Förderprogramme BEW & BEG

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Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW)

Am 16. Juli 2021 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den ersten Entwurf der Förderrichtlinie der lang erwarteten „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“ (BEW) vorgelegt. Die BEW, die ursprünglich bereits im Januar in Kraft treten sollte, hat zum Ziel den Anteil erneuerbarer und klimaneutraler Wärmequellen in den Wärmenetzen bis 2030 auf 30% auszubauen.

Um dieses Ziel zu erreichen, sieht der Entwurf erstmalig eine Förderung erneuerbarer und klimaneutraler Wärmeerzeugung sowie der zum physischen Ausbau der Wärmenetze notwendigen Infrastruktur vor. Im Entwurf ist eine Laufzeit der BEW von sechs Jahren vorgesehen. In diesem Zeitraum sollen pro Jahr die Installation von 400 MW erneuerbarer Wärmeerzeugungsleistung und Gesamtinvestitionen in Höhe von 690 Mio. Euro angereizt werden. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Förderquote von 40% lässt dies auf ein jährliches Fördervolumen von rund 275 Mio. Euro schließen.

Der Richtlinienentwurf aus dem August steht Ihnen hier, die Stellungnahme des AGFW zum Entwurf aus dem Juli hier zur Verfügung. Eine Präsentation zu Vorschlägen zur Ausgestaltung der BEW des ifeu-Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg GmbH finden Sie hier.

Die BEW besteht aus drei Modulen, welche wir Ihnen im Folgenden näher bringen möchten.

Im Rahmen der BEW wird die Erstellung von Transformationsplänen zur Dekarbonisierung bestehender Netze bis 2045 und Machbarkeitsstudien zur Errichtung neuer Wärmenetze mit einem Anteil erneuerbarer und klimaneutraler Wärmenetze von mind. 75% mit bis zu 50% der förderfähigen Kosten bis zu einem Maximalbetrag von 600.000 Euro gefördert.

Dabei gelten für Transformationspläne und Machbarkeitsstudien umfangreiche Mindestanforderungen. Diese umfassen beispielsweise Beschränkungen hinsichtlich der Nutzung von Biomasse, Mindestinhalte und potenzielle Entwicklungspfade der zu fördernden Wärmenetze. Zu finden sind die Mindestanforderungen unter den Punkten 4.1.1 und 4.1.2.

Eine Förderung nach Modul 2 kann sowohl für die Transformation von Bestandsinfrastrukturen zu treibhausgasneutralen Wärmenetzen als auch für den Neubau von Wärmenetzen, die zu mindestens 75 % mit erneuerbarer Wärme und Abwärme gespeist werden, beantragt werden. Voraussetzung für eine Förderung ist das Vorhandensein eines Transformationsplans bzw. einer Machbarkeitsstudie. Dabei gelten jedoch ebenfalls umfangreiche Mindestanforderungen, insbesondere für neu zu errichtende  Wärmenetze. Eine vollständige Auflistung finden Sie unter den Punkten 4.2.1 und 4.2.2.

Eine systemische Förderung kann in Form in einer Investitions- oder Betriebskostenförderung gewährt werden. In den Genuss einer Betriebskostenförderung können jedoch nur Solarthermieanlagen (2ct pro KWh) und Wärmepumpen (7ct bzw. 3ct pro KWh, abhängig von der JAZ) kommen. Diese wird über zehn Jahre gewährt.

Eine Investitionskostenförderung kann hingegen neben Solarthermieanlagen und Wärmepumpen auch Tiefengeothermieanlagen, direktelektrischen Wärmeerzeugern, zur Einbindung von industrieller, gewerblicher oder sonstiger Abwärme sowie Biomasseanlagen, welche die in der BEW dargelegten Konditionen erfüllen, gewährt werden.

Darüber hinaus sind auch Infrastruktur zur Wärmeverteilung und zur Optimierung des Netzbetriebs (bspw. Wärmespeicher), Umfeldmaßnahmen sowie notwendige Planungsmaßnahmen zum Erhalt einer Investitionskostenförderung berechtigt. Nicht förderfähig sind Anlagen zur Verbrennung synthetischer Gase.

Eine umfassende Auflistung finden Sie unter Punkt 4.2.

Die Förderquote beträgt 40% der förderfähigen Kosten. Die Förderung ist bis zu einem Betrag von 50 Mio. Euro notifizierungsfrei.

Neben der systemischen Transformation von Bestandsnetzen und der Neuerrichtung von Wärmenetzen mit hohen Anteilen erneuerbarer und klimaneutraler Wärme auch schnell umsetzbare Einzelmaßnahmen förderfähig. Eine Einzelmaßnahmenförderung kann Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Biomassekesseln, direktelektrischen Wärmeerzeugern, Wärmespeichern, Rohrleitungen zur Anbindung erneuerbarer Wärmeerzeuger oder Abwärme sowie zur Erweiterung des Wärmenetzes und für Wärmeübergabestationen gewährt werden.

Einzelmaßnahmen sind außerhalb eines Transformationsplans förderfähig, sofern ein Zielbild des dekarbonisierten Wärmenetzes in Grundzügen nebst prognostizierten CO2- Einsparungen vorgelegt werden kann, - und die entsprechende Investition eine künftige Langfriststrategie vorbereitet oder ermöglicht. Eine Betriebskostenförderung wird nicht gewährt. Einzelmaßnahmen außerhalb eines Transformationsplans sind nur innerhalb der ersten 36 Monat nach Inkrafttreten der BEW fördefähig.

Einzelmaßnahmen werden parallel zu einem Transformationsplan gefördert, wenn mindestens das erste Maßnahmenpaket desselben umgesetzt wurde und sich kurzfristig die Möglichkeit zu einer zusätzlichen Investition in einen ursprünglich nicht geplanten EE-Wärmeerzeuger oder einer anderen im Rahmen des Modul 3 förderfähigen Maßnahme ergibt oder aufgrund wesentlicher Änderungen der ursprünglichen Transformationsplanungen eine solche Maßnahme zur Erreichung des Dekarbonisierungsziels erforderlich wird. Die Erforderlichkeit der Easy-Access-Maßnahme in Bezug auf die Zielerreichung ist begründet darzulegen. Für diese Anlagen kann zusätzlich zum Investitionskostenzuschuss auch eine Betriebskostenförderung beantragt werden.

Die Förderquote beträgt 40% der förderfähigen Kosten. Die Förderung ist bis zu einem Betrag von 50 Mio. Euro notifizierungsfrei.


Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG)

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) löst bisher geltende Fördertatbestände des Marktanreiprogramms (MAP), Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE) und Heizungsoptimierungsprogramms (HZO) ab, fasst sie zusammen und weitet sie aus. Sie besteht aus drei Teilbausteinen:

BEG-Wohngebäude (BEG-WG)

BEG-Nichtwohngebäude (BEG-NWG)

BEG-Einzelmaßnahmen (BEG-EM)

Während BEG-WG & BEG-NWG und die Kreditvariante des BEG-EM zum ersten Juli 2021 eingeführt werden, ist zum ersten Januar diesen Jahres ist mit der Zuschussvariante für BEG-EM der erste Baustein der BEG gestartet. Unter anderem wird auch der Anschluss an ein öffentliches Wärmenetz gefördert.

Ziel des Teilprogramms ist die Energetische Verbesserung des Gebäudebestandes durch die Förderung von Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung von Wohn- und Nichtwohngebäuden und richtet sich ausschließlich an Nutzer und Eigentümer von Bestandsgebäuden.

Was wird gefördert?

Als eine Alternative zu einer gebäudeindividuellen Heizung ist auch die Errichtung eines nichtöffentlichen Gebäudenetzes, der Anschluss an ein Gebäudenetz oder an ein öffentliches Wärmenetz förderfähig.

Gefördert wird der Anschluss oder die Erneuerung eines Anschlusses an ein Wärmenetz. Dazu zählen:

  • Wärmeübergabestation
  • Rohrnetz zum Anschluss
  • Installation
  • Notwendige Umfeldmaßnahmen (u. a. energetische Planung, Baustelleneinrichtung, Deinstallation von Altanlagen)
  • Anpassung der Gebäudeheizung an niedrigere Temperaturen
  • Anschlusskosten Fernwärme

Förderbedingungen

Die Förderung erfolgt durch einen Investitionszuschuss des Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Beantragung muss vor Beginn des Vorhabens elektronisch geschehen. Ab dem ersten Juli 2021 steht auch eine Förderung in Form eines zinsgünstigen Kredits mit Tilgungszuschüssen durch die KfW zur Verfügung.

Die zentrale Bedingung für die Förderfähigkeit eines solchen Anschlusses besteht darin, dass die in das Netz einspeisende Wärmeerzeugung sich zu mindestens 25 % aus erneuerbarer Energie zusammensetzt. Durch den Verweis auf die Erneuerbaren Energien Richtlinie der EU bedeutet das, dass folgende Wärmequellen zur Erfüllung dieser Bedingungen zugelassen sind:

  • Solarthermie
  • Geothermie
  • Umgebungsenergie
  • Biomasse
  • Deponiegas, Klärgas, Biogas

Weder Wärme aus hocheffizienten KWK-Anlagen noch industrielle oder gewerbliche Abwärme kann einen Beitrag zum Erreichen dieses Erfüllungsgrades beitragen. Es ist individuell für jedes Netz zu prüfen, ob die erforderliche Quote erreicht werden kann. Als Nachweisverfahren kann das AGFW-Arbeitsblatt FW 309-5 sowie die zugehörige Musterbescheinigung verwendet werden.

Mit der Anpassung der Förderrichtlinie vom 07.06.2021 ist unter anderem die Bedingung entfallen, dass die Förderung nur für die Anlagenkomponenten möglich ist, die sich nicht im Besitz des Fernwärmeversorgers befinden. Inzwischen kann auch der Wärmenetzbetreiber eine Förderung für die Investitionskosten in Hausübergabestation, Rohrnetz, sowie für die Installation beantragen, wenn diese Komponenten in seinem Eigentum verbleiben.

Es existieren drei Optionen, wie ein Fernwärmeanschluss nach BEG-EM gefördert werden kann, wenn der erneuerbare Mindestanteil erreicht wird:

  • Förderung des Gebäudeeigentümers/-nutzers für alle förderfähigen Komponenten und Umfeldmaßnahmen, wenn die Komponenten in dessen Eigentum verbleiben
  • Förderung des Wärmenetzbetreibers für alle förderfähigen Komponenten und Umfeldmaßnahmen, wenn dieser als Contractor auftritt
  • Förderung für Hausübergabestation und Hausanschlussleitung an Wärmenetzbetreiber, wenn die Komponenten in dessen Eigentum verbleiben und Förderung des Gebäudeeigentümers/ nutzers für Umfeldmaßnahmen

Förderquoten

  • Wärmeübergabestation (EE-Anteil Erzeugung mind. 25 %):          30 %
  • Wärmeübergabestation (EE-Anteil Erzeugung mind. 55 %):          35 %
  • Austauschprämie für Ölheizungen:                                               +10 Prozentpunkte

 

Die gesamte Förderrichtlinie und die Technischen Mindestanforderungen finden Sie online.  

Durch das Teilprogramm soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung von Wohngebäuden gesteigert und ihr Primärenergiebedarf gesenkt werden. Die Systematik der Förderung orientiert sich an den bisherigen KfW Förderprogrammen 151, 152, 153, und 431.

Was wird gefördert?

Die BEG-WG fördert den Bau oder den Ersterwerb eines Effizienzhauses oder die Sanierung eines bestehenden Wohngebäudes auf ein Effizienzhausniveau.

Die Höhe der Förderquote richtet sich nach der erreichten Effizienzhausklasse. Je anspruchsvoller das erreichte Effizienzhausniveau, desto höher liegt die Förderquote.

Förderbedingungen

Gefördert werden im Neubau die Effizienzhausklassen 55 und 40 und bei einer Sanierung das erstmalige Erreichen der Klassen Denkmal, 100, 85, 70, 55 und 40.

Die zulässigen Höchstwerte, um die Anforderungen an die Effizienzhausklassen zu erreichen, können Sie folgender Tabelle entnehmen.

Effizienzhausklasse

Primärenergiebedarf bezogen auf Referenzhaus in %

Transmissionswärmeverlust bezogen auf Referenzhaus in %

Denkmal

160

-

Effizienzhaus 100

100

115

Effizienzhaus 85

85

100

Effizienzhaus 70

70

85

Effizienzhaus 55

55

70

Effizienzhaus 40

40

55

 

Die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten beträgt 120.000 € je Wohneinheiten

Die Förderung kann seit dem 01.07.2021 bei der KfW entweder in Form eines zinsgünstigen Kredits mit Tilgungszuschüssen oder als Investitionszuschuss beantragt werden. Die Beantragung muss vor Beginn des Vorhabens elektronisch geschehen.

Um die Erneuerbaren Energien Klasse (EE-Klasse) zu erreichen, muss mindestens 55 % des Energiebedarfs für die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien stammen. Dazu kann auch der Anschluss an ein Wärmenetz beitragen, wenn dieses zu mindestens 55 % aus erneuerbaren Energiequellen gespeist wird. Die Ermittlung des erneuerbaren Anteil eines Wärmenetzes kann durch das Verfahren nach AGFW Arbeitsblatt FW 309 Teil 5 erfolgen und nach der zugehörigen Musterbescheinigung nach AGFW Arbeitsblatt FW 309 Teil 7 nachgewiesen werden.

Erreicht ein neugebautes oder saniertes Gebäude neben den Anforderungen an die jeweilige Effizienzhausklasse auch die Anforderung an die EE-Klasse erhöht sich die Förderquote im Neubaubereich um 2,5 Prozentpunkte und bei Sanierungen um 5 Prozentpunkte. Außerdem steigt die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten auf 150.000 € pro Wohneinheit.

Übersicht Förderhöhen

Die möglichen Förderhöhen in Abhängigkeit der erreichten Effizienzhausklassen lassen sich folgender Übersicht entnehmen.

 

ohne EE-Paket

mit EE-Paket

 

Höchstgrenze
förderfähige Kosten

Förderquote

maximale
Förderhöhe

Höchstgrenze
förderfähige Kosten

Förderquote

maximale
Förderhöhe

Neubau

EH 55

120.000 €

15%

18.000 €

150.000 €

17,5%

26.250 €

Effizienzhaus 40

120.000 €

20%

24.000 €

150.000 €

22,5%

33.750 €

Effizienzhaus 40+

150.000 €

25%

37.500 €

-

-

-

Sanierung

Denkmal

120.000 €

25%

30.000 €

150.000 €

30%

45.000 €

Effizienzhaus 100

120.000 €

27,5%

33.000 €

150.000 €

32,5%

48.750 €

Effizienzhaus 85

120.000 €

30%

36.000 €

150.000 €

35%

52.500 €

Effizienzhaus 70

120.000 €

35%

42.000 €

150.000 €

40%

60.000 €

Effizienzhaus 55

120.000 €

40%

48.000 €

150.000 €

45%

67.500 €

Effizienzhaus 40

120.000 €

45%

54.000 €

150.000 €

50%

75.000 €

 

Die gesamte Förderrichtlinie und die Technischen Mindestanforderungen finden Sie online.

Durch das Teilprogramm soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung von Nichtwohngebäuden gesteigert und ihr Primärenergiebedarf gesenkt werden.

Was wird gefördert?

Die BEG-NWG fördert den Bau oder den Ersterwerb eines Effizienzhauses oder die Sanierung eines bestehenden Nichtwohngebäudes auf ein Effizienzhausniveau.

Die Höhe der Förderquote richtet sich nach der erreichten Effizienzhausklasse. Je anspruchsvoller das erreichte Effizienzhausniveau, desto höher liegt die Förderquote.

Förderbedingungen

Gefördert werden im Neubau die Effizienzhausklassen 55 und 40 und bei einer Sanierung das erstmalige Erreichen der Klassen Denkmal, 100, 70, 55 und 40.

Die zulässigen Höchstwerte, um die Anforderungen an die Effizienzhausklassen zu erreichen, können Sie folgender Tabelle entnehmen.

Effizienzhausklasse

Primärenergiebedarf bezogen auf Referenzhaus in %

Transmissionswärmeverlust bezogen auf Referenzhaus in %

Denkmal

160

-

Effizienzhaus 100

100

115

Effizienzhaus 70

70

85

Effizienzhaus 55

55

70

Effizienzhaus 40

40

55

 

Die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten beträgt 2.000 € pro m2 Nettogrundfläche und insgesamt maximal 30 Mio. €.

Die Förderung kann seit dem 01.07.2021 bei der KfW entweder in Form eines zinsgünstigen Kredits mit Tilgungszuschüssen oder als Investitionszuschuss beantragt werden. Die Beantragung muss vor Beginn des Vorhabens elektronisch geschehen.

Um die Erneuerbaren Energien Klasse (EE-Klasse) zu erreichen, muss mindestens 55 % des Energiebedarfs für die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien stammen. Dazu kann auch der Anschluss an ein Wärmenetz beitragen, wenn dieses zu mindestens 55 % aus erneuerbaren Energiequellen gespeist wird. Die Ermittlung des erneuerbaren Anteil eines Wärmenetzes kann durch das Verfahren nach AGFW Arbeitsblatt FW 309 Teil 5 erfolgen und nach der zugehörigen Musterbescheinigung nach AGFW Arbeitsblatt FW 309 Teil 7 nachgewiesen werden.

Erreicht ein neugebautes oder saniertes Gebäude neben den Anforderungen an die jeweilige Effizienzhausklasse auch die Anforderung an die EE-Klasse erhöht sich die Förderquote im Neubaubereich um 2,5 Prozentpunkte und bei Sanierungen um 5 Prozentpunkte.

Übersicht Förderhöhen

Die möglichen Förderhöhen in Abhängigkeit der erreichten Effizienzhausklassen lassen sich folgender Übersicht entnehmen.

 

ohne EE-Paket

mit EE-Paket

 

Förderquote

Förderquote

Neubau

EH 55

15%

17,5%

Effizienzhaus 40

20%

22,5%

Sanierung

Denkmal

25%

30%

Effizienzhaus 100

27,5%

32,5%

Effizienzhaus 70

35%

40%

Effizienzhaus 55

40%

45%

Effizienzhaus 40

45%

50%

 

Die gesamte Förderrichtlinie und die Technischen Mindestanforderungen finden Sie online.

Uns hat  eine Vielzahl von Fragen zum Thema BEG erreicht. In Gesprächen mit dem Bafa, der KfW und dem BMWi konnten wir einige von ihnen beantworten und darüber hinaus auch Lösungsvorschläge für bestehende Probleme einbringen, die auch umgesetzt wurden. Die Antworten auf einige der häufigsten Fragen können wir Ihnen hier präsentieren.

Wie wird der Nachweis über den erneuerbaren Anteil des Wärmenetzes erbracht?

  • Das Verfahren nach der aktuellen Version des Arbeitsblattes 309 Teil 5  kann als Nachweis über den erneuerbaren Anteil eingesetzt werden
  • Der Nachweis wird durch das Versorgungsunternehmen erbracht

Sind die Förderungen mit anderen Programmen kombinierbar?

  • Kumulierung einer Förderung für dieselbe Maßnahme mit anderen Fördermitteln ist möglich
  • Bei Kombination mit Förderung nach KWKG/KWKAusV ist eine Erklärung über bereits erhaltene Förderung nötig
  • Durch Kumulierung darf Förderquote von 60 % nicht überschritten werden

Wird Wärme aus Müllverbrennungsanlagen als erneuerbar anerkannt?

  • Der biologisch abbaubare Teil des Abfalls gilt nach RED (2018/2001) als Biomasse
  • Nach FW 309 Teil 5 kann der erneuerbarer Anteil der Wärme aus Abfallverbrennungsanlagen pauschal mit 50 % angenommen werden

Ist Wärme aus Anlagen, die Biomethan einsetzen erneuerbar?

  • Biomethan wird nach RED (2018/2001) als eine Biogasqualität definiert

Können Umfeldmaßnahmen im BEG-EM gefördert werden, wenn die Wärmeübergabestation beim Versorger verbleibt?

  • Die Förderung für Umfeldmaßnahmen ist auch möglich, wenn die Wärmeübergabestation im Eigentum des Fernwärmenetzbetreibers verbleibt
  • Wärmenetzbetreiber kann als Förderung abwickeln

Wie sind Anschlüsse im BEG-EM förderfähig, wenn die Wärmeübergabestation beim Fernwärmeversorger verbleibt?

  • Förderung aller förderfähigen Komponenten und Umfeldmaßnahmen, wenn der Wärmenetzbetreiber als Contractor auftritt
  • Förderung von Hausübergabestation und Hausanschlussleitung an Wärmenetzbetreiber, wenn die Komponenten in dessen Eigentum verbleiben und Förderung des von Umfeldmaßnahmen an den Gebäudeeigentümer/ nutzen

Kann die Förderung nach BEG-EM und BEG-WG kombiniert werden?

  • Eine Kumulierung der Förderung der Programmbausteine BEG-EM und BEG-WG für dieselbe Maßnahme ist ausgeschlossen. So ist z.B. der Anschluss an ein Wärmenetz nicht als Einzelmaßnahme förderfähig, wenn dieser bereits im Rahmen der Sanierung des Gebäudes mitgefördert wurde.
  • Für ein Gebäude können jedoch für unterschiedliche Maßnahmen mehrere separate Antrage gestellt werden. Es ist also möglich, dass Sanierungsmaßnahmen, um ein Effizienzhausniveau zu erreichen, abgesehen vom Austausch der Heizungstechnik durch die BEG-WG gefördert werden und der Wärmenetzanschluss eine Förderung nach BE-EM erhält.

Kann der erforderliche Erneuerbaren Anteil an der Wärmeerzeugung durch eine objektgebundene Kombination eines Wärmenetzanschlusses mit anderen erneuerbaren Wärmeerzeugungsoptionen erreicht werden?

  • Eine objektgebundene Kombination lokaler Erneuerbarer Anlagen mit einem Wärmenetzanschluss, um den erforderlichen Erneuerbaren Anteil zu erreichen, ist nicht möglich. Eine lokal begrenzte Erhöhung des Erneuerbaren Anteils eines Wärmenetzes ist jedoch über den Nachweis des Erneuerbaren Anteils für einen abgrenzbaren Teilbilanzkreis möglich.

Gilt Abwärme als Erfüllungsoption, um den erforderlichen Erneuerbaren Anteil an der Wärmeversorgung über ein Wärmenetz nachzuweisen?

  • Unvermeidbare Abwärme gilt nach den derzeitig gültigen Förderrichtlinien für die BEG nicht als Erfüllungsoption für den Erneuerbaren Anteil.

Können Planungsdaten für den Nachweis des Erneuerbaren Anteils des Wärmenetzes zu Grunde gelegt werden?

  • Eine Zertifizierung des erneuerbaren Anteils eines Wärmenetzes nach AGFW Arbeitsblatt FW 309 Teil 5 ist auf der Basis von gemessenen Bilanzdaten möglich, kann aber auch auf Grundlage von Plandaten erfolgen, wenn die Anlagen noch nicht in Betrieb oder gebaut sind. Es ist zu beachten, dass bei der Nutzung von Plandaten die maximale Geltungsdauer der BEscheinigung sieben Jahre beträgt und dass die Folgebescheinigung ausschließlich auf Bilanzdaten basieren muss.

Ist die Ermittlung des Erneuerbaren Anteils für einen Teilbilanzkreis für den Nachweis der EE-Klasse zulässig?

  • Ja, die Ermittlung des Erneuerbaren Anteils für einen abgrenzbaren Teilbilanzkreis eines Wärmenetzes ist möglich. Die Abgrenzung eines solchen Teilbilanzkreises gegenüber dem vorgelagerten Netz muss mit Hilfe eines separaten Wärmemengenzählers geschehen. Die ausführlichen Regelungen für die Bilanzierung eines Teilbilanzkreises finden Sie im AGFW Arbeitsblatt FW 309 Teil 1.

Ist der Einsatz von Heizöl zur Spitzenlast Wärmeerzeugung für Wärmenetze förderschädlich?

  • Der Einsatz von Heizöl hat keinen negativen Einfluss auf die Förderfähigkeit eines Anschlusses an ein öffentliches Wärmenetz im BEG-EM. Für die Förderung eines Gebäudenetzes oder den Anschluss an ein solches im BEG-EM ist der Heizöleinsatz ausgeschlossen.
  • Um die Förderfähigkeit für einen Neubau in BEG-WG oder BEG–NWG zu erreichen gilt neben den Anforderung an die Effizienzhausniveaus außerdem, dass eine eine auf fossilem Öl basierende Wärmeerzeugung in Nah‐ und Fernwärmenetzen maximal 10 % der jährlichen Wärmemenge des Netzes liefern darf; z. B. über ölbetriebene Reservekessel. Als Nachweisverfahren dient das AGFW‐Arbeitsblatt FW‐309 Teil 5 sowie die Musterbescheinigung nach FW‐309 Teil 7

Eine weitere, ständig aktualisierte und ergänzte Sammlung von FAQs zur Förderfähigkeit eines Anschlusses an Wärmenetz im BEG finden Sie auch auf der Webseite des BMWi.