EnEV und Fernwärme

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Die Energieeinsparverordnung 2013 trat am 1.5.2014 in Kraft. Sie begrenzt den Jahresprimärenergiebedarf von Gebäuden. Zur Ermittlung des Jahresprimärenergiebedarfs von Fernwärme versorgten Gebäuden muss der Primärenergiefaktor der Fernwärme bekannt sein. Dafür gelten die Vornormen DIN V 4701-10 und DIN V 18599-1. Der AGFW hat als Anwendungs- und Auslegungshilfe zu diesen Vornormen das Arbeitsblatt FW 309-1 überarbeitet, das die Bilanzierungsregeln zur Ermittlung der spezifischen Primärenergiefaktoren von konkreten Wärmeversorgungssystemen zur Verfügung stellt. Die Fachkommission Bautechnik der Bauministerkonferenz hat zur Anwendbarkeit der FW 309-1 eine Auslegung veröffentlicht, die unter www.bbsr-energieeinsparung.de eingesehen werden kann.

Weitere Informationen und Hintergründe finden Sie in einem Fachartikel (pdf zum download) und unter Energiepolitik zum Thema Beibehaltung der Stromgutschriftmethode.

Primärenergiefaktoren werden in der Liste der fp-Bescheinigungen nach FW 309-1.pdf oder auf der Infoplattform district-energy-systems.info veröffentlicht.

Die Infoplattform (Spitzname "DESI") wurde im Herbst 2017 in Betrieb genommen und wird die "Liste der fp-Bescheinigungen nach FW 309-1" ablösen. Ab 2018 werden neue fp-Bescheinigungen über die Infoplattform veröffentlicht. Die „Liste der fp-Bescheinigungen nach FW 309-1.pdf“ steht weiterhin als Informationsquelle der Öffentlichkeit zur Verfügung. Primärenergiefaktoren die dort gelistet sind, können nach DESI „umziehen“. Für den Umzug sind die Gutachter zuständig, die die Bescheinigung ausgestellt und Zugang zum Passwort geschützten Bereich haben.

Das Arbeitsblatt FW 309-1beinhaltet die Berechnungsregeln. Die Geschäftsordnung regelt die Ausstellungsberechtigung und Geltungsdauer der Bescheinigung.

Die Bescheinigung über die energetische Bewertung der Fernwärme nach FW 309-1 darf nur von einem "fp-Gutachter FW 609" ausgestellt werden, der die Prüfung nach dem AGFW-Arbeitsblatt FW 609 bestanden und eine gültige Prüfbescheinigung hat. 

Diese Gutachter sind auf der Infoplattform DESI zu finden (nach PLZ sortiert).
Prüfungsvoraussetzung nach Abschnitt 2.6 der FW 609 ist ein abgeschlossenes Studium im Ingenieurwesen oder einer verwandten technisch-physikalischen Fachrichtung und eine mindestens dreijährige Tätigkeit in Unternehmen der Fernwärmeversorgung, planenden oder beratenden Institutionen oder technischen Hochschulen. Der/die zu prüfende Person muss zum Zeitpunkt der Anmeldung zur Prüfung in einem Versorgungsunternehmen, einer planenden oder beratenden Institution oder einer technischen Hochschule ständig beschäftigt und mit Planung, Bau, Betrieb oder wissenschaftlicher Analyse von Fernwärmetransportanlagen und / oder Fernwärmeerzeugungsanlagen befasst sein.

Die Prüfung findet im Anschluss an ein zweitägiges Vorbereitungsseminar statt. Seminar und Prüfung können auch einzeln gebucht werden. Der vergangene Prüfungstermin war der 13. Dezember 2017 in Leipzig.

Der nächste Termin steht noch nicht fest. Zunächst sollte abgewartet werden, ob die Zusammenführung von EnEV und EEWärmeG zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) Auswirkungen auf die Qualifikation nach FW 609 haben wird. Der Beginn des Gesetzgebungsverfahrens wird für Dezember 2018 erwartet.

 

  • Wann kann der Pauschalfaktor 0,7 angewendet werden?
    Nach der Auslegung der Fachkommission Bautechnik der Länderministerkonferenz kann der Pauschalfaktor 0,7 angewendet werden, wenn der KWK-Anteil im Wärmenetz mindestens 70% beträgt. Es ist nicht festgelegt, wie der KWK-Anteil nachgewiesen oder ausgewiesen werden soll. Die Anwendung des Pauschalfaktors bedarf keiner fp-Bescheinigung nach FW 309-1. FW-Netze die mit dem Pauschalfaktor bewertet werden, sind auf der letzten Seite der "Liste der fp-Bescheinigungen nach FW 309-1" aufgeführt.
  • Welcher Primärenergiefaktor gilt für Biomethan in KWK-Anlagen?
    Zum Einsatz von Biogas/Biomethan gibt es Festlegungen in den Auslegungen der Fachkommission Bautechnik Abschnitt 7, im EEWärmeG und in den „Technischen FAQ zu den wohnwirtschaftlichen Programmen der KfW“ im Abschnitt 5.22.
  • Können Wärmeteilmengen aus Erneuerbaren Energien bilanziell bestimmten Kunden zugeordnet und als „grüne“ Wärme nach FW 309-1 bescheinigt werden?
    Prinzipiell gilt: EIN NETZ, EIN FAKTOR! Wird abweichend von diesem Prinzip ein Wärmenetz in Teilnetze unterteilt, so richten sich die daraus resultierenden Teil-Primärenergiefaktoren nach den tatsächlichen physikalischen Energieströmen, d.h. wenn sich fossile und regenerative Wärme physisch in der Rohrleitung vermischen, dann ergibt sich auch bei der Berechnung des Primärenergiefaktors ein Mischwert aus diesen beiden Strömen.

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