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Alter Wein in neuen Schläuchen – Wärmewende braucht verlässliche Rahmenbedingungen statt Überregulierung

04.11.2025
Der AGFW – Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK – nimmt zum heute veröffentlichten Sektorgutachten der Monopolkommission Stellung. Aus Sicht des Verbandes gefährden die vorgeschlagenen Maßnahmen zentrale Investitionsanreize für die Wärmewende.

Die bekannten Forderungen nach gesetzlichem Drittzugang und weiterer Preisregulierung bleiben technisch unrealistisch und wirtschaftlich schädlich, die Bundesregierung hat sie in dieser Form bereits verworfen. „Fernwärmenetze sind lokale, hochindividuelle Systeme“, betont Geschäftsführer Werner Lutsch. Ein pauschaler Drittzugang ignoriert Realitäten, schafft Bürokratie und Kosten – ohne Mehrwert für Verbraucher.

 

Die Branche investiert massiv in die Transformation und den Netzausbau. Statt neuer Regulierungsdebatten braucht es stabile Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und den Abbau von Hemmnissen. „Wirklich nötig sind die AVBFernwärmeV-Novelle und eine Reform der Wärmelieferverordnung“, so Lutsch. Der Verband begrüßt, dass die Monopolkommission die Benachteiligung der Fernwärme durch die Wärmelieferverordnung erkennt. „Wir brauchen hierbei endlich ein Level Playing Field“, ergänzt John Miller, stellvertretender Geschäftsführer und Bereichsleiter Politik.

 

Auf eine hohe Transparenz legen die Fernwärmeversorger bereits heute Wert. Die Preise sind für jeden einsehbar, in der Regel auf der eigenen Webseite und oftmals auch auf der Preistransparenzplattform. „Die Verbände-Preistransparenzplattform wird rege genutzt und sollte gezielt gestärkt werden: übersichtlich, praktikabel und unter Einbezug weiterer Marktteilnehmer“, so Miller.

 

Einen Grundversorgungstarif (Price-Cap) lehnt der AGFW ab, da der Nutzen ungeklärt ist. Der Verwaltungsaufwand wäre hoch und eine jährliche Wechseloption käme einem einseitigen Kündigungsrecht gleich. Das würde die Investitions- und Planungssicherheit untergraben, den Netzausbau bremsen und lokalen Kostenstrukturen sowie langfristigen Beschaffungsplänen widersprechen. Statt neuer Regime sollten bewährte kartellrechtliche Instrumente konsequent angewendet und die Transparenzplattform gestärkt werden.

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