Möglichkeiten und Grenzen der Fernwärme-Leitungssanierung aus vor Ort erhärtenden Schlauch-Linern

März 2020

16.06.2020 in Saerbeck

Grabenlose Sanierungsverfahren für erdverlegte Versorgungsleitungen ermöglichen es, die Beeinflussung an der Oberfläche auf ein Minimum zu begrenzen und stellen dadurch – besonders für innerstädtische Bereiche mit hohem Verkehrsaufkommen – eine attraktive Sanierungsoption dar. Diesen Vorteil nutzt man bei drucklosen Abwasserleitungen schon lange. In den letzten Jahren hat der technische Fortschritt für einsatzfähige Produkte in den Bereichen Druckabwasser-, Wasser- oder Gasleitungen gesorgt. Im Rahmen des „Infotag Fernwärme-Liner“ erhalten Sie einen Überblick über aktuell verfügbare Produkte sowie deren Einsatzmöglichkeiten, aber auch den Grenzen der Liner-Technologien im Hause der SAERTEX multiCom® GmbH. Im Fernwärmesektor sind bislang noch keine vergleichbaren Sanierungsverfahren etabliert, nicht zuletzt aufgrund der fernwärmetypischen Belastungen, die das Liner-Material stark beanspruchen. Die Fragestellung, ob es dennoch möglich ist, ein Liner-Sanierungsverfahren an die Anforderungen von Fernwärmenetzen anzupassen, wird derzeit im laufenden Forschungsvorhaben „FW-Liner“ untersucht. Der „Infotag Fernwärme-Liner“ bietet die Möglichkeit, sich über den aktuellen Entwicklungsstand und die technischen Einsatzmöglichkeiten zu informieren. Am Ende des Vortragsteils wird die „Teststrecke“ vorgestellt, an der real belastete Fernwärmeleitungen mit einem Prototyp des Fernwärme-Liners ausgestattet werden. Abgerundet wird die anschließende Diskussion, die Platz für Ihre individuellen Fragen bietet, durch eine Werksführung inklusive einer Praxisvorführung in der Produktionsanlage des Liner-Herstellers SAERTEX multiCom® GmbH, einem der führenden Produzenten von Linern weltweit.

Informationen zur Anemdlung und zum Programm finden Sie hier.

Kurzbeschreibung

Förderkennzeichen:   03ET1457 A

Laufzeit:                      01.06.2017 - 28.02.2021

Fernwärmenetze sind in Deutschland seit den 1950er Jahren historisch gewachsen. Die Systeme waren für eine Lebensdauer von ca. 60 Jahren ausgelegt und erreichen nun in absehbarer Zeit das Ende ihrer prognostizierten Nutzungsdauer. Ein Ziel des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung ist, die Nutzbarkeit der Fernwärmeleitungen signifikant zu verlängern. Für Rohrleitungen in überwiegend drucklosen Abwassernetzen und für Trinkwasser-Drucknetze wurden bereits verschiedene Sanierungsverfahren entwickelt: so werden bspw. vor Ort erhärtende Schlauch-Liner aus GFK in das Rohrsystem eingebracht. Ziel des vorliegenden Projektes ist es, dieses Verfahren auf die Fernwärme zu übertragen und ein Liner-System zu entwickeln, welches die hohen spezifischen Anforderungen hinsichtlich der mechanischen, thermischen und chemischen Belastbarkeit sowie an die Zeitstandfestigkeit erfüllt. Die Schlauch-Liner-Technik soll so für die historisch gewachsenen Fernwärme-Systeme anwendbar gemacht werden, was gegenüber dem herkömmlichen Austausch der Leitungen immense Vorteile böte. Die Lösung wäre gleichsam schnell und kostengünstig sowie eingriffsarm, platzsparend und umweltfreundlich. Das beantragte Verbundvorhaben deckt den gesamten Zyklus eines Forschungs- und Entwicklungsprojektes ab und geht dabei methodisch vor. Aufbauend auf einer zielgerichteten Potenzialanalyse wird ein lösungsneutraler Anforderungskatalog für die Inliner-Sanierung spezifiziert. Im daraus abgeleiteten Folgeschritt wird das Anwendungsszenario konkretisiert sowie der kontextuelle Stand der Technik aufbereitet. Folgend können schließlich in einem Iterationszyklus die Lösungen konzipiert, evaluiert und in einem realen Testbett validiert werden.

Ausführliche Projektübersicht FW-Liner April 2018

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