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31. Dresdner Fernwärme-Kolloquium: Mehr als 400 Experten diskutieren über Zukunft der Fernwärme

22.09.2026
Mattat: „Eckpunkte für KWKG-Novelle weisen in die richtige Richtung – jetzt kommt es auf eine schnelle Umsetzung an“ Wie kann die Wärmewende in Deutschland gelingen? Und welche Rolle spielt dabei die Fernwärme? Darüber diskutieren heute und morgen mehr als 400 Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Kommunen und der Politik in Dresden.

Bereits zum 31. Mal veranstaltet der Energieeffizienzverband AGFW sein Fernwärme-Kolloquium, das sich über die Jahre zu einer zentralen Branchen-Veranstaltung entwickelt hat. Eine begleitende Ausstellung mit über 60 Unternehmen zeigen die Innovationskraft und das Potenzial der Fernwärme.

Das Timing passte dieses Jahr genau: Erst gestern hatte das Bundeswirtschaftsministerium die von Verband und Mitgliedsunternehmen lange geforderte Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) eingeläutet. Stephanie von Ahlefeldt, Abteilungsleiterin für Energieeffizienz, Wärme und Energieforschung im BMWE, stellte den Teilnehmenden in ihrem Impuls die Eckpunkte des Wärmenetzpakets und weitere Handlungsansätze der Bundesregierung vor. Dass es bei der Umsetzung der Wärmewende vor Ort vor allem auf Planungs- und Investitionssicherheit ankommt, unterstrichen unter anderem Roland Warner, Vorsitzender der Geschäftsführung der eins energie in sachsen GmbH & Co. KG sowie Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke München GmbH, in ihren Vorträgen.

Vor diesem Hintergrund weisen die gerade vorgelegten Eckpunkte zur KWKG-Novelle für AGFW-Geschäftsführer Frank Mattat genau in die richtige Richtung. „Wichtig ist jetzt, ähnlich wie beim Wärmenetzpaket, dass wir schnell in die konkrete Umsetzung kommen. Die vorgesehene Verlängerung des KWKG bis 2035 greift eine unserer zentralen Forderungen auf. Damit erhalten die Unternehmen einen deutlich verlässlicheren Rahmen für Investitionen in KWK-Anlagen und deren Einbindung in die Transformation der Wärmenetze.“ Die Verkürzung der Förderdauer von 30.000 auf 20.000 Vollbenutzungsstunden bei gleichzeitig 1,5-fachem Fördersatz entspreche ebenfalls dem vom AGFW vorgeschlagenen Ansatz. „Die Förderwirkung bleibt grundsätzlich erhalten, zugleich werden stärkere Anreize für einen flexiblen und strommarktorientierten Betrieb der Anlagen gesetzt“, so Mattat. Auch Wärmenetze und Speicher werden durch die Novelle deutlich gestärkt. So soll die maximale Förderung je Wärmenetzprojekt von 50 auf 100 Millionen Euro steigen, das jährliche Budget für Wärme- und Kältenetze sowie Speicher von 150 auf 400 Millionen Euro. Zugleich wird das Förderverfahren durch die Rückkehr zur Inbetriebnahme als maßgeblichem Anknüpfungspunkt praxistauglicher und die Fördervoraussetzungen werden an die EED-Kriterien für effiziente Fernwärme angepasst.

Die Eckpunkte greifen zwar mehrere zentrale Anliegen des AGFW auf und enthalten wichtige Verbesserungen. Gleichzeitig bleiben jedoch einige Punkte kritisch, insbesondere die weitere Begrenzung der förderfähigen Vollbenutzungsstunden, zusätzliche Anforderungen an Modernisierungen und die stärkere Einschränkung der Förderung bei niedrigen Strompreisen.

Neben den politischen Rahmenbedingungen dreht sich der erste Tag des Fernwärme-Kolloquiums um den
aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung und die Fortschreibung der Wärmepläne. Morgen stehen Praxisberichte aus Unternehmen und Kommunen im Fokus, unter anderem zu Fernwärmetransformation und -erzeugung sowie zu digitalen Wärmenetzen.

 

Von links: Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke München GmbH; Stephanie von Ahlefeldt, Abteilungsleiterin für Energieeffizienz, Wärme und Energieforschung, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Frank Mattat, Geschäftsführer AGFW; Moderator Axel Pechstein, Bereichsleiter Kraft und Wärme, SachsenEnergie AG.
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