Fernwärme im aktuellen Halbjahresbericht erneut preisstabil
Die von AGFW, BDEW und VKU entwickelte Preistransparenzplattform hat sich am Markt fest etabliert, bildet mehr als 50 Prozent des deutschen Fernwärmeabsatzes ab und schafft somit eine verlässliche und transparente Datengrundlage. Sie umfasst rund 27.000 km Fernwärmenetz und 61.500 GWh Wärmeabsatz. Zum Stichtag 1. April 2026 sind 710 Teilnetze auf der Plattform gelistet. Seit Beginn der Plattform sind 158 Teilnetze hinzugekommen.
Preisstabilität
Die Preisentwicklung am Wärmemarkt zeigt, dass Fernwärme im Vergleich zu Öl, Gas oder Holzprodukten deutlich weniger anfällig für kurzfristige Preissprünge ist. Aufgrund der typischen Preisanpassungssystematik werden Preisveränderungen in der Regel nur zeitversetzt und schrittweise an die Kundinnen und Kunden weitergegeben. Nach den Daten der Plattform passen mehr als 60 Prozent der Versorgungsunternehmen ihre Preise jährlich an, meist zum 1. Januar. Dadurch werden Preisspitzen geglättet, und Entwicklungen auf den globalen Energiemärkten werden für Fernwärmekunden erst zeitverzögert sichtbar.
Die aktuellen Zahlen zur Preistransparenzplattform unterstreichen die hohe Preisstabilität im Markt: Seit 2023 liegt der gewichtete Mischpreis für Fernwärme stabil bei rund 16 ct/kWh brutto. Für den Stichtag 01.04.2026 liegt der gewichtete Mischpreis für den Abnahmefall Mehrfamilienhaus bei 15,6 ct/kWh brutto.
Zugleich macht die Auswertung deutlich, dass die Fernwärmepreise für die überwiegende Mehrheit der Kundinnen und Kunden in einem engen Korridor liegen: Für nahezu den gesamten erfassten Wärmeabsatz bewegen sie sich zwischen 12,5 und 17,5 Cent pro Kilowattstunde. Preisabweichungen nach oben oder unten betreffen nur einen kleinen Teil des Marktes. Die Fernwärme ist ein stark lokal geprägtes Produkt, dessen Preisniveau wesentlich von den jeweils verfügbaren Energieträgern und deren Kosten vor Ort abhängt.
„Die Fernwärmepreise bleiben im Marktvergleich verlässlich und gut nachvollziehbar. Die Preistransparenzplattform zeigt, dass Fernwärmekunden auch in einem volatilen Energiemarkt ein hohes Maß an Planungssicherheit haben“, so Frank Mattat, Geschäftsführer des AGFW.
Dekarbonisierung der Fernwärme
Die Dekarbonisierung der Fernwärme ist in vollem Gange. Die aktuellen Daten verdeutlichen, dass die Versorgungsunternehmen bereits heute große Schritte in Richtung einer klimafreundlichen Wärmeversorgung machen und ihre Netze systematisch umbauen, um die ambitionierten Ziele für die kommenden Jahre zu erreichen. Insgesamt sind bereits 29 Prozent des Wärmeabsatzes klimafreundlich. Zugleich erfüllen 314 der 710 gemeldeten Wärmenetze schon heute die gesetzlichen Vorgaben für 2030. Das belegt: Die Branche investiert, modernisiert und setzt zunehmend auf erneuerbare Energien, unvermeidbare Abwärme sowie weitere klimafreundliche Quellen.
„Fernwärme ist der zentrale Hebel der Wärmewende, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten und Regionen mit geeigneten Rahmenbedingungen. Die Transformation der Wärmenetze ist jedoch anspruchsvoll und erfordert Planungssicherheit und einen passenden Investitionsrahmen. Genau deshalb kommt es nun darauf an, den eingeschlagenen Pfad konsequent weiterzugehen und den Anteil klimafreundlicher Erzeugung in den kommenden Jahren Schritt für Schritt auszubauen“, erklärt Frank Mattat und ergänzt: „Damit das gelingt, brauchen wir dringend eine entsprechende Reform der AVBFernwärmeV. Diese Reform muss zusammen mit der Anpassung der Wärmelieferverordnung und der gesetzlichen Absicherung des BEW Teil des derzeit diskutierten Wärmenetzpakets sein.
Der Halbjahresbericht zur Preistransparenzplattform ist unter waermepreise.info/Berichte abrufbar.



