderung ist es, die Wohn- und Lebensbedingungen in den ausgewählten benachteiligten Stadtquartieren zu verbessern. Städtebauliche, demografische, wirtschaftliche, ökologische, kulturelle und soziale Defizite sollen behoben werden.

 „In vielen Städten bzw. Stadtquartieren in Sachsen überlagern sich häufig städtebauliche, wirtschaftliche und soziale Probleme. Die mit dem EFRE geförderten Maßnahmenbündel tragen zum Abbau spezieller städtebaulicher Defizite bei. Dabei geht die Nachhaltige Stadtentwicklung über die städtebauliche Erneuerung hinaus.“, sagte Innenminister Markus Ulbig. „Um die Wohn- und Lebensqualität unserer Städte zu verbessern, müssen sie ausgebaut werden.“ 

Gegenstand der Förderung in diesem Programm ist es in den Städten und Stadtquartieren investive und nicht investive Maßnahmen zu förderern.

Für das Vorhaben wurden dem Sächsischen Ministerium des inneren (SMI) 120,0 Mio. € zur Verfügung gestellt, 105,6 Mio. € für die Regionen Chemnitz und Dresden sowie 14,4 Mio. € für die Region Leipzig. Mit den Finanzhilfen sollen u. a. der öffentliche Raum aufgewertet und die soziale Infrastruktur saniert werden.

Einen Schwerpunkt im Handlungsfeld Energieeffizienz bilden dabei Maßnahmen die zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beitragen. Kernpunkte sind darin:

- energieeffiziente Wärme- und Kälteversorgung (Aufbau von dezentralen, zukunftsfähigen Energieversorgungsstrukturen wie Nahwärmenetze auf Basis Kraft-Wärme-Kopplung);

- die Verbesserung der energetischen Bilanz der öffentlichen Gebäude sowie

- den Ausbau und die Nutzung regenerativer Energien im Wärmebereich wie die Errichtung von Anlagen, die die Verwendung und Speicherung erneuerbarer Energien für die Beheizung und Kühlung von Gebäuden ermöglichen. 

Im April dieses Jahres wurden die sächsischen Städte und Gemeinden mit über 5.000 Einwohnern aufgerufen, ein gebietsbezogenes integriertes Handlungskonzept einzureichen. Bis zum Ende der Antragsfrist am 31. August 2015 gingen insgesamt 26 Anträge aus 23 Städten ein.

Der AGFW begleitete dabei das Ministerium sowie eine Reihe von Städten und Versorgungsunternehmen bei der Antragsstellung und ist intensiv in die fachliche Arbeit eingebunden. Für das SMI und die sächsische Aufbaubank (SAB) ist der AGFW der zuständige Ansprechpartner für die fachlichen Voraussetzungen bei KWK-Erzeugeranlagen und Verteilnetzen im ISH Programm. Besondere Voraussetzungen für Maßnahmen der CO2-Einsparung bildet bei energieeffizienter Wärme- und Kälteversorgung in der Förderung ein den Regeln der Technik entsprechendes Berechnungsverfahren zur CO2-Einsparung und zur Ermittlung der nicht rentierlichen Kosten welches durchgeführt werden muss. Dies erfolgt durch das AGFW Arbeitsblatt FW703 (siehe auch AGFW aktuell). Die Einhaltung der Vorgaben der AGFW FW703 und ggf. weiterer Arbeitsblätter sind durch sachverständige Dritten zu bestätigen, weitere Vorgaben und diesbezügliche Informationen werden unter www.fw703.de zur Verfügung gestellt.(Quellen: SMI und ww.sab.sachsen.de

Folgende Projekte erhalten unter anderen eine Förderung:

- die Verbesserung der Fernwärmeversorgung durch Elbe-Dükerung und Errichtung einer Fernwärmeleitung im Stadtquartier „Nordwest“ der Stadt Dresden (7.650.000 €)

- Leipziger Westen (4.051.218 €)

- Chemnitz Innenstadt (11.269.486 €)

- Erschließungsgebiet Olbersdorf (3.943.744 €)

Der AGFW ist auch in weiteren Bundesländern wie z.B. in Thüringen intensiv und direkt in die Facharbeit eingebunden. Weitere Informationen folgen hierzu in den nächsten Ausgaben.)

 

 

 

„Hot Spot in Sachen Klimaschutz“

„Hot Spot in Sachen Klimaschutz“

Klimatage-Fachtagung der Stadt Herten stieß auf positives Feedback

Impulsvorträge aus der Politik, Fachreferate aus der Wirtschaft, Best Practice-Beispiele aus den Kommunen und ein eigenes Format zum Netzwerken: Die Fachtagung zur klimaschonenden Energieversorgung im Rahmen der „Hertener Klimatage 2015“, die die Stadt Herten und die Hertener Stadtwerke gemeinsam mit der Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH (AGR) und dem AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. (AGFW) Ende Oktober ausgerichtet hatten, war eine runde Sache.

Wesentlicher Schwerpunkt der Aussagen in den Reden von Johannes Remmel, NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, und Michael Groß, MdB und baupolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, war die Rolle der KWK und Fernwärme für die Energiewende und das Ruhrgebiet sowie die aktuelle Diskussion zum KWKG. „NRW steht hinter der KWK und Fernwärme. Sie ist der Schlüssel zur Energiewende“, betonte Johannes Remmel. Er führte aus, dass „die KWK und Fernwärme kein ad on zu den Erneuerbaren Energien, sondern gleichgestellter Bestandteil der Energiewende ist“. Michael Groß unterstütze diese Aussage und ließ erkennen, dass „nicht nur der Strommarkt sondern auch der Wärmemarkt in den Mittelpunkt der Betrachtung gehört“.

Udo Wichert, Sprecher der Geschäftsführung der STEAG Fernwärme GmbH und Präsident des AGFW, hob noch einmal die Bedeutung der Branche hervor und formulierte die bekannten Forderungen der Branche in der aktuellen Diskussion zur Novellierung des KWKGs. Werner R. Lutsch, Geschäftsführer des AGFW, zeigte mit der Präsentation zur 70/70-Studie des AGFW die Chancen der Politik auf, die gesteckten Ziele mit KWK und Fernwärme zu erreichen. Aktuelle Projekte aus den Arbeitsfeldern des AGFW rundeten die Präsentationen ab.

 

AGFW-Projekt „Wertschöpfung aus KWK und Fernwärme“

AGFW-Projekt „Wertschöpfung aus KWK und Fernwärme“

– Phase 2 startet!

 

Gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern hatte der AGFW im Dezember 2014 das Projekt „Wertschöpfung aus KWK und Fernwärme im Stadtentwicklungsprozess - Phase 1: Regionalstudie Dresden“ in Auftrag gegeben.

Am Beispiel der Landeshauptstadt Dresden wurde vom Planungsbüro Jung Stadtkonzepte aus Köln und der Universität Leipzig die Analyse der Wertschöpfungseffekte modellhaft durchgeführt (s. Blickpunkt 22/15). Ergebnisse dieser Regionalstudie sind u. a. ein für Dresden entwickeltes Wertschöpfungsmodell sowie ein Berechnungstool für Dresden.

Darauf aufbauend wird nun in Phase 2 die an Dresden erarbeitete Methodik in eine allgemeine Systematik überführt und das Wertschöpfungsmodell auf seine Übertragbarkeit überprüft. Außerdem wird aus Phase 1 ein allgemeingültiges, vereinfachtes Online-Tool als Entscheidungs- und Argumentationshilfe für Städte und Kommunen entwickelt.

Die zweite Projektphase wird in Form eines Gruppenprojekts durchgeführt, in welchem sich neben dem AGFW noch 5 - 10 Kommunen mit ihren Stadtwerken einbringen werden. Für diese Städte werden die Wertschöpfungseffekte mit Hilfe des Modells aus Phase 1 ermittelt und analysiert, um so die Übertragbarkeit des Wertschöpfungsmodells zu überprüfen. Der AGFW wird die Projektkoordination übernehmen und die Projektbearbeitung an einen externen Dienstleister vergeben.

Erwartete Ergebnisse in Phase 2 des Projekts sind: 

• die Überprüfung des Wertschöpfungsmodells an weiteren

Städten,

• die Entwicklung eines allgemeingültigen Modells,

• eine Hochrechnung zur Entscheidungsfindung auf Quartiersebene,

• die Entwicklung eines allgemeingültigen, vereinfachten Online-Berechnungstools (inkl. Schulungsmaßnahmen).

Bei Interesse an einer Projektbeteiligung (Stadtwerke und Städte) in Phase 2 des Projekts „Wertschöpfung aus KWK und Fernwärme im Stadtentwicklungsprozess“, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

 

 

 

Gründung PK Wertschöpfung im EK Stadtentwicklung

Gründung PK Wertschöpfung im EK Stadtentwicklung

Die regionale Wertschöpfung ist eine wichtige Argumentationshilfe und der Schlüssel für Akzeptanz bei Entscheidungen zu Infrastrukturmaßnahmen. Gerade Kommunen und Stadtwerke stehen häufig gemeinsam vor der Aufgabe, langfristig wirkende Entscheidungen über den Ausbau leitungsgebundener Infrastruktur zugunsten der Fernwärme oder dezentraler Insellösungen treffen und vermitteln zu müssen.

Auch die Entscheidung für die Ausschüttung von Fördermitteln ist häufig an die Analyse der Wertschöpfungseffekte für bestimmte Maßnahmen Gründung PK Wertschöpfung im EK Stadtentwicklung auf Quartiersebene geknüpft. Daher ist es von großer Bedeutung, die volkswirtschaftlichen Effekte wissenschaftlich zu analysieren, qualitativ zu erfassen und die quantitative lokale Bedeutung über alle Stufen darzustellen.

Erste Ergebnisse zu volkswirtschaftlichen Effekten von Fernwärme liefern bereits die 70/70-Studie des AGFW sowie die erste Phase des Projekts „Wertschöpfung aus KWK und Fernwärme im Stadtentwicklungsprozess“. Die Grundlagenarbeit für die Branche zum Themenfeld „Wertschöpfung“ wird in Zukunft der Projektkreis „Wertschöpfung aus Fernwärme und KWK“, der im Rahmen der letzten Sitzung des EK Stadtentwicklung gegründet wurde, übernehmen.

Ziele des neuen Projektkreises sind die fachliche Begleitung des Themenfeldes Wertschöpfung für die Branche, die Analyse unterschiedlicher bestehender Modelle, die Begleitung von Studien und weiteren Arbeiten zur Wertschöpfung sowie eine Standardisierung und Bewertung. Unterschiedliche Ansätze bestehender Modelle werden analysiert und bewertet, um daraus eine optimale Systematik zur Berechnung der Wertschöpfung abzuleiten. Auf dieser Grundlage wird für die Anwendungsebene ein Berechnungstool für die Branche entwickelt werden. Die Entwicklung des Tools begleitet der Projektkreis mit fachlichem Input und Vorgaben. Zusätzlich werden laufende Studien und Projekte begleitet und neue angestoßen.

Um eine optimale Bearbeitung der genannten Inhalte zu gewährleisten sind im Projektkreis Mitgliedsunternehmen (z.B. Iserlohn, Weimar), die Wissenschaft (z.B. IER Stuttgart, Universität Leipzig) sowie Beratungsunternehmen (z.B. Jung Stadtkonzepte, Pestel) vertreten. Den Vorsitz hat Herr Thomas Armoneit von den Stadtwerken Iserlohn GmbH.

Bei Interesse an einer Mitarbeit in diesem Projektkreis, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.

 

 

AGFW international BMWI überträgt die Leitung des Arbeitskreises Energieeffizienz im D-BUL Kooperationsrat an AGFW

AGFW international BMWI überträgt die Leitung des Arbeitskreises Energieeffizienz im D-BUL Kooperationsrat an AGFW

Am 12. Oktober tagte der Deutsch-Bulgarische Kooperationsrat in Berlin unter der Führung des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Uwe Beckmeyer, und des bulgarischen Wirtschaftsministers, Bozidar Lukarski, im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Berlin. 

Staatssekretär Beckmeyer erläuterte in einer Erklärung des Ministeriums: „Ich freue mich, dass wir gemeinsam auf zahlreichen Feldern der deutsch-bulgarischen Wirtschaftspartnerschaft zu neuen Ufern aufbrechen können. Gemeinsam wollen wir neue Schwerpunkte in den Bereichen Energie und Energieeffizienz setzen - also in Politikbereichen, die für Bulgarien, Deutschland und ganz Europa von großer Bedeutung sind. Ich begrüße daher sehr, dass die KfW beabsichtigt, mit 100 Mio. Euro zum bulgarischen Energieeffizienzprogramm beizutragen. Mit dem Programm werden insbesondere kleine und mittlere Unternehmen gestärkt, die das Rückgrat unserer Volkswirtschaften darstellen. Das alles zeigt deutlich: Bulgarien kann auch weiterhin auf Deutschland und die deutsche Wirtschaft zählen.“

Durch diese Finanzierungsbeteiligung könnten deutlich mehr Bulgaren in den Genuss einer Förderung kommen. Bulgarien gehört zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die ein großes Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz aufweisen. Im Rahmen der Tagung wurde zudem über Maßnahmen diskutiert, die den Mittelstand in Bulgarien weiter stärken, die Rahmenbedingungen für Investoren verbessern und die Exportkraft Bulgariens fördern sollen. Deutschland ist seit vielen Jahren der wichtigste Wirtschaftspartner Bulgariens. Der bilaterale Warenaustausch wird in diesem Jahr voraussichtlich mehr als 6,5 Mrd. Euro betragen. Dabei ist der Handel zwischen beiden Staaten fast ausgeglichen.

Die Leitung des neuen Arbeitskreises „Energieeffizienz“ wurde von Seiten des BMWi an den AGFW übertragen. Dipl.-Ing. Harald Rapp, Bereichsleiter Stadtentwicklung im AGFW, übernahm dabei den Vorsitz des aus deutschen und bulgarischen Vertretern bestehenden Arbeitskreises. Erste Arbeitsschwerpunkte sollen der Erfahrungsaustausch bei Sanierung auf Quartiersebene, insbesondere in der Schnittstelle Fernwärme und effizienter Wohnungsversorgung, die Bewertung der Kriterien in der EU-Infrastrukturförderung sowie der Bereich der technischen Mindeststandards bilden. Der AGFW bringt dabei aufgrund einer Vielzahl von internationalen Joint-Ventures eine konkrete und reichhaltige Erfahrung ein. So setzt der Estnische Fernwärmeverband seit Jahren das AGFW-Regelwerk erfolgreich um.

In Bulgarien hat die Fernwärme einen Marktanteil von 16% am Raumwärmemarkt. Einen nennenswerten Ausbau der Fernwärme auf Basis von KWK wird vor allem im Ersatz von Stromheizungen (37% Marktanteil) und Kohleeinzelöfen (9% Marktanteil) gesehen. 

Vor allem für die fördernden Mitglieder des AGFW können sich aus der Zusammenarbeit interessante Kontakte und Chancen ergeben.

 

 

20. Dresdner Fernwärme-Kolloquium– Ein voller Erfolg

20. Dresdner Fernwärme-Kolloquium– Ein voller Erfolg

Klare Worte zur Fernwärme und KWK-Politik

Die traditionelle Fachtagung, die in der letzten Septemberwoche zum nunmehr 20. Mal im World Trade Center in Dresden in Kooperation mit dem an die Technische Universität Dresden angeschlossenen Institut IWFT stattfand, war wieder ein voller Erfolg. Das Gelingen der Veranstaltung ist auch der Unterstützung der DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH, der DREWAG Netz GmbH, der Stadtwerke Leipzig GmbH, der Netz Leipzig GmbH, der eins energie in sachsen GmbH & Co. KG, Chemnitz, sowie der inetz GmbH, Chemnitz, zu verdanken.

Rund 300 Fachleute aus Versorgungsunternehmen und Wirtschaft sowie kommunale Vertreter nutzten das diesjährige Dresdner Fernwärme-Kolloquium als Informationsquelle und zum regen Austausch mit den Kollegen. Im Mittelpunkt standen die Novellierung des KWKG, die Möglichkeiten zur Förderung der Fernwärmesysteme auf der Quartiersebene durch EFREInfrastrukturmittel der Länder sowie Aktuelles aus Forschung und Technik über die gesamte Prozeßkette.

Mehr als 40 Aussteller aus der Industrie freuten sich über angeregte Gespräche und sehen das Dresdner Kolloquium als Chance, strategisch in die Zukunft zu blicken. 

Den Morgen des ersten Tages, moderiert von Werner Lutsch, Geschäftsführer des AGFW, eröffnete Roland Warner, Vorsitzender der Geschäftsführung der eins energie in sachsen GmbH, Chemnitz. Er verwies dabei auf die aktuellen Entwicklungen im Wärme- und Strommarkt.Den Auftakt der Referate machte MdB Micheal Groß,und wohnunspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion mit seinem Vortrag zum Thema „Die Ziele der Umwelt- und Stadtentwicklungspolitik“. Er ließ die Zuhörer teilhaben an den aktuellen Diskussionen zur Energiewende in der Politik. Er versprach weiterhin seine Unterstützung, denn nach seiner Meinung „passt die Ferwärme zur Energiewende, denn Fernwärme sorgt für eine Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in der Stromund Wärmeerzeugung“. Er verwies dabei auf die Debatte zum KWKG, die nun nach dem Regierungsentwurf in den Bundestag eingebracht werde. Auch aus Stadtentwicklungssicht spielt die KWK mit den Fernwärmesystemen eine entscheidende Rolle, die CO2-Ziele in den Quartieren zu erfüllen. Kritische Worte fand er zu den Diskusssionen zur weiteren Verschärfung der EnEV.

Weiterhin bezog Udo Wichert, Geschäftsführer der STEAG Fernwärme GmbH und Präsident des AGFW, Stellung zu den Forderungen der Branche und des Verbandes an die Politik. Dabei stand unter dem Motto „Gut Ding‘ braucht Weile …“ der Gesetzentwurf der KWKG-Novelle im Mittelpunkt. Eine ausführliche Darstellung der Inhalte finden Sie in den AGFW Blickpunkt aktuell-Ausgaben 29/15 vom 2. September 2015 und 31/15 vom 28. September 2015. Udo Wichert verwies auf das nun anstehende parlamentarische Verfahren mit seinen Chancen auf Nachbesserung. Die formulierten AGFW-Ziele zur Beibehaltung des KWK-Ausbauziels, der Laufzeit, der Anpassung der Zuschläge und der Brennstoffneutralität werden dabei sicherlich eine zentrale Rolle spielen.

Ebenfalls zur KWKG-Novelle 2015 referierte RegDir. Wolfgang Stopper, Leiter des Referats IIIB4 im BMWi. Er informierte die Branche über den aktuellen Sachstand des Gesetzentwurfes, insbesondere über die nun anstehenden Verfahren und den Zeitablauf.

Den Abschluss der Vormittagsrunde machte PD Dr.-Ing. Matthias Blesl mit seinem Beitrag zur AGFW-70/70-Strategie. Er stellte die Ergebnisse der Studie dem breitem Publikum vor und zeigte auf, welche strategischen Chancen im Ausbau der KWK und Fernwärme im Kontext mit Energiewende und Stadtentwicklung stecken.

Am Nachmittag stellte Dr. Matthias Sandrock in seinem Vortrag unter dem Titel „Fernwärme 3.0“ Strategien für eine zukunftsorientierte Fernwärmepolitik vor. Auf die Flexibilität für den Strommarkt durch Fernwärme und KWK ging im Anschluss Dr. Rutger Kretschmer, DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH, ein.

Im kurzweiligen Zwiegespräch „Branche-Aktuell: Die grüne Fernwärme – Anspruch, Wirklichkeit und Umsetzungschancen“ diskutierten die beiden vorgenannten Referenten und die beiden AGFW-Experten Adolf Topp, Bereichsleiter Recht & Europa und Harald Rapp Bereichsleiter Stadtentwicklung & Wissensmanagement kritisch mit dem Publikum zu den kommenden Herausforderungen und Veränderungen der Branche .

In der zweiten Hälfte des ersten Konferenztages, moderiert von Holger Frey, inetz GmbH, standen zunächst die aktuellen Entwicklungen zur EFRE-Förderung „Nachhaltige Stadtentwicklung“ im Fokus. Katrin Krügermeier und Thomas Pirrong, Sächsisches Staatsministerium des Innern (SMI), sowie Mario Lerch, Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, berichteten jeweils über den aktuellen Stand der EFRE-Förderperiode 2015-2020 in Sachsen und Thüringen. Prof. Dr.-Ing. Matthias Koziol und Harald Rapp stellten das Verfahren zur Berechnung der unrentierlichen Kosten nach dem Arbeitsblatt AGFW 703 vor, das als Fördervoraussetzung für Projekte zur energieeffizienten Wärmeversorgung im Programm „Nachhaltige Stadtentwicklung“ in der EFRE-Förderung in Sachsen und Thüringen gilt. Jan Schubert, Netz Leipzig GmbH, präsentierte innovative Wärmelösungen für nachhaltige Energieeffizienz am Beispiel des Quartierskonzeptes Leipzig West.

Prof. Dr. Thomas Bruckner, Universität Leipzig, und Bernd Tenberg, Jung Stadtkonzepte, Köln, präsentierten die Ergebnisse des von SMI und AGFW gemeinsam beauftragten und von der Stadt Dresden und der DREWAG unterstützten Projekts zur Wertschöpfung im Quartier. Am Beispiel Dresden zeigten sie die regionalen Wertschöpfungseffekte durch Fernwärme und KWK im Stadtentwicklungsprozess auf. Zum Abschluss des ersten Tages sprach Dr. Norbert Mager, Vorstand der Stiftung Schloss Ettersburg, über die Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume im Hinblick auf die Infrastrukturmaßnahmen.

Der von Dr. Thomas Sander, Institut für Energietechnik, TU Dresden, moderierte Teil des zweiten Tages behandelte aktuelle Forschungsprojekte und Innovationstechnologien. So präsentierte Felix Panitz, Institut für Energietechnik, TU Dresden, zeitvariable Bewertungsgrößen für Strom und Wärme. Marc Gebauer, W. Bälz & Sohn GmbH & Co., ging mit seinem Beitrag zu Kältekonzepten der Frage nach, wann sich der Einsatz moderner Absorptionsanlagen lohnt. Ole Eichhorst und Stefan Hay, AGFW, Bereich Forschung & Entwicklung, gaben einen Überblick über die aktuellen Forschungstätigkeiten des AGFW. Thorsten Lutsch, Institut für Energietechnik, TU Dresden, zeigte am Beispiel eines Industriestandortes die Optimierung der Fahrweise einer KWK-Anlage auf. Am Beispiel des HKW Jena präsentierten anschließend Mario Schroth und Michael Schmidt, TEAG Erfurt, die KWK-Optimierung für den Teillastbetrieb.

Der zweite Teil des letzten Tages wurde von Jan Schubert von der Netz Leipzig GmbH moderiert und galt weiteren wissenschaftlichen Arbeiten. So sprach unter anderem Dr. Rolf Meißner, Ritter Solar, über die technische, ökonomische und energiepolitische Sicht auf die Solarthermie für die Fernwärme. Alexander Jahn, Stadtwerke Leipzig GmbH, berichtete über die Erfahrungen der Stadtwerke bei Planung, Bau und Funktionsweise einer Wärmespeicheranlage. Prof. Dr. Clemens Felsmann, Martin Heymann und Stefan Gnüchtel, alle Institut für Energietechnik, TU Dresden, stellten Anlagen- und Netzsimulationen als wichtige Entscheidungshilfe bei der Planung und Betriebsführung von Wärmenetzen vor. Jörg Finnberg, IMA Materialforschung und Anwendungstechnik GmbH, und Andreas Leuteritz, Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V., referierten über die Qualitätssicherung von Mantelrohrverbindungen. Der zweite Tag wurde durch Gunter Baumgart, inetz GmbH, Chemnitz, abgerundet, der die hochwasserbedingte Erneuerung einer Fernwärmetrasse in Chemnitz vorstellte.

Die Tagung war wieder einmal einer der Branchen-Treffpunkte des Jahres.

 

 

 

» Arbeitsblatt AGFW FW 703 „Berechnungsverfahren zum Nachweis der unrentierlichen Kosten“

» Arbeitsblatt AGFW FW 703 „Berechnungsverfahren zum Nachweis der unrentierlichen Kosten“

Die Schlussfassung der FW 703 wird voraussichtlich im September 2015 als kostenloser Download auf www.fw703.de zur Verfügung gestellt.

Zur Erreichung der ambitionierten Klimaschutzziele sind besondere Anstrengungen im Bereich des Energiesektors mit Schwerpunkt Wärmeversorgung erforderlich, die vor allem vor Ort in den Kommunen in Form konkreter Investitionen umgesetzt werden. Unter rein marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten werden jedoch nur Investitionen realisiert, die eine hinreichende Wirtschaftlichkeit aufweisen. Mit Blick auf die Klimaschutzziele ist deshalb unter Beachtung bestimmter Randbedingungen eine Förderung klimaschutzrelevanter Projekte, die nicht von vornherein eine hinreichende Wirtschaftlichkeit aufweisen, sinnvoll und erforderlich. Dazu sind durch EU, Bund und Länder entsprechende Förderprogramme initiiert worden. Grundsätzlich ist die Ausreichung von Fördermitteln an verschiedene Kriterien und Nachweise gebunden. Wesentlicher Punkt ist u. a. der Nachweis der sogenannten „unrentierlichen Kosten“ (Wirtschaftlichkeitslücke) bei nicht von vornherein gegebener Wirtschaftlichkeit. Inhalt dieses Arbeitsblattes ist die Beschreibung eines objektivierten, transparenten und praxistauglichen Verfahrens zur Berechnung der unrentierlichen Kosten. Damit wurde eine Grundlage für die Entscheidung zur Bewilligung von Investitionsanreizen sowie ein transparentes und nachvollziehbares Verfahren zur Ermittlung des benötigten Förderumfangs geschaffen.

 

Kraft-Wärme-Kopplung als Motor für die regionale Wertschöpfung

Kraft-Wärme-Kopplung als Motor für die regionale Wertschöpfung

Teilziele der Energiewende sind die Reduzierung des Energiebedarfs, die Energieeffizienzsteigerung und der Einsatz regenerativer Energien. Allerdings müssen diese Ziele im Einklang mit den ökonomischen Effekten stehen, womit der lokalen Wertschöpfung eine große Bedeutung für die politische und gesellschaftliche Akzeptanz einzelner Maßnahmen zukommt. Dies gilt insbesondere für Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als wichtige Elemente der kommunalen Energiewende. In der Praxis der energetischen Stadtentwicklung sind sie durch ihre guten Primärenergiefaktoren ideale Ergänzungen in der Gebäudesanierung - insbesondere in baukulturell wertvollen Bestandsquartieren. Kommunen und Stadtwerke stehen dabei häufig vor der Aufgabe, langfristig wirkende Entscheidungen über den Aus- oder Rückbau leitungsgebundener Infrastruktur zugunsten der Fernwärme oder dezentraler Insellösungen treffen und vermitteln zu müssen. Eine wichtige Argumentationshilfe und Schlüssel für die Akzeptanz ist die regionale Wertschöpfung. Daher gilt es, die volkswirtschaftlichen Effekte wissenschaftlich zu analysieren, qualitativ zu erfassen und die quantitative lokale Bedeutung über alle Stufen darzustellen.

Gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern hat der AGFW daher im Dezember 2014 das Projekt „Wertschöpfung aus KWK und Fernwärme im Stadtentwicklungsprozess- Phase 1: Regionalstudie Dresden“ in Auftrag gegeben. Darin gehen sie am Beispiel der sächsischen Landeshauptstadt Dresden zusammen mit dem Umweltamt der Landeshauptstadt Dresden und der DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH der Frage nach, welche regionale Wertschöpfung mit Kraft-Wärme-Kopplung und Fernwärme verbunden ist. Mit der Durchführung des Projekts haben die Kooperationspartner das Stadtplanungs- und Ingenieurbüro Jung Stadtkonzepte aus Köln und die Forschungsstelle kommunale Energiewirtschaft der Universität Leipzig beauftragt. Regionale Wertschöpfung stellt nicht den Vorteil des Einzelnen in den Mittelpunkt, sondern betrachtet den wirtschaftlichen Nutzen für das Gemeinwesen einer Region, einer Stadt oder eines Quartiers. Die Macher der Studie entwickeln zu diesem Zweck ein Wertschöpfungsmodell, das für die Gesamtstadt Dresden und für die Quartiersebene Gültigkeit hat. Das Modell berücksichtigt die direkte Wertschöpfung durch die Installation und den Betrieb von KWK- und Fernwärmeanlagen sowie die indirekte Wertschöpfung durch die Wartung und Instandhaltung der Systeme.

Um möglichst realistische Berechnungsergebnisse zu erhalten, haben sich die Projektpartner dazu entschieden, das Modell mit realen und praxisnahen Daten abzugleichen. Als Laborraum für die Studie wurde der Stadtteil Pieschen ausgewählt. Im gewählten Untersuchungsraum liegen sowohl Fernwärme als auch eine Erdgasinfrastruktur. Die Studie konzentriert sich daherauf  die Wertschöpfungsketten Fernwärme und Objektversorgung mit Erdgasbrennwertkesseln. Teil der Untersuchung sind neben den direkten und indirekten Wertschöpfungseffekten auch Arbeitsplatzeffekte in den betroffenen Branchen, wie zum Beispiel der Energieversorgung, dem Tiefbau oder dem Heizungsgewerbe.

Die Wertschöpfung hängt von dynamischen Faktoren wie den Energieverbräuchen, der eingesetzten Technik oder sozio-demografischen Faktoren ab. Den Machern der Studie ist es wichtig, diese dynamischen Faktoren im Modell zu berücksichtigen. Jung Stadtkonzepte und die Universität Leipzig entwickeln daher auf Grundlage des Dresdner Modells ein Werkzeug zur Berechnung von Szenarien der Wertschöpfung. Das Werkzeug macht es möglich, die dynamischen Faktoren und Prozesse einfach zu erfassen und Wertschöpfungseffekte effektiv darstellen zu können. Das Ziel: Mit Hilfe des Berechnungswerkzeuges sollen einfache und übertragbare Kennwerte der regionalen Wertschöpfung berechnet und vermittelt werden können. Die Studie wird im Sommer 2015 vorliegen. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Rahmen des Fernwärmekolloquiums in Dresden am 29. und 30. September vorgestellt.

Aufbauend auf den Ergebnissen aus der „Regionalstudie Dresden“ ist in einem zweiten Schritt die Überprüfung der an Dresden erarbeiteten Methodik sowie des entwickelten Wertschöpfungsmodells an weiteren Städten auf seine Übertragbarkeit geplant. Die Methodik und das Modell sollen dann in eine allgemeine Systematik überführt und eine allgemeingültige Entscheidungs- und Argumentationshilfe für Städte und Kommunen für den konkreten Anwendungsfall vor Ort bereitgestellt werden.

Bei Interesse an einer Projektbeteiligung (Stadtwerke und Städte) in Phase 2 des Projekts „Wertschöpfung aus KWK und Fernwärme“, nehmen Sie bitte mit Frau Sarah Vautz Kontakt auf.

 

 

Fachtagung Demografische Entwicklung und Klimawandel

Fachtagung Demografische Entwicklung und Klimawandel

Der Demografische Wandel betrifft in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen und Intensitäten die Kommunen, Versorgungsunternehmen, die Bauwirtschaft sowie grundlegende Entwicklungen des Stadtentwicklungsprozesses gleichermaßen. Die Problemlagen werden dabei in den kommenden Dekaden zunehmen. Schwerpunktbereiche sind das Bauwesen und die technische Infrastruktur.

Der Klimawandel trägt mit weiteren Parametern zur Steigerung der Komplexität bei. Um die Klimaschutzziele zu erreichen und eine erfolgreiche Energiewende zu gewährleisten, müssen etliche Herausforderungen gemeistert werden. Dazu ist die Zusammenarbeit aller relevanten Akteure dringend notwendig.

An diesem Punkt setzte die Fachtagung „Demografische Entwicklung und Klimawandel“ an, zu der der AGFW, die Stiftung Schloss Ettersburg und der Bauindustrieverband Hessen-Thüringen e. V. gemeinsam am 16. April 2015 nach Frankfurt a. M. einluden. Rund 70 Teilnehmer verfolgten die Fachtagung mit großem Interesse.

Im Mittelpunkt der Tagung stand der Umgang mit den zukünftig zu ertwartenden demografischen und klimatischen Entwicklungen in der Stadtentwicklung, der Energieversorgung und der Bauindustrie. Dabei konnten die am Prozess beteiligten Akteure weiter sensibilisiert werden und ein Erfahrungsaustausch über die eigenen Branchenfelder hinaus fand statt.

RA Eckart Drosse, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schloss Ettersburg, und Dipl.-Ing. Werner R. Lutsch, Geschäftsführer des AGFW e. V., führten die Teilnehmer durch die Tagung. In ihren einführenden Worten machten sie deutlich, welche Bedeutung Demografie und Klima für die verschiedenen Branchen hat.

Dr. h.c. Petra Roth, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Schloss Ettersburg, führt in Ihrer Begrüßungsrede in die Thematik ein und betont, dass eine branchenübergreifende gemeinsame Bearbeitung der zukünftigen Herausforderungen durch Demografie und Klimaveränderungen der Schlüssel zum Erfolg ist. Sie rief dazu auf, sich den absehbaren frühzeitig zu stellen und mit Mut an diese Herausforderungen heranzugehen.

Prof. Dr.-Ing. Peter Birkner, Mitglied des Vorstands der Mainova AG, stellte die Planungen der Mainova AG zum geplanten Netzausbau der Fernwärme, einem Ringschluss der drei bisher existierenden Inselnetze, vor. Dabei hob er die Möglichkeit hervor, Fernwärmesysteme als Energiespeicher zu nutzen. Weiterhin rief er dazu auf, die Energiewende ganzheitlich als eine Wende der Industrie, der Technik, der Akzeptanz, der ordnungspolitischen Rahmenedingungen und des Kapitals zu sehen.

Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer, Exekutiv-Direktor des IASS Potsdam und Ehrenvorsitzender der Stiftung Schloss Ettersburg, betrachtete den Bevölkerungs- und Klimawandel im großen Zusammenhang der globalen Entwicklung. Dabei machte er vor allem darauf aufmerksam, dass sich der zu erwartende Anstieg der Weltbevölkerung auf ca. 9 Mrd. sehr ungleichmäßig verteilt. Dabei stiegen die Bevölkerungszahlen besonders in den Ländern, in denen die wirtschaftliche Entwicklung nicht sehr ausgeprägt ist, und korrelieren somit mit der Armut.

Auswirkungen demografischer Entwicklungen zeigte Dipl.-Ing. Marcus Becker, Vizepräsident Wirtschaft des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, aus Sicht der Bauindustrie auf. Dabei betonte er die große Bedeutung der gemeinsamen Handlungen von Stadtentwicklung, Bauindustrie und technischer Infrastruktur.

Dr. Norbert Mager, Vorstand der Stiftung Schloss Ettersburg, und Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing. Harald Rapp, Bereichsleiter Stadtentwicklung AGFW e.V., stellten im Zwiegespräch die unterschiedlichen Blickwinkel auf das komplexe Themengebiet dar. Beide betonten, dass vor allem die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Akteuren funktionieren muss, um die Herausforderungen,vor die uns die demografischen und klimatischen Entwicklungen künftig stellen werden, gemeinsam stämmen zu können.

Mit der energetischen Stadtsanierung des Brühls in Chemnitz, stellte Dipl.-Ing. Holger Frey, Geschäftsführer der inetz GmbH, ein Leuchtturmprojekt vor. Das energetische Quartierskonzept sieht ein innovatives Wärmekonzept mit der Kombination LowEx- Netzen und Solarthermie vor. Dieses Projekt kann als ein sehr hervorzuhebendes Beispiel für den Umgang und die lokale Umsetzung der Energiewende genannt werden.

Den wohnungswirtschaftlichen Blickwinkel auf den demografischen und klimatischen Wandel vertrat Dr. Ingrid Vogler, Referat Energie und Technik im Bundesverband deutscher Wohnungsund Immobilienunternehmen – GdW, in ihrem Vortrag. Dabei ging sie vor allem auf den Anpassungsbedarf in der Wohnungswirtschaft auf sinkende Energieverbräuche für Raumheizung, die weiterhin konstant bleibende Nachfrage nach Warmwasser sowie die künftig steigende Nachfrage nach Strom ein.

Dipl.-Ing. Wiebke Fiebig, Leiterin des Energiereferats der Stadt Frankfurt am Main, stellte die Herausforderungen und Chancen des kommunalen Klimaschutzes vor. Erfahrungen in Frankfurt zeigen, dass das größte Potenzial die Einsparung von Energie darstellt. Auch sie betonte, dass Klimaschutz nur gemeinsam mit den Bürgern und allen beteiligten Akteuren erfolgreich umgesetzt werden kann. 

Besonderen Blick auf den ländlichen Raum richtete Dipl.-Ing. Hartmut Reck, EnBW Energie Baden Württemberg AG, in seinem Beitrag. Dabei stand die energieeffiziente Erschließung am Beispiel der Stadt Leutkirch im Fokus.

Andreas Graf, Journalist beim hr - Fernsehen, stellte die Frage, wie dieser komplexe Sachverhalt so kommuniziert werden, dass auch die breite Bevölkerung erreicht wird. Dazu müssten vor allem die Emotionen der Zielgruppe mobilisiert werden, denn wenn Emotionen ausgelöst werden, kann jedes Thema vermittelt werden.

Um sich den Herausforderungen des klimatischen und demografischen Wandels stellen zu können, sind Partnerschaften notwendig. Doch wie können solche Partnerschaften aussehen? Dr. Steffen Frischat, Prokurist und Bereichsleiter Energieeffizienz, HEAG Südhessische Energie AG (HSE), stellte mit der Initiative Effizienz: Klasse einen Beispiel zur Gestaltung solcher Partnerschaften vor.

Udo Wichert, Sprecher der Geschäftsführung der STEAG Fernwärme GmbH und Präsident des AGFW e.V., zeigte Lösungsansätze für Politik und Unternehmen im Umgang mit der Energiewende aus. Dabei betonte er die Bedeutung der Fernwärme für die Umsetzung der Energiewende und stellte das Modellprojekt Energetische Quartierssanierung im Essener Nordviertel (mehr dazu im nächsten Blickpunkt aktuell 13/15) vor.

Die Fachtagung wurde abgerundet von einem anschließenden Get together und der Möglichkeit zum fachlichen Austausch zwischen Teilnehmern und Referenten. Alle Vorträge finden Sie in Kürze unter www.agfw.tv.

 

 

 

Neuer Bereich 7 "Stadtentwicklung" im AGFW-Regelwerk

Neuer Bereich 7 "Stadtentwicklung" im AGFW-Regelwerk

Durch Beschluss des AGFW-Expertenkreises Stadtentwicklung und des AGFW-Vorstandes wurde das AGFW-Regelwerk um den Bereich 7 „Stadtentwicklung“ erweitert und die Veröffentlichung der Entwurfsfassung des Arbeitsblattes AGFW FW 703 genehmigt.

Ziel des Bereichs 7 „Stadtentwicklung“ im AGFW-Regelwerk ist es, im Rahmen einer nachhaltigen und energieeffizeinten Stadtentwicklung die Prozesse aus kommunaler Verwaltung und Wärmeversorgungsunternehmen frühzeitig und optimal im Sinne eines technischen Regelwerks zusammen zu bringen.

Der Regelwerksbaustein FW 703 "Berechnungsverfahren zum Nachweis der unrentierlichen Kosten" ist der erste Regelwerksbaustein des neuen Bereichs 7 im AGFW-Regelwerk. Drei weitere Merkblätter zu Begriffen und Definitionen, zur Quartiersentwicklung und zu Abstimmungsprozessen werden im entsprechenenden Projektkreis des Expertenkreises "Stadtentwicklung" zur Zeit noch erarbeitet.

 

 

 

Projektabschluss "Stadtumbau und Energieeffizienz"

Projektabschluss "Stadtumbau und Energieeffizienz"

Im Dezember 2014 konnte das  vom Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) in Auftrag gegebene Projekt "Stadtumbau und Energieeffizienz" erfolgreich abgeschlossen werden. Im Rahmen des Projekts analysierte der AGFW und mit seinen Projektpartnern seit 2010 die Zusammenhänge zwischen einer veränderten altersstrukturellen Zusammensetzung der Bevölkerung und möglichen Auswirkungen auf den Energieverbrauch.

Die Studie „Stadtumbau und Energieeffizienz“

  • untersuchte erstmalig Altersdemografie und Energieverbrauch,

  • beschreibt erstmalig die Systematik zur Datenerhebung rechtssicher,

  • gibt Antworten mit Kennzahlen für die Energieversorgungskonzepte, die IEKK und InSEKs,

  • zeigt Lösungsansätze für die Kommunen auf,

  • gibt Antwort auf die Auswirkung der alternden Gesellschaft auf den Energieverbrauch,

  • zeigt die Auswirkungen auf die technische Infrastruktur auf,

  • gibt weitere Handlungsempfehlungen und einen Ausblick.

Sie schafft damit erste wissenschaftliche Klarheit zum Themenfeld demografischer Wandel, Energiewende und nachhaltige Stadtentwicklung in der alternden Gesellschaft.

Mehr zu den Ergebnissen der Studie finden Sie hier.

 

2014

EK Stadtentwicklung trifft sich in nachhaltiger Stadt Leutkirch

EK Stadtentwicklung trifft sich in nachhaltiger Stadt Leutkirch

Die Mitglieder des Expertenkreises „Stadtentwicklung“ nutzten ihre erste Sitzung im Jahr 2014 zum Erfahrungsausstauch auf Praxisebene. Auf Einladung des EK Mitgliedes und Mitglied in der Lenkungsgruppe der Stadt Leutkirch, Hartmut Reck, Bereichsleiter Nachhaltige Stadt, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, konnten die EK Mitglieder neben der Expertenkreisarbeit eine Reihe von Erfahrungen aus dem Stadtentwicklungsprozess vor Ort erleben und mit wesentlichen Akteuren u.a. mit dem Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle diskutieren.

Die Stadt und ihre Bürger sind besonders aktiv im Bereich Klimaschutz und nachhaltige effiziente Energieversorgung. Nachdem die Stadt 2011 bereits zum dritten mal Meister der Solarbundesliga in der Kategorie Mittelstädte war, nimmt Leutkirch nun als Pilotstadt des Projekts „Nachhaltige Stadt“ eine Vorreiterrolle ein. Stadtverwaltung, Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW), Hochschule Biberach, EnBW und die Bürger machen Leutkirch zur „Nachhaltigen Stadt“. Dazu muss die Energieversorgung effizient,
umweltfreundlich und dezentral sein.

Ein Fernwärmenetz welches kontinuierlich erweitert wird ist dafür beispielhaft. Das Know-how zur nachhaltigen Stadt kommt von der EnBW. Die Hochschule Biberach begleitet das Pilotprojekt wissenschaftlich.

In fünf Schritten wurde die Aufgabe realisiert:

  1. Die Initiative offiziell gestartet am 18. April 2011 durch den Beschluss des Gemeinderates.
  2. Die Erstellung eines Leitbildes im Herbst 2011 durch Bürger, Vereine und Institutionen zu CO2-Einsparzielen, Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien, deren landschaftsgerechte Umsetzung und die Beteiligung der Bevölkerung
  3. Die Erstellung geeigneter Konzepte durch Formulierung und Planung geeigneter Maßnahmen, die mit den Bürgern realisiert wurden.
  4. Die Realisierung durch Bau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, der Optimierung von Gebäuden, von Maßnahmen zur Verringerung der individuellen Mobilität und die finanzielle Beteiligung von Bürgern.
  5. Der langfristige Betrieb der Maßnahmen.

(Quelle: EnBW - Nachhaltige Stadt Leutkirch)

Im Vordergrund erste Reihe Mitte: Holger Frey, eins energie in sachsen GmbH & Co KG und EK Vorsitzender Stadtentwicklung sowie Hans-Jörg Henle, Oberbürgermeister der Stadt Leutkirch.

4. Erneuerbare-Energien-Konferenz „Thüringen Erneuer!bar“

4. Erneuerbare-Energien-Konferenz „Thüringen Erneuer!bar“

Wärmeversorgung künftig stärker im Fokus der Thüringer Energiepolitik. Wärmepolitisches 5-Punkte-Programm vorgestellt.

Nach Darstellung von Wirtschaftsminister Uwe Höhn auf der 4. Erneuerbare-Energien-Konferenz „Thüringen Erneuer!bar“ des Thüringer Wirtschaftsministeriums am 12. Februar 2014 in Weimar muss Thüringen seine Anstrengungen für eine bezahlbare und nachhaltige Wärmeversorgung verstärken. Dazu werde das Thema Wärmeenergie künftig noch stärker in den Fokus der Thüringer Energiepolitik rücken. Ein wärmepolitisches 5-Punkte-Programm wurde angekündigt, das noch in dieser Legislaturperiode (die nächsten Landtagswahlen finden am 14. September 2014 statt) auf den Weg gebracht werden soll.

Mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs in Thüringen (53 %) entfällt auf den Wärmesektor und bleibt eine der großen Herausforderungen der  Energiewende, sagte der Thüringer Energieminister. Die Energiewende kann nicht nur eine Stromwende sein. Wenn Thüringen bei der Umstellung auf eine zukunftsfähige Energieversorgung vorankommen will, müssen wir künftig einen stärkeren Akzent auf das Thema Wärme legen, sagte Höhn. Notwendig sei hier eine Doppelstrategie aus mehr Wärmeeffizienz und mehr erneuerbaren Energien. Dazu wurde auf der Konferenz ein wärmepolitisches 5-Punkte-Papier vorgelegt.

Dies beinhaltet:

  1. Ausbau der Solarthermie-Nutzung durch eine Solarthermie-Initiative.
  2. Ausbau der Geothermie-Nutzung durch die Schaffung der Voraussetzungen für den Bau eines Tiefengeothermiekraftwerks bei Meiningen.
  3. Erweiterung und Verstärkung der Thüringer Energieeffizienzoffensive (ThEO): Das Programm wird finanziell verstärkt: Künftig stehen ca. 6 Millionen Euro pro Jahr aus EFRE-Mitteln zur Verfügung (statt bisher rund einer Million Euro).
  4. Vorschlag für ein Thüringer Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).
  5. Entwicklung von „Energiesparplänen“ für Kommunen: Ziel ist die Entwicklung abgestimmter Versorgungslösungen und Sanierungsmaßnahmen für städtische Siedlungsbereiche.

Der AGFW war ebenfalls durch einen Beitrag zur energieeffizienten Stadtentwicklung vertreten und bringt sich bereits seit 2013 in die laufenden Punkte mit seinem Expertenwissen intensiv mit ein. Weiterhin ist ein wesentliches Element der AGFW-Strategie in Thüringen die weitere Bearbeitung und Umsetzung der Vereinbarung zur Verbesserung der Energieeffizienz mit dem Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr (TMBLV).

(v.l.n.r.): Podiumsdiskussion zu Energiemanagement in Kommunen (Wärmekonzepte) mit Prof. Dr. Dieter Sell, Leiter der Thüringer Energieund GreenTech-Agentur (ThEGA), Wolfgang Troeger, Geschäftsführer der Stadtwerke Meiningen GmbH, GFW-Bereichsleiter Stadtentwicklung Dipl.-Ing. Harald Rapp, Christoph Schwind, Bürgermeister Weimar a. D., IAB Weimar

Fitnessprogramm zur energieeffizienten Stadt in Thüringen

Fitnessprogramm zur energieeffizienten Stadt in Thüringen

Vereinbarung zur Verbesserung der Energieeffizienz in Stadt-quartieren im Rahmen der Initiative Energetischer Stadtumbau 2025 in Thüringen unterzeichnet.


Mit der Initiative „Energetischer Stadtumbau 2025“ möchte das Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr (TMBLV) einen effizienten und wirksamen Prozess zur Umsetzung der Energiewende in Thüringen schaffen. Ziel der Initiative ist es, Thüringen zu einem der energieeffizientesten Bundesländer weiterzuentwickeln.

Die Spitzenverbände der Energie- und Versorgungswirtschaft mit ihren Versorgungs-unternehmen in Thüringen unterstützen dies in Zusammenarbeit mit den Städten und Kommunen nachhaltig.

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Verbesserung der Energieeffizienz in Stadtquartieren, dem sogenannten „Fitnessprogramm zur energieeffizienten Stadt“, am 31. Januar 2014 wird dies nun weiter konkret.

Mit der „Initiative Energetischer Stadtumbau 2025“ hat die Landesregierung in Erfurt die Bewältigung des demografischen und energetischen Wandels als Gemeinschaftsaufgabe definiert, die nur in einem kooperativen Prozess aller Akteure gelöst werden kann.

Die Verbände der Versorgungswirtschaft Thüringens stehen daher als wesentliche Partner zur Umsetzung bereit. Mit der heute unterzeichneten Vereinbarung wird ein weiterer wesentlicher Schritt zur intensiven Zusammenarbeit geleistet. Ein ambitionierter energetischer Stadtumbau umfasst im Zusammenspiel den Gebäudebestand und alle Formen der Energieerzeugung und -übertragung insbesondere im Wärmesektor. Dabei muss der Fokus innerhalb der integrierten Stadtentwicklung zukünftig noch stärker auf Quartierslösungen gerichtet werden.

Diese Perspektive erfordert eine Verbesserung der Energieeffizienz, eine Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien bzw. der Kraft-Wärme-Kopplung in Verbindung mit Fernwärmesystemen und eine verantwortungsvolle Ausschöpfung tatsächlich bestehender Potenziale zur Senkung des Energieverbrauchs. Dabei gilt es, eine schrittweise Verbesserung in allen drei Bereichen unter Berücksichtigung der Prinzipien von Wirtschaftlichkeit, Freiwilligkeit und Technologieoffenheit sicherzustellen.

Mit der Unterzeichnung wird eine Bündelung der Kräfte und Koordinierung der Akteure erreicht sowie ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der europäischen, nationalen und landesspezifischen Ziele im Rahmen der Energiewende geleistet. Die Verbände unterstützen dabei die Intention, die Energiewende in Thüringen als einen kontinuierlichen, ressortübergreifenden Prozess, der durch das gemeinsame Mitwirken aller Akteure zum Erfolg geführt wird, zu verstehen.

Bei der Umgestaltung der Energiewende vor Ort spielen dabei die regional verwurzelten Stadtwerke und Energieversorger eine wichtige Rolle. Sie haben die Energiewende in Thüringen bereits intensiv begleitet und durch umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen und Investitionen in erneuerbare Energien bzw. KWK-Anlagen in Verbindung mit Fernwärmenetzen einen wichtigen Beitrag für mehr Klimaschutz und Energieeffizienz geleistet.

Mit der Initiative „Fitnessprogramm zur energieeffizienten Stadt in Thüringen“ geben nun der AGFW, BDEW Mitteldeutschland und VKU Thüringen gemeinsam mit den Städten Erfurt, Gotha, Jena, Nordhausen, Weimar und deren Stadtwerken einen wichtigen Impuls für eine wirtschaftlich und sozial tragfähige Ausgestaltung des energieeffizienten Stadtumbaus. Daneben besteht die Möglichkeit auch für andere Kommunen und kommunalen Unternehmen dieser Vereinbarung jederzeit beizutreten, um somit in ganz Thüringen den Prozess der energetischen Erneuerung voran zu treiben. Wesentliche Grundlage der Inhalte sind die vom AGFW-Expertenkreis „Stadtentwicklung“ erarbeiteten Konzepte und Empfehlungen die im Praxisleitfaden „Schnittstelle Stadtentwicklung und technische Infrastrukturplanung“ formuliert wurden.

Das „Fitnessprogramm zur energieeffizienten Stadt in Thüringen“ umfasst im Wesentlichen die Bereiche:

  • Aktive Mitwirkung bei der Erstellung und Umsetzung der kommunalen Klimaschutzkonzepte,
  • quartiersweise Umsetzung von konkreten Projekten zur Verwirklichung der kommunalen Klimaschutz- und Stadtentwicklungszielen
  • begleitende Maßnahmen wie Schulungen und Wissensvermittlung für Kommunen und Akteure

Mit dieser Vereinbarung werden die Initiativen „Energetischer Stadtumbau 2025“ und „Fitnessprogramm zur energieeffizienten Stadt in Thüringen“ zusammengeführt. Die damit einhergehende Bündelung der Rahmenbedingungen, Förderungen, Konzepte und Prozesse durch das TMBLV ist eine optimale Voraussetzung für eine erfolgreiche gemeinsame Umsetzung der anspruchsvollen Ziele.

vlnr.: Andreas Bausewein Oberbürgermeister Stadt Erfurt, Christian Carius Thüringer Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr und AGFW-Geschäftsführer Herrn Werner Lutsch

2013

AGFW Seminar zum Hydraulischen Abgleich im Gebäude

AGFW Seminar zum Hydraulischen Abgleich im Gebäude

Am 4. Dezember 2013 veranstaltete der AGFW mit Unterstützung der DREWAG – Stadtwerke Dresden GmbH und der Landeshauptstadt Dresden ein Seminar zum Thema „Der hydraulische Abgleich als geringinvestive und effiziente Klimaschutzmaßnahme im Gebäudebestand in Verbindung mit der Erschließung von Potentialen für die KWK und Fernwärme“.

Mit Herrn Tobias Timm, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Weserbergland und Entwickler des OPTIMUS-Verfahrens zur Berechnung des hydraulischen Abgleichs im Gebäudebestand an der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel konnte ein ausgewiesener Experte gewonnen werden.

Er  informierte die fast 30 Teilnehmer aus Energieversorgungsunternehmen, der Landeshauptstadt und aus Industrieunternehmen über Grundlagen, Einsparpotentiale, Kosten, Wirtschaftlichkeit sowie über die unterschiedlichen Berechnungsverfahren.

Insbesondere die Darstellung von Praxisbeispielen als erfolgreiche Marketing und Dienstleistungsangebote, erfolgreiche Förderprogramme und mögliche Umsetzungsstrategien wurden präsentiert.

Der AGFW als Partner im BMU-geförderten Klimaschutz-Netzwerk von co2online wird die Kampagne zum Hydraulischen Abgleich mit seinen jetzigen und möglichen künftigen Partnern weiter unterstützen.

 

Vorstellung der Zweitauflage des Leitfadens Stadtentwicklung

Vorstellung der Zweitauflage des Leitfadens Stadtentwicklung

Die zweite Auflage des Leitfadens „Schnittstelle Stadtentwicklung und technische Infrastrukturplanung“ ist im September 2013 in Druck gegangen und pünktlich zum 18. Dresdner Fernwärme-Kolloquium, 24.-25. September 2013, fertiggestellt geworden. Dort wurde der Leitfaden auch in diesem Jahr offiziell vorgestellt und durch Frank Springer, Mitglied des EK Stadtentwicklung, und den AGFW-Präsidenten Udo Wichert an Eberhard Gienger, stellvertretender Vorsitzender im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technologiefolgenabschätzung im Bundestag, überreicht. Im Rahmen von persönlichen Gesprächen wurde der Leitfaden auch an alle Bundestagsfraktionen übergeben.

Neben der Vorstellung des Leitfadens durch Frank Springer, stellten weitere an der Erstellung des Leitfadens beteiligte Autoren aktuelle Themen vor. Bernd Tenberg, Jung Stadtkonzepte, präsentierte praktische Beispiele zur Steuerung von Klimaschutzprozessen im Kreis Steinfurt, Herten und Burbach. Über die Kosten der Energieeffizienzmaßnahmen im Vergleich sprach Dr.-Ing. Markus Blesl vom Institut für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung, Stuttgart. Er stellte die unterschiedlichen Möglichkeiten sowohl qualitativ als auch quantitativ nebeneinander.

Wie bereits im letzten Jahr die Erstauflage, erhielt auch die zweite Auflage des Leitfadens im Rahmen des Dresdner Fernwärme-Kolloquiums von den Teilnehmern positives Feedback. Das Interesse an der Veröffentlichung und deren Weiterverbreitung war auch in diesem Jahr groß.

v.l.n.r.: Harald Rapp, Werner Lutsch, MdB Eberhard Gienger, AGFW-Präsident Udo Wichert bei der Übergabe des neuen AGFW-Leitfadens zur Stadtentwicklung

Schulung für Kommunalpolitiker

Schulung für Kommunalpolitiker

Zwei Tage vor der Bundestagswahl bot die VLK in Kooperation mit dem AGFW am 20./21. September 2013 in Döbeln eine Schulung für Kommunalpolitiker in Sachsen an, in der ein Überblick über das Themenfeld Energieeffizienz und Stadtentwicklung gegeben wurde.

Nach einer kurzen Begrüßung von Claudia Kluge, Geschäftsführerin VLK Sachsen, führte Sarah Vautz, AGFW, die Teilnehmer in das Thema ein. Sie informierte über die verschiedenen Rahmenbedingungen und Kenndaten, wie z. B. die demografische Entwicklung oder Klimaveränderung, und die sich daraus ergebenden Herausforderungen. Norman Fricke, AGFW, schloss den ersten Tag des Seminars mit einem Überblick über die rechtlichen Instrumente zur Umsetzung energie-, klimapolitischer und städtebaulicher Ziele auf allen politischen Ebenen.

Am zweiten Tag widmete sich Dr. Jens Kühne, AGFW, den wirtschaftlichen und physikalisch-technischen Grundlagen. Abschließend gab er einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten und -grenzen von Erneuerbaren Energien. Mit dem European Energy Award stellte Leonard Meyer, B.&S.U., ein Instrument zur Qualitätssicherung und zum Monitoring in Kommunen vor. Zum Abschluss des Seminars besichtigten die Teilnehmer ein Blockheizkraftwerk der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt Döbeln.

 

Weiterbildung „Energie(effizienz) in der Stadtplanung“

Weiterbildung „Energie(effizienz) in der Stadtplanung“

Die Weiterbildung „Energie(effizienz) in der Stadtplanung“ wurde im Rahmen des EU-Projektes „Urban Planners with Renewable Energy Skills“ (UP-RES) entwickelt und von Juni 2012 bis Juni 2013 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) erfolgreich in Frankfurt am Main durchgeführt. Ziel der Weiterbildung war die Stärkung von Wissen und Bewusstsein für Energie und die Nutzung Erneuerbarer Energien in der räumlichen Planung. Dabei wurden neue Aus- und Weiterbildungsschwerpunkte für Stadtplaner/-entwickler im Bereich Energieversorgung/Er­neuer­bare Energien gesetzt.

Den Teilnehmern war vor allem die persönliche Kompetenzsteigerung sowie ein Einblick in den Themenkomplex Energie wichtig. Energie und Energieeffizienz ist für die Stadtplanung das Zukunftsthema Nr. 1. Ebenso sind die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und das Entstehen eines Netzwerkes von Bedeutung.

In acht Modulen wurden die Teilnehmer in das System Stadt und technische Infrastruktur eingeführt. Dabei wurden generelle Grundlagen vermittelt. Wichtige Inhalte waren vor allem die Konzepterstellung, Förderungen sowie die Abstimmungsprozesse zwischen Kommune und Versorger. Im letzten Modul standen Umsetzungsbeispiele im Vordergrund und die Teilnehmer berichteten aus ihrem Tätigkeitsfeld.

In den Diskussionen fand ein reger und interessanter Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern und auch mit den Referenten statt. Interessante Gespräche wurden geführt und Kontakte für die Zukunft geknüpft.

Insgesamt erhielt die Weiterbildung sehr positives Feedback und war ein voller Erfolg.

 

AGFW Fakten-Check Stadtentwicklung zur Bundestagswahl

AGFW Fakten-Check Stadtentwicklung zur Bundestagswahl

Der AGFW Fakten-Check zur Bundestagswahl aus Sicht der Stadtentwicklung

Vor der Bundestagswahl zu Beginn des Wahlkampfes wurden vom Bereich Stadtentwicklung des AGFW die Wahlprogramme der im Bundestag vertretenen Parteien analysiert. Energie und Stadtentwicklungen stehen im Fokus. Aber welche Fakten für eine energieeffiziente Stadtentwicklung konnten wir aus Sicht des AGFW konkret feststellen?

Einig sind sich die Parteien in ihrem Wahlprogramm darüber, dass die Energiewende fortzuführen ist und diese durch Steigerung der Energieeffizienz, durch Energieeinsparung und den Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen ist. Ziele, Schwerpunkte und Umsetzung werden beschrieben, allerdings sehr unterschiedlich gesetzt. SPD und Grüne sehen insbesondere neben der Gebäudesanierung in der KWK ein wesentliches Element zur Umsetzung. Die CDU setzt dabei mehr auf den Mix verschiedener Technologien. Die soziale Komponente bzw. Bezahlbarkeit der Maßnahmen betonen alle Parteien. Auch hier sind in den Ansätzen zur Umsetzung sehr unterschiedliche Auffassungen vertreten. Von hoher staatlicher Einflussnahme (Grundrechtsprinzip/LINKE) bis hin zum liberalen Marktmechanismus („Anreizsysteme/FDP), liegen die Inhalte sehr weit auseinander und sind breit gestreut.

Alle Parteien sehen in der Stärkung der Kommunen und in der Beteiligung der Bürger eine wesentliche Chance zur erfolgreichen Gestaltung der energieeffizienten Stadtentwicklung. Die Städtebauförderung ist, neben weiteren Komponenten, für alle Parteien darin ein wesentliches Element. Allein die FDP setzt mehr auf die individuellen steuerlichen Anreize und auf Marktmechanismen.

Die Positionierung des AGFW in der Stadtentwicklung finden Sie hier.

 

Veranstaltungen
zum Thema:

26.09.2017
22. Dresdner Fernwärmekolloquium in Dresden

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