Trinkwassererwärmung

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Trinkwassererwärmung

Trinkwassererwärmungsanlagen können auf unterschiedliche Art und Weise an das Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Direkter Anschluss ohne Beimischregelung
Liegt keine Gefahr einer Verkalkung vor, wird häufig aus Kostengründen auf eine Absenkung der Temperatur des Heizmittels verzichtet. In diesen Fällen werden die Heizflächen der Trinkwassererwärmungsanlagen mit der Netzvorlauftemperatur beaufschlagt.

Direkter Anschluss mit Beimischregelung
In Trinkwassernetzen mit hoher Gesamthärte werden Trinkwassererwärmungsanlagen mit möglichst niedrigen Heizmitteltemperaturen (ca. 70 °C) betrieben, um einer Verkalkung vorzubeugen. Die Temperaturabsenkung wird durch eine Beimischregelung realisiert. Ist die Trinkwassererwärmungsanlage ein nachgeschalteter Regelkreis einer bereits abgesicherten Raumheizungsanlage, so ist für die sicherheitstechnische Ausrüstung die Heizmitteltemperatur und nicht die max. Netzvorlauftemperatur maßgebend.

Indirekter Anschluss
Trinkwassererwärmungsanlagen werden immer dann indirekt betrieben, wenn verhindert werden soll, dass bei einem Defekt der wärmeübertragenden Flächen Fernheizwasser in die Erwärmungsanlage eindringt oder umgekehrt Trinkwasser ins Fernheiznetz. Des Weiteren können bei Fernwärmenetzen, die mit hohen Drücken betrieben werden müssen, bei indirekt betriebenen Anlagen Bauteile mit einer geringeren Nenndruckstufe eingesetzt werden. Bei indirekt betriebenen Hauszentralen kann die vorhandene Regelung für die Raumwärme ohne großen Mehraufwand für die Regelung der Heizmitteltemperatur der Trinkwassererwärmungsanlage mitgenutzt werden. 

Stand: 09.06.2020-Bt

Trinkwassererwärmungsanlagen können als zentrale oder dezentrale Versorgungsanlagen ausgeführt werden.

Je nach Art des technischen Aufbaus werden sie in drei Anlagensysteme unterteilt:

1. Durchflusssystem
Kennzeichnend für das Durchflusssystem ist, dass das Trinkwasser erst im Bedarfsfall (bei Zapfung) über einen Wärmeübertrager erwärmt wird. Die maximal zapfbare Warmwassermenge ist abhängig von der installierten Geräteleistung/Anschlussleistung und der gewünschten Austrittstemperatur.

2. Speichersystem mit innenliegender Heizfläche
In einem Speichersystem mit innenliegender Heizfläche wird das Trinkwasser mit vergleichsweise kleiner Heizleistung in einem Speicher mit innenliegender Heizfläche aufgeheizt und bevorratet. Das System kann sowohl direkt als auch indirekt an das Fernwärmenetz angeschlossen werden.

3. Speicherladesystem
Das Speicherladesystem verbindet die Vorteile des Durchflusssystems und Speichersystems mit innenliegender Heizfläche unter Vermeidung und/oder Reduzierung der Nachteile der Systeme. Kaltwasser wird in einem außenliegenden Wärmeübertrager erwärmt und einem Schichtenspeicher zugeführt. Das Kaltwasser im Speicher wird mittels Speicherladepumpe dem Wärmeübertrager zugeführt.

Stand: 09.06.2020-Bt

Legionellen sind kein fernwärmespezifisches Problem.

Sie können in allen Trinkwassererwärmungsanlagen – unabhängig von der eingesetzten Heizenergie (Öl/Erdgas/Solar/Strom) – auftreten, da sie über das Kaltwasser, zunächst in ungefährlicher Konzentration, in das System gelangen. Die für den Menschen gesundheitsschädliche Vermehrung findet immer in der Hausanlage, also dem Verteilungsnetz, der Zirkulation und dem Wasserspeicher statt. Im Gegensatz zur kesselgestützten Trinkwassererwärmung sind in fernwärmeversorgten Anlagen andere konstruktive und technische Maßnahmen zur Legionellenprophylaxe erforderlich.

In Deutschland sind die Vorgaben des DVGW Arbeitsblattes W551 zu beachten. Im AGFW-Merkblatt FW 526 „Thermische Verminderung des Legionellenwachstums“ ist die Umsetzung der DVGW-Vorschrift in der Fernwärmeversorgung beschrieben.

Stand: 09.06.2020-Bt