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AGFW-Pressemitteilung


Fachtage Fernwärme auf 2022 verschoben

Frankfurt am Main, 02.12.2020 | Der AGFW hat die zuletzt für Anfang März 2021 geplanten „Fachtage Fernwärme“ auf das Frühjahr 2022 verschoben. „Die Gesundheit unserer Mitglieder ist uns das größte Anliegen“, erklärte AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch. Gleichzeitig solle die Veranstaltung aufgrund der notwendigen Vorbereitungen nur dann angesetzt werden, wenn eine Umsetzung realistisch erscheine. „Die derzeitige, sehr dynamische Pandemielage zeigt, dass sich Ausgangsbedingungen für Veranstaltungen sehr schnell ändern können. Wir bitten daher um Verständnis für die Entscheidung, die uns nicht leichtgefallen ist. Der neue Termin für die Fachtage 2022 wird zeitnah bekannt gegeben.“

Der Verband arbeite derzeit an einer virtuellen Lösung, um Ausstellern und Sponsoren dennoch eine Möglichkeit zu geben, sich – zumindest virtuell – den AGFW-Mitgliedsunternehmen zu präsentieren. „Wir kommen hier zeitnah mit weiteren Informationen auf Sie zu“, so Werner Lutsch.

Ansprechpartner

Der AGFW fördert als unabhängiger, neutraler und leistungsstarker Energieeffizienzverband seit über 45 Jahren die Entwicklung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien, der Fernwärme-, Kälteversorgung sowie Speicherung aller Größenordnungen auf nationaler und internationaler Ebene.

Werner R. Lutsch
Geschäftsführer AGFW e. V.
Telefon: +49 69 6304-278
E-Mail: w.lutsch@remove-this.agfw.de

Christopher Martin
Pressesprecher AGFW
Telefon: +49 69 954316-0
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Aus- und Umbau städtischer Fernwärme als Beitrag einer sozial-ökologischen Wärmepolitik

Perspektive der Fernwärme: Energieeffizienzverband AGFW, Hamburg Institut und Prognos AG stellen neue Studie vor

Frankfurt am Main, 26.11.2020 Im Rahmen einer Online-Veranstaltung mit 250 Teilnehmern haben gestern der Energieeffizienzverband AGFW als Auftraggeber sowie das Hamburg Institut und die Prognos AG die neue Studie „Perspektive der Fernwärme – Aus- und Umbau städtischer Fernwärme als Beitrag einer sozial-ökologischen Wärmepolitik“ vorgestellt. Die neue Studie beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen, die für den kontinuierlichen Ausbau der urbanen Fernwärme und deren Vergrünung in Deutschland notwendig sind. So könne der Anteil der Fernwärme in städtischen Gebieten durch den Ausbau und die Verdichtung der Wärmenetze langfristig auf etwa 30 Prozent des Wärmebedarfs der Gebäude gesteigert werden. Stimmten die Förderkonditionen, könne zudem die Zielmarke von 45 Prozent erneuerbarer Wärme bis 2030 erreicht werden. 

Wohnungswirtschaft begrüßt Aus- uns Umbau der Fernwärme

Zu den Mitwirkenden der Veranstaltung gehörte unter anderem Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Gerade für die Wohnungswirtschaft sei die Studie und das darin gezeigte Potential der Fernwärme ein „extrem wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität“. Gedaschko: „Zum einen sind fast 50 Prozent der Wohnungsbestände der mehr als 3.000 Mitgliedsunternehmen des GdW an die Fernwärme angeschlossen. Zum anderen zeigt sich leider immer deutlicher, dass trotz aller Investitionen in die Energieeffizienz weder der Energieverbrauch, noch der CO2-Footprint der Wohnungen wie eigentlich erwartet absinken. Es wird vielmehr immer klarer, dass deutlich mehr Energie für Raumwärme und Warmwasser benötigt wird als theoretisch berechnet. Daher kommt dem letztlich bezahlbaren Umbau der Fernwärmesysteme eine herausragende Bedeutung für einen sozial vertretbaren Pfad zur Erreichung der Klimaziele zu.“

33 Milliarden Investitionen insgesamt nötig – Förderbedarf von jährlich 1,8 Milliarden Euro 

Um den angestrebten Aus- und Umbau der Fernwärme auf 30 Prozent des Wärmebedarfs von Gebäuden in urbanen Räumen und einem Anteil erneuerbarer Wärme von 45 Prozent bis 2030 zu erreichen, haben die Autoren der Studie einen Gesamtinvestitionsbedarf von rund 33 Milliarden Euro errechnet. „Im Zeitraum bis 2030 ergibt sich zur Schließung der Wirtschaftslücke ein Fördermittelbedarf etwa 1,8 Milliarden Euro pro Jahr“, erklärt Marco Wünsch, Principal bei der Prognos AG.

Die Wärmegestehungskosten für Wärme aus erneuerbaren Energien lägen heute noch höher als die von Wärme aus fossilen Brennstoffen. Auch würden künftig mehr Wärmespeicher benötigt. Bestehende Instrumente wie das KWKG oder EEG deckten zum Teil Elemente des Ausbaus und der Transformation der Wärmenetze ab, beispielsweise die Förderung des Wärmenetzausbaus im KWKG. Die Förderung sei aber sowohl im KWKG als auch im EEG an die Stromerzeugung gekoppelt, so Wünsch. Erneuerbare Wärme werde mit diesen Gesetzen nur indirekt und in Verbindung mit der Stromproduktion gefördert. „Investitionen im Fernwärmebereich werden mit einer längerfristigen Perspektive getroffen. Für die Stadtwerke und Wärmenetzbetreiber sind daher verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit wichtig, um die notwendigen Investitionsentscheidungen treffen zu können.“

Fernwärme ermöglicht sozialverträgliche Dekarbonisierung des Wärmesektors

Das geplante Programm „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“ besitze das Potenzial, die bestehende Förderlücke im Bereich der erneuerbaren Fernwärmeerzeugung zu schließen – sofern die Ausgestaltung realistisch erfolge, betont Christian Maaß, Geschäftsführer des Hamburg Instituts. Eine ausreichende Fördermittelausstattung sei wesentlich für den Erfolg des Fernwärmeausbaus in den kommenden Jahren. „Vor allem in Anbetracht der perspektivisch steigenden Kosten für fossile Heizenergieträger und der oft hohen spezifischen Kosten für tiefgehende energetische Gebäudesanierungen ist die Erzeugung und Verteilung erneuerbarer Wärme ein sozialverträgliches Mittel zur Dekarbonisierung des Wärmesektors“, so Maaß. „Der Ausbau erneuerbarer Wärmeversorgungsstrukturen unterstützt eine Form der Wärmeerzeugung, die auf lokalen Ressourcen basiert und durch langjährige Wärmeliefer-Verträge abgesichert ist.“

Energiewirtschaft stellt sich Verantwortung, bedarf aber politischer und wirtschaftlicher Unterstützung

Für AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch stellt die neue Studie die logische Weiterentwicklung der viel beachteten 70/70- und 40/40-Strategien des AGFW dar. „Fernwärme aus einem stetig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien bildet eine der Schlüsseltechnologien für das Gelingen der Wärmewende in Deutschland.“ Besonders im Gebäudesektor stecke enormes Potenzial. Dieser müsse bis spätestens 2050 klimaneutral versorgt werden, um die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 90 Prozent oder mehr zu senken. „Mit der Studie zeigen wir, welcher Investitionsbedarf auf die Energieversorger und Stadtwerke zukommt und welche Förderkulissen für einen effizienten Aus- und Umbau der Fernwärmeversorgung in Deutschland notwendig sind. Hier sehen wir die Politik in der Pflicht, die Rahmenbedingungen passgenau zu gestalten, indem beispielsweise Förderprogramme mit einer langfristigen Perspektive und einer ausreichenden finanziellen Ausstattung geschaffen werden. Die Energiewirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst, kann sich diesen großen Herausforderungen aber nicht allein stellen.“ 


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Hier können Sie die Kurzfassung der Studie downloaden.

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Werner R. Lutsch
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Lutsch: „Grüne Fernwärme ist Schlüsseltechnologie der Wärmewende“

Frankfurt am Main, 02.11.2020 | Unter besonderen Bedingungen fand am 27. und 28. Oktober 2020 das 25. Dresdner Fernwärme-Kolloquium statt. Im Jubiläumsjahr war es wegen der Corona-Pandemie notwendig geworden, die gesamte Fachveranstaltung rein virtuell umzusetzen. Mit zahlreichen Referenten und über 120 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet zog AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch ein sehr positives Fazit: „Unsere Mitgliedsunternehmen zeigen als Energieversorger, Stadtwerke und Dienstleister jeden Tag ihre Leistungsfähigkeit in der Pandemielage. Das Gelingen des Dresdner Fernwärme-Kolloquiums und die zahlreichen kompetenten Beiträge aus der Praxis machen deutlich, dass wir als Branche gut aufgestellt sind. Der fachliche Austausch rund um die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und die damit verbundenen Herausforderungen zeigen, wie wichtig stimmige politische Rahmenbedingungen und gute Förderbedingungen sind. Grüne Fernwärme mit einem immer größeren Anteil erneuerbarer Energien ist die Schlüsseltechnologie zum Gelingen der Wärmewende in Deutschland.“ Der Energieeffizienzverband werde sich im Austausch mit der Politik weiterhin dafür einsetzen, diese Rahmenbedingungen aktiv zu gestalten.

KWKG, GEG und BEW – politische Rahmenbedingungen auf dem Prüfstand

Was sich bei den Rahmenbedingungen und Förderkonditionen derzeit ändert, davon berichtete unter anderem Andreas Jung aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Er erklärte Details zum neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG), das mehrere bestehende gesetzliche Regelungen zusammenfasst und am 1. November 2020 in Kraft tritt. Dr. Martin Pehnt, Geschäftsführer des ifeu Instituts für Energie- und Umweltforschung aus Heidelberg, erläuterte das Bundesförderprogramm Effiziente Wärmenetze, das er gemeinsam mit anderen Instituten in der Entstehung begleitet hat. AGFW-Vorstandsmitglied Dr. Maik Piehler von den Stadtwerken Leipzig appellierte an die Teilnehmer, technologieoffen die besten Lösungen für den jeweiligen Standort zu finden. Ob man auf Geothermie, Photovoltaik, Abwärme, Gas oder Wasserstoff setze: Klar sei in jedem Fall, dass die Wärmewende von den Versorgungsunternehmen nicht allein gestemmt werden könne. Unterstützt wurde er bei diesem Appell von seinem AGFW-Vorstandskollegen Dr. Rutger Kretschmer von der DREWAG - Stadtwerke Dresden GmbH. Die Transformation des Wärmesektors könne nicht Aufgabe einzelner Unternehmen sein. Nur im Schulterschluss mit der Politik und anderen Segmenten wie der Immobilienwirtschaft könne es gelingen, die Fernwärmeversorgung im Gebäudebestand zu erhöhen, Kraftwerke umzubauen, bestehende Wärmenetze zu erweitern und in der Speicherung erneuerbarer Energien weitere Fortschritte zu machen.

Praxis-Berichte zeigen Herausforderungen der Wärmewende

Anhand praktischer Beispiele, insbesondere dem Blick auf Quartiere in der Stadtentwicklung, wurde deutlich, wie vielfältig die Herausforderungen beim Umbau der Wärmeversorgung in Deutschland sind. Der Weg zur „grünen Fernwärme“ und die damit verbundene Einspeisung erneuerbarer Energien, stellt die Branche vor große Anstrengungen. Der dadurch notwendige Umbau der Systeme – Stichwort Reduktion der Netztemperaturen – und der Blick auf die Digitalisierung waren einige der intensiv diskutierten Themen des 25. Dresdner Fernwärme-Kolloquiums. Die Sonderveranstaltung „Wärmewende durch Geothermie“ brachte den Teilnehmenden aus ganz Deutschland einen aktuellen Überblick über die großen Chancen, die die Tiefengeothermie für die Fernwärme bietet. Der AGFW ist Teil der gleichnamigen Initiative, der Geothermie-Unternehmen aus ganz Deutschland, Forschungsinstitute und mehrere Verbände angehören. Weitere Informationen zur Initiative gibt es unter www.agfw.de sowie unter www.waermewende-durch-geothermie.de.

Pressemitteilung zum Download:
PM_DDK_2020 [PDF]

BU: AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch (rechts) mit Harald Rapp, Bereichsleiter Stadtentwicklung des AGFW, beim 25. Dresdner Fernwärme-Kolloquium. Bildquelle: AGFW

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Intelligente Hausanschlussstationen können Fernwärme noch effizienter machen

Frankfurt am Main / Olbersdorf, 29.09.2020 Gemeinsam mit weiteren Institutionen hat der Energieeffizienzverband AGFW heute in Olbersdorf die Ergebnisse eines Projekts zu intelligenten Hausanschlussstationen vorgestellt. Diese helfen dabei, das Gesamtsystem der Fernwärme vom Erzeuger zum Endkunden noch effizienter und ressourcenschonender abzubilden. Besonders für städtische Quartiere, in denen enormes CO2-Einsparpotenzial steckt, kann die Umstellung auf intelligente Hausanschlussstationen lohnend sein, so eine Erkenntnis des Projektteams.

„Bei der Fernwärme handelt es sich bereits um eine sehr effiziente Form der Wärmeversorgung. In Verbindung mit Kraft-Wärme-Kopplung und einem immer höheren Anteil erneuerbarer Energien in der Wärmeversorgung stellt Fernwärme eine der Schlüsseltechnologien dar, um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen“, erklärt Harald Rapp, Bereichsleiter Stadtentwicklung des AGFW. „Mit iHAST kann das Gesamtsystem noch bedarfsgerechter, noch effizienter gesteuert werden und dies ohne Komfortverlust beim Kunden. Eine höhere Flexibilität ist Grundvoraussetzung dafür, dass die Energiewende im Allgemeinen und die Wärmewende im Speziellen gelingen können. Sie ist ein Beitrag zur nationalen Digitalisierungsstrategie“, so Harald Rapp weiter. Die durch intelligente Hausanschlussstationen unterstützte mögliche Temperaturreduktion des Vor- und Rücklaufes der Fernwärmeleitung helfen dabei, das Gesamtsystem noch effizienter zu gestalten und den Einsatz von erneuerbaren Energien voran zu treiben. Auch auf der Kundenseite kann die iHAST in Verbindung mit dem hydraulischen Abgleich in Gebäuden zu noch mehr Transparenz des eigenen Verbrauchs, zu neuen Dienstleistungsmodellen führen und einen weiteren Beitrag zur regionalen Wertschöpfung leisten, so das Ergebnis der Studie.

Zu den AGFW-Mitgliedern zählen deutschlandweit mehr als 500 Stadtwerke, Energieversorger und Dienstleister. „Intelligente Hausanschlussstationen sind Teil unserer nationalen Digitalisierungsstrategie und ersetzen künftig ‚einfache‘ Hausanschlussstationen. Mit ihnen wird eine Fernwartung der Stationen möglich sowie eine permanente Optimierung und flexible Anpassung an das Nutzerverhalten der Bewohner. So kann die Fernwärme optimal eingesetzt werden.“ Das Projekt wurde vom Sächsischen Staatsministerium des Innern gefördert und vom AGFW und AGFW-Mitgliedsunternehmen unterstützt.

Hier können Sie den Bericht downloaden.

iHAST-Projektbeteiligte:
Die wissenschaftliche Bearbeitung wurde von der Technischen Universität Dresden, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart übernommen. Partner auf Quartiersebene waren die Stadt Olbersdorf, die WVO Wärmeversorgungsgesellschaft Olbersdorf mbH, die SWE Energie GmbH, die TEAG Thüringer Energie AG, beide aus Erfurt, die inetz GmbH, Chemnitz die Netz Leipzig GmbH sowie die Stadtwerke Gotha GmbH. Weiterer fachlicher Begleiter war die Energieagentur des Landes Thüringen, die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH, (ThEGA) aus Erfurt. Eine abschließende fachliche Bewertung wurde durch die Sächsische Energieagentur SAENA GmbH, Dresden vorgenommen. Die Gesamtkoordination erfolgte durch den AGFW.

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AGFW begrüßt Fortsetzung der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke

Frankfurt am Main, 14.09.2020 | Die von der Bundesregierung, 21 Verbänden und Organisationen der deutschen Wirtschaft getragene Initiative Energieeffizienz-Netzwerke geht weiter. Von Januar 2021 bis Dezember 2025 sollen 300 bis 350 neue Netzwerke entstehen. Bei diesen handelt es sich um Zusammenschlüsse von jeweils 8 bis 15 Unternehmen, die sich regelmäßig über Einsparpotenziale austauschen und von Experten beraten lassen. Das gemeinsame Ziel: Den eigenen Energieverbrauch zu senken und Treibhausgas-Emissionen einzusparen.

Gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Verbände unterzeichneten Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesumweltministerin Svenja Schulze heute in Berlin die Vereinbarung zur Fortsetzung der Initiative. Das inhaltliche Spektrum der Netzwerke wird in der neuen Periode um die Themen Energiewende, Klimaschutz und Nachhaltigkeit erweitert.

Der Energieeffizienzverband AGFW unterstützt seit 2015 die Initiative und begrüßt deren Fortsetzung. „Die Akteure haben sich mit der Schaffung zahlreicher neuer Netzwerke und der Einsparung von 9 bis 11 Terrawattstunden Endenergie ehrgeizige Ziele gesetzt“, erklärte AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch am Montag. „Wir halten diese allerdings für erreichbar und unterstützen die Initiative gerne weiterhin. Es kann uns allen nur gemeinsam gelingen, die Klimaziele zu erreichen. Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung können dabei einen entscheidenden Beitrag leisten. Durch einen verstärkten Ausbau und eine sukzessive Transformation der Fernwärme mit mehr klimaneutralen Anteilen können wir die Wärmewende erfolgreich gestalten.“

Gute Erfahrungen mit Effizienz-Netzwerken in der Praxis

Der AGFW, zu dessen über 500 Mitgliedern Stadtwerke, Energieversorger und Dienstleister aus ganz Deutschland zählen, organisierte als Netzwerkträger bereits selbst zwei Effizienz-Netzwerke: Von 2015 bis 2017 ein erstes für die Fernwärmebranche, in dem die elf teilnehmenden Unternehmen das gemeldete Netzwerkziel von 100 GWh/a Energieeinsparung deutlich übertrafen. Erreicht wurden Einsparungen in Höhe von ca. 241 GWh/a beziehungsweise ca. 74.000 Tonnen CO2. Nach diesem Erfolg und der positiven Rückmeldung der Teilnehmer hatte der AGFW 2018 ein zweites Energieeffizienz-Netzwerk Fernwärme gegründet. Bis Ende 2020 wollen die elf teilnehmenden AGFW-Mitgliedsunternehmen aus Mittel-, Südwest- und Westdeutschland Energieeinsparungen von mindestens 280 GWh/a erreichen.

„Die beteiligten Unternehmen haben sehr vom gegenseitigen Austausch profitiert“, so Lutsch. Synergieeffekte und Know-how-Transfer spielen bei der Einsparung von Energie eine wichtige Rolle. Besuche bei Unternehmen vor Ort, die Erfahrungen mit Technologien gemacht haben, vermitteln anderen einen sehr guten Einblick.“ So könnten Einsparpotenziale, beispielsweise durch die Nutzung von Abwärme, erkannt und mit den Netzwerkpartnern geteilt werden. 

Das Prinzip der „Energieeffizienz-Netzwerke“

Ein Energieeffizienz-Netzwerk ist ein systematischer, zielgerichteter und unbürokratischer Erfahrungs- und Ideenaustausch von 8 bis 15, mindestens jedoch 5 Unternehmen oder Unternehmensstandorten über zwei bis drei Jahre zur gemeinsamen Steigerung der Energieeffizienz. Ziel der Netzwerke ist es, dass die Unternehmen dauerhaft eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz und damit potenziell eine spürbare Senkung der Energiekosten erreichen. Die Unternehmen führen zunächst mit Hilfe einer qualifizierten Energieberatung (intern oder extern) eine Bestandsaufnahme über ihr jeweiliges Einsparpotenzial durch. Sie setzen sich dann für die Laufzeit des Netzwerks je ein eigenes, unverbindliches Einsparziel sowie aus den kumulierten Zielen aller Unternehmen ein Einsparziel für das Netzwerk insgesamt.

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München, Frankfurt, Bochum, Berlin, den 15.07.2020

  • Geothermie ist „grüne Fernwärme“: sie dekarbonisiert die Wärme- und Kälteversorgung, verringert Energieimporte, bringt Versorgungssicherheit und schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland
  • Ziel der Initiative: das Potenzial der Geothermie für die Wärmewende in ganz Deutschland zu nutzen

12 Geothermie-Versorgungsunternehmen aus ganz Deutschland, das Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG sowie mehrere Verbände wollen mit ihrer heute startenden Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ zu einem besseren Verständnis und einer höheren Wahrnehmung der Geothermie in der gesellschaftlichen und politischen Diskussion beitragen. Auch der Energieeffizienzverband AGFW mit Sitz in Frankfurt am Main hat sich dem Bündnis angeschlossen.


AGFW-Geschäftsführer Werner Lutsch begrüßt das Ansinnen der Initiatoren: „Es ist wichtig, ein breites gesellschaftliches Bewusstsein für zentrale energiepolitische Fragen zu schaffen. Wir haben mit unserer viel beachteten 40/40-Strategie und dem darin formulierten Ziel, 40 Prozent der Wärmebereitstellung in 40 Prozent aller deutschen Kommunen bis zum Jahr 2050 mit einem hohen Anteil erneuerbar Energien zu erreichen, ein deutliches Zeichen gesetzt. Der AGFW unterstützt deshalb die neue Initiative. Geothermie kann einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende im Erzeugungsmix der Fernwärmeversorgung liefern.“

Die Wärmewende gehört zu den Top-Themen in Deutschland und Europa – ökologisch, ökonomisch und sozial. Die Nutzung der Erdwärme hat das Potenzial, der Wärmewende einen nachhaltigen Schub zu geben und die Fernwärmeversorgung in städtischen Regionen zu dekarbonisieren. Wie dieses Potenzial der Geothermie wirtschaftlich genutzt werden kann, zeigen Geothermie-Versorgungsunternehmen in Deutschland seit vielen Jahren. Jetzt haben sie sich in der Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ zusammengeschlossen, um dieses Potenzial der Geothermie auf die wirtschafts- und energiepolitische Agenda zu heben. Sie werden dabei unterstützt von Unternehmen der Bau- und Zulieferindustrie, Verbänden und Forschungsinstituten und sind offen für weitere Teilnehmer.
Der Erstimpuls für diese deutschlandweite Initiative kam von den Geothermie-Unternehmen der drei Münchner Landkreis-Gemeinden Grünwald, Unterhaching und Pullach sowie dem größten kommunalen Energieversorger Deutschlands, den Stadtwerken München. Gemeinsam leben sie seit Jahren bereits vor, dass die Geothermie „das Zeug hat, die Wärmewende in großen Schritten nach vorn zu bringen“. Der Weg dorthin geht über die Nutzung der erneuerbaren Energiequelle Erdwärme, die Umstellung von Fernwärmenetzen auf Geothermie, den Bau neuer und die Vernetzung bestehender Fernwärmenetze.

Die Geothermie-Unternehmen erkannten auch, dass dieser Weg faire Rahmenbedingungen braucht, die Unterstützung durch Wissenschaft und Forschung und eine breite gesellschaftliche Diskussion zu den Chancen des wichtigs-ten deutschen Bodenschatzes. Schnell zog der Erstimpuls Kreise – und heute gehören zur Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ bereits zwölf kommunale und privatwirtschaftliche Geothermie-Versorgungsunternehmen aus Bayern und Baden-Württemberg mit einer Gesamtwärmeversorgung von über 760 GWh p.a. Ebenfalls Teil der Initiative sind der Bundesverband Geothermie, der AGFW e.V., der VKU, Landesgruppe Bayern, der Bayerische Bauindustrieverband e.V., das Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG sowie die beiden Mittelständler Pfaffinger Unternehmensgruppe und Josef Weiß Elektrotechnik.

Gemeinsam treten Unternehmen, Verbände und das IEG an zu zeigen: „Geothermie kann Wärmewende. Als ‚grüne Fernwärme‘ dekarbonisiert sie die Wärme- und Kälteversorgung in städtischen Regionen, schafft Wertschöpfung in Deutschland, verringert Energieimporte und ist damit einer der Klimaschützer im Segment Wärme und Kälte. Geothermie ist unabhängig von Jahres- und Tageszeit, von Sonne und Wind und daher grundlastfähig. Sie ist die schnellstmögliche Lösung, um städtische Regionen CO2-neutral mit Wärme zu versorgen, und entspannt massiv die Diskussion, wo ausreichend Strom aus Erneuerbaren Quellen z.B. für die Mobilität herkommen soll. Geothermie ist marktreif, und sie funktioniert deutschlandweit – vorausgesetzt, die von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen sind fair.“
Weil Geothermie grundsätzlich allen Menschen in Deutschland zur Verfügung steht, gehen die Mitglieder der Initiative „Wärmewende durch Geothermie“ jetzt deutschlandweit in den Dialog: mit Städten, Landkreisen und Kommunen, mit Stadtwerken, Verantwortlichen in Landes- und Bundesministerien, mit Wirtschaftsforschungsinstituten, Multiplikatoren der Energiebranche sowie mit Unternehmen aus Industrie und Finanzbranche.

Ihr Link zur Initative: https://waermewende-durch-geothermie.de/!

Ansprechpartner
Der AGFW fördert als unabhängiger, neutraler und leistungsstarker Energieeffizienzverband seit über 45 Jahren die Entwicklung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien, der Fernwärme-, Kälteversorgung sowie Speicherung aller Größenordnungen auf nationaler und internationaler Ebene.

Pressemitteilung zum Download:
PM_Start_Initiative_Geothermie [PDF]

Christopher Martin
Pressesprecher AGFW

Anschrift:
FuP Kommunikations-Management GmbH
Am Dachsberg 198
D-60435 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 954316-0
Telefax: +49 69 954316-25
E-Mail: christopher.martin@fup-kommunikation.de

Frankfurt am Main, den 03.07.2020

Nach monatelangen, teils zähen Verhandlungen haben Bundestag und Bundesrat heute das Kohleausstiegsgesetz  verabschiedet. Damit wurde nicht nur der Weg für den Kohleausstieg in Deutschland, sondern auch für Anpassungen im Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz frei gemacht. Der Energieeffizienzverband AGFW, der die Diskussion intensiv begleitet und Änderungsvorschläge am Gesetzentwurf eingebracht hatte, zieht insgesamt ein verhalten positives Fazit: „Der Start in den Kohleausstieg ist vollzogen und erste Schritte für die Modernisierung und Transformation von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und Fernwärmenetzen sind eingeleitet worden. Das ist gut und gibt den Unternehmen mehr Planungs- und Investitionssicherheit für bereits begonnene Vorhaben. Allerdings bleibt der erhoffte starke Impuls für die Branche aus. Auch viele Chancen für Klima und Umwelt sind ungenutzt geblieben. Diese gilt es in Zukunft noch stärker gegenüber Politik und Gesellschaft zu adressieren.“

Das Kohleausstiegsgesetz enthält neben dem neuen Gesetz zur Reduzierung und zur Beendigung der Kohleverstromung Änderungen an weiteren Gesetzen, unter anderem am Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG):

Grundförderung für Kraft-Wärme-Kopplung auf Betreiben des AGFW erhöht
Der Zuschlag für KWK-Strom aus neuen, modernisierten oder nachgerüsteten KWK-Anlagen ab 2 MWel wird ab 2023 von 3,1 auf 3,6 ct/kWh erhöht – der AGFW hatte 3,7 ct/kWh zzgl. einer Kompensation für den Entfall der vermiedenen Netznutzungsentgelte gefordert. Damit fehlt es an dem notwendigen starken Impuls für den KWK-Zubau. Auch wurden die Zuschläge für KWK-Anlagen bis 2 MWel nicht erhöht, sodass in diesem Segment ab 2021 durch das BEHG wirtschaftliche Nachteile drohen.

Änderungen beim Kohleersatzbonus
Der Kohleersatzbonus wird von einem arbeitsbezogenen Zuschlag (bislang 0,6 ct/kWh) auf einen leistungsbezogenen Bonus umgestellt. Betreiber von neuen KWK-Anlagen oder iKWK-Systemen erhalten einen zusätzlichen Bonus, wenn die bestehende KWK-Anlage Strom auf Basis von Stein- oder Braunkohle gewinnt und nach dem 31.12.1974 erstmals in Betrieb genommen worden ist. Die Höhe ist abhängig von der erstmaligen Inbetriebnahme der bestehenden KWK-Anlage sowie der Aufnahme des Dauerbetriebs der neuen KWK-Anlage und beträgt je nach Stufe höchstens 50, 225 oder 390 €/kWel der KWK-Scheibe der bestehenden KWK-Anlage. Der Regierungsentwurf hatte noch pauschal 180 €/kWel vorgesehen. Damit wurde die AGFW-Forderung nach einem gestuften Bonus zumindest ansatzweise übernommen.

Neue Boni für innovative erneuerbare Wärme, elektrische Wärmeerzeuger und die Südregion
Neue oder modernisierte iKWK-Systeme ab 1 MWel erhalten einen höheren Zuschlag für KWK-Strom ab dem 01.01.2020 pro Kalenderjahr abhängig vom Anteil innovativer erneuerbarer Wärme an der Referenzwärme. Der Zuschlag beträgt in zehn Stufen 0,4–7,0 ct/kWh für mindestens 5–50 % innovative erneuerbare Wärme. Dabei wird auch Wärme aus dem gereinigten Wasser von Kläranlagen berücksichtigt, jedoch weder Abwärme noch Biomasse. Hier wurde immerhin der AGFW-Vorschlag nach einer zusätzlichen Stufe bei mindestens 5 % innovativer erneuerbarer Wärme berücksichtigt.

Betreiber von neuen oder modernisierten KWK-Anlagen ab 1 MWel in der Nordregion erhalten einen zusätzlichen Bonus, wenn ein mit der Anlage verbundener fabrikneuer elektrischer Wärmeerzeuger mindestens 80 % der maximalen KWK-Wärmeleistung erzeugen kann. Der Bonus beträgt 70 €/kWth des elektrischen Wärmeerzeugers. Der Regierungsentwurf hatte noch 100 % der KWK-Wärmeleistung vorgesehen und der AGFW Änderungen vorgeschlagen.

Neue Regelungen für den Neu- und Ausbau von Wärmenetzen
Die Zuschlagberechtigung für neue oder ausgebaute Wärmenetze, die zu mindestens 75 % mit KWK-Wärme oder zu mindestens 75 % mit einer Kombination aus KWK-Wärme, EE-Wärme und Abwärme versorgt werden, wurde bei Inbetriebnahme bis zum 31.12.2029 verlängert. Der Zuschlag beträgt in diesem Fall 40 % der ansatzfähigen Investitionskosten.

Hingegen sind neue oder ausgebaute Wärmenetze, die nur zu mindestens 50 % mit einer Kombination aus KWK-Wärme, EE-Wärme und Abwärme versorgt werden, lediglich bei Inbetriebnahme bis zum 31.12.2022 zuschlagberechtigt. Der Zuschlag beträgt in diesem Fall nur 30 % der ansatzfähigen Investitionskosten.

Fazit von AGFW-Präsident Dr. Andreas Cerbe
„Wieder einmal hat sich das Struck‘sche Gesetz bestätigt, wonach kein Gesetz so aus dem Parlament herauskommt, wie es eingebracht worden ist“, erklärte AGFW-Präsident Cerbe am Freitag. „Mit den erreichten Nachbesserungen am Gesetzentwurf wurden einige Forderungen der Branche zumindest ansatzweise berücksichtigt. Dazu zählen insbesondere die Erhöhung des Zuschlags für KWK-Strom ab 2023, der mehrstufige Kohleersatzbonus und die Erhöhung des Fördervolumens. Zufrieden können wir damit aber nicht sein, wurden doch die Möglichkeiten, einen deutlich größeren Beitrag zur CO2-Reduktion zu erreichen, verpasst.“

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Pressemitteilung zum Download:
PM_Kohleaussstieg_KWKG [PDF]

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Gemeinsames Statement für die Presse

Berlin | 9. Juni 2020

Die Bundesregierung hat am vergangenen Mittwoch ein umfangreiches Konjunkturpaket zur
Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie beschlossen. Dieses enthält
zahlreiche klimapolitische Maßnahmen, die neben dem konjunkturellen Aufschwung die
Transformation zu einer klimaneutralen Gesellschaft adressieren.

Mit der Umsetzung des Ausstiegs aus der Kohleverstromung steht ein solcher
Transformationsprozess auch in der Energiewirtschaft und damit im Hinblick auf
leitungsgebundene Wärmeversorgung (Fernwärme) an. Die Bedingungen der Fernwärme
werden zu einem ganz wesentlichen Anteil durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)
bestimmt. Mit dem EE-Wärmebonus soll – über das Kohleausstiegsgesetz – erstmals ein
politisches Instrument in das KWKG implementiert werden, das die Wärme aus Erneuerbaren
Energien (EE) in KWK-Anlagen aller Größenklassen hinweg adressiert.

Um die große Chance für EE-Wärme im KWKG volkswirtschaftlich optimal zu nutzen, bedarf
es jedoch einer Öffnung des EE-Wärmebonus für sämtliche Formen der Erneuerbaren
Energien. Leider bleiben Erneuerbare Brennstoffe im gegenwärtigen Gesetzentwurf der
Bundesregierung zum EE-Wärmebonus bislang unberücksichtigt. Damit wird die Chance
vertan, bedeutsame Potenziale zur Dekarbonisierung der Fernwärme zu nutzen. Die
leitungsgebundene Wärmeversorgung muss aber insbesondere in verdichteten
Siedlungsgebieten (Städten) einen maßgeblichen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele
im Gebäudesektor leisten. Die praxisgerechte Ausgestaltung des EE-Wärmebonus durch
Anrechnung von erneuerbaren Gasen, wie grünem Wasserstoff oder Biogas, und holzartiger
Biomasse sowie von Großwärmepumpen schafft dafür die Voraussetzungen. Ebenso sollte
der Bonus nicht nur für Neu- sondern auch für Bestandsanlagen und -netze gewährt werden.
Nur so könnten die bestehenden Potenziale genutzt und beispielsweise Strafzahlungen in
Milliardenhöhe im Rahmen der Effort-Sharing-Verordnung (EU-Lastenteilung) durch
Verfehlung der deutschen Klimaschutzziele im Gebäudebereich vermieden werden. Mit der
praxistauglichen Ausgestaltung des EE-Wärmebonus und weiterer Rahmenbedingungen
muss sehr viel entschiedener die Transformation der Kohle-KWK in Richtung klimafreundlicher
Brennstoffe, klimaneutraler sowie erneuerbarer Wärme vorangebracht und überdies die
Wärmenetzausbauförderung viel beherzter angegangen werden.

Der Bundestag hat nun die Möglichkeit, mit dem Kohleausstiegsgesetz die dafür notwendigen
Änderungen im KWKG umzusetzen. Das Gesamtpaket wird dann den Kohleausstieg in der
leitungsgebundenen Wärmeversorgung beschleunigen, den Fokus auf Erneuerbare Wärme
setzen und die Bedingungen für die Nutzung von grünem Wasserstoff verbessern. Alles
zusammen hilft, die ambitionierten Ziele im Wärmemarkt zu erreichen.

Ansprechpartner AGFW:

John Miller, j.miller@agfw.de

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Gemeinsame PM vom VKU, AGFW und BEE

Berlin | 18. Mai 2020

Die Umstellung der kommunalen Wärmenetze auf Erneuerbare Energien und unvermeidbarer Abwärme trägt zum Klimaschutz bei und bietet dazu erhebliche Chancen für diverse Wirtschaftsakteure. Wie diese bereits im Klimaschutzprogramm 2030 aufgeführten Potenziale nun zielgerichtet umgesetzt werden können, wird in einem 4-Punkte-Plan beschrieben, der durch eine breite Allianz aus Verbänden und Kommunalen Energieversorgern vorgelegt wird. Die darin vorgeschlagenen Maßnahmen können überwiegend haushaltsunabhängig finanziert werden, sodass größere Mehrbelastungen für die ohnehin angespannten öffentlichen Haushalte vermieden werden.

Der 4-Punkte-Plan umfasst folgende Maßnahmen:

  • Weiterentwicklung des EE-Wärmebonus und verbesserte Anreize für den Neu- und Ausbau von Wärmenetzen (durch Anpassungen im KWKG)
  • Einführung von Ausschreibungen für solarthermische Großkollektoren und verbesserte Rahmenbedingungen für Tiefengeothermie-Projekte;
  • Industriepolitische Stärkung und begleitende Markteinführung für den heimischen Anlagenbau;
  • Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel für finanzschwache Kommunen.

„Der aktuelle Rechtsrahmen ist zu zaghaft, um die Potenziale der Erneuerbaren Wärme großtechnisch umfassend zu nutzen“, so Dr. Simone Peter, Präsidentin vom Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE), „der EE-Wärmebonus im KWKG sollte daher um Wärme aus Holz und Biomasse sowie um sämtliche Wärmequellen, welche mit Großwärmepumpen erschlossen werden können, erweitert werden. Ebenso ist eine Ausweitung des Bonus auf Fernwärmebestandssysteme erforderlich.“ Der Ausbau Großer Solarkollektoren könnte über Ausschreibungen forciert werden; ebenso sei eine verbesserte Bohrkostenförderung und Risikoabsicherung bei Tiefengeothermie-Projekten erforderlich.

Neben der Umstellung im Bereich der Wärmeerzeugung, sehen Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Kommunaler Unternehmen (VKU), und Werner Lutsch, Geschäftsführer des AGFW,  große Potenziale im Neu- und Ausbau der Wärmenetzinfrastruktur: „Diese Weiterentwicklung ist dringend erforderlich, um die Klimaschutzziele im Gebäudesektor zu erreichen“, fasst Liebing zusammen. Herr Lutsch ergänzt, dass damit „nicht nur dem Klimaschutz gedient sei, sondern es werden gleichzeitig drohende Strafzahlungen im Bereich des europäischen Effort-Sharings vermieden und weitere Risiken für den Bundeshaushalt abgewandt.“

Einigkeit besteht unter den mitzeichnenden Akteuren insbesondere darin, dass die kommunale Wärmewende wirtschaftliche Chancen und Klimaschutz in idealer Weise verknüpft. „Wir weisen seit jeher daraufhin, dass sich über den Ausbau und die Modernisierung der kommunalen Wärmeinfrastruktur beträchtliche konjunktur- und strukturpolitische Chancen ergeben“, hebt Herr Lutsch hervor, „dieser Umstand wird vor dem Hintergrund der Corona-Krise immer bedeutsamer.“

Neben der Stärkung des heimischen Anlagenbaus und einer forcierten industriellen Wertschöpfung über gezielte Industriepolitik geht der 4-Punkte-Plan explizit auch auf die angespannte Haushaltslage in finanzschwachen Kommunen ein. „Die aktuelle Steuerschätzung zeigt, dass die Finanzlage in vielen Kommunen besorgniserregend ist. Wir schlagen daher vor, den Kommunalinvestitionsförderungsfonds zu verlängern und mit zusätzlichen Finanzmitteln auszustatten. Dann kann die Wärmewende auch in finanzschwachen Kommunen vorangetrieben werden“, so Ingbert Liebing.

Der 4-Punkte-Plan ist hier online abrufbar.

Pressekontakt AGFW:

Christopher Martin, c.martin@agfw.de

AGFW | Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V.

Der AGFW fördert als unabhängiger, neutraler und leistungsstarker Energieeffizienzverband seit über 40 Jahren die Entwicklung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien, der Fernwärme-, Kälteversorgung sowie Speicherung aller Größenordnungen auf nationaler und internationaler Ebene. Weitere Informationen: www.agfw.de


AGFW-Pressemitteilung

Frankfurt am Main | 23. April 2020

Energieeffizienzverband AGFW wählt neue Vorstandsmitglieder

Der auf Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung spezialisierte Energieeffizienzverband AGFW mit Sitz in Frankfurt hat Präsident Dr. Andreas Cerbe im Amt bestätigt und neue Mitglieder in den Vorstand gewählt. Aufgrund der Corona-Pandemie haben die Vertreter aus bundesweit mehr als 500 Stadtwerken, Energieversorgern und Dienstleistern die 50. Mitgliederversammlung im Umlaufverfahren erfolgreich durchgeführt. Der Jahresabschluss 2019 wurde zur Kenntnis genommen und Vorstand und Geschäftsführung wurden entlastet. Der wiedergewählte Präsident Dr. Cerbe, zugleich Mitglied des Vorstands der RheinEnergie AG aus Köln, bedankte sich in seinem Jahresbericht bei den Mitgliedern für das Vertrauen und betonte die Bedeutung von Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung als wichtige Technologien, um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen.

„Bei der Wärmewende in Deutschland sind erste positive Tendenzen erkennbar“, so Dr. Cerbe. „Trotzdem liegen noch große Anstrengungen vor uns. Gerade bei den aktuellen Themen, wie dem Kohleausstiegsgesetz und der Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes, müssen wir dafür Sorge tragen, dass die Effizienz- und Klimavorteile von KWK und Fernwärmesystemen, aber auch die positiven Effekte für Konjunktur und lokale Wertschöpfung, klar zur Geltung kommen“.

Aktives Mitgestalten der politischen Rahmenbedingungen im Energiesektor
„Als Verband konnten wir im vergangenen Geschäftsjahr unseren Beitrag leisten und die Rahmenbedingungen für unsere Branche mitgestalten“, so Dr. Cerbe. Ein Beispiel ist der aktuell im Parlament diskutierte Bonus auf Erneuerbare Energien und Power-to-Heat im Rahmen der Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG). Auch am Klimaschutzprogramm 2030 konnte der AGFW mitwirken und die Weiterentwicklung von KWK-Anlagen zu modernen, flexiblen Strom-Wärme-Systemen sowie die Notwendigkeit von flankierenden Maßnahmen für die Transformation von Wärmenetzen einbringen. „Wir werden uns auch in Zukunft für die Belange unserer Mitgliedsunternehmen einsetzen, um die Wärmewende in Deutschland möglich zu machen“, so Dr. Cerbe.

Drei neue Mitglieder in AGFW-Vorstandsteam gewählt
Im Rahmen der turnusgemäßen Neuwahlen des Vorstandes wurden drei neue Mitglieder in den AGFW-Vorstand berufen: Dr. Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme Berlin AG, Dr. Maik Pieler, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke sowie Dr.-Ing. Rutger Kretschmer, Bereichsleiter Kraft- und Heizwerke bei der DREWAG Dresden. Präsident Dr. Andreas Cerbe bedankte sich herzlich bei den ausscheidenden Vorstandsmitgliedern Dipl.-Ing. Gerd Kaulfuß, Dr. Johannes Kleinsorg und Gunther Müller für ihr Engagement in den vergangenen Jahren. In der folgenden Vorstandssitzung wurden der Dr.-Ing. Andreas Cerbe (Präsident) und die Herren Dr.-Ing. Götz Brühl (1. Vizepräsident) bzw. Dipl.-Ing. Helge-Uve Braun (2. Vizepräsident) ins Präsidium gewählt. Die nächste Mitgliederversammlung des AGFW findet am 9. März 2021 im Rahmen des neuen Messeformats, der „Fachtage Fernwärme“, in Kassel statt.

Pressekontakt AGFW:

Christopher Martin, c.martin@remove-this.agfw.de

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Über den AGFW
Der AGFW fördert als unabhängiger, neutraler und leistungsstarker Energieeffizienzverband seit über 45 Jahren die Entwicklung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien, der Fernwärme-, Kälteversorgung sowie Speicherung aller Größenordnungen auf nationaler und internationaler Ebene.


AGFW-Pressemitteilung

Frankfurt am Main | 20. November 2019

Gemeinsames Impulspapier von VKU, AGFW, BEE und BVG

In einem gemeinsamen Impulspapier legen der Verband kommunaler Verbände e.V. (VKU), der Energieeffizienzverband AGFW, der Bundesverband Erneuerbarer Energie e.V. (BEE) und der Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) konkrete Handlungsempfehlungen für den Ausbau von Wärmenetzen vor, die mit Geothermie versorgt werden.

In Deutschland sind aktuell 37 Tiefe Geothermie-Anlagen in Betrieb, die circa 1,2 TWh klimaneutrale Wärme pro Jahr erzeugen. Die Tiefengeothermie trägt damit bereits heute erheblich zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen und weiterer Luftschadstoffe bei. Um die Emissionsminderungsziele des Bundes-Klimaschutzgesetztes einzuhalten, bedarf es jedoch zusätzlicher Impulse für die Bereitstellung von klimaneutraler Wärme. Aus Sicht des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. (VKU), des Energieeffizienzverbandes AGFW, des Bundesverbandes Erneuerbarer Energie e.V. (BEE) und des Bundesverbandes Geothermie e.V. (BVG) sind eine Reihe von Maßnahmen erforderlich, um die Potenziale der Geothermie zu heben.

„Die Wissenschaft beziffert das technische Potenzial der Tiefengeothermie auf ca. 100 Terawattstunden pro Jahr. Das Potenzial steht allerdings im Missverhältnis zur tatsächlichen Wärmerzeugung auf Basis der Tiefengeothermie. Für eine erfolgreiche Umsetzung der Wärmewende bedarf es daher deutlicher Impulse für Tiefengeothermie. Sie wird zur CO2-Einsparung in der Energieversorgung gebraucht, insbesondere, da Deutschland zur Erreichung der Klimaziele noch einiges aufzuholen hat. Geothermie ist eine seit Jahrzehnten etablierte Technologie,“ hebt BEE-Präsidentin, Dr. Simone Peter hervor. „Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit dem VKU, dem AGFW und dem BVG zielführende Vorschläge erarbeitet haben.“

„Wenn der Kohleausstieg gelingen soll, müssen wir auch bei der Wärmeversorgung alle technischen Optionen voll ausschöpfen, um Emissionen zu mindern. Wärmenetze sind die Zentralheizung der Städte, die auch in Kombination mit Geothermie die Menschen mit grüner Fernwärme versorgen können. Um der Geothermie mehr Schub zu geben, brauchen wir einen Masterplan Geothermie“, so stellv. VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels.  

Werner Lutsch, Geschäftsführer des Energieeffizienzverbandes AGFW, betont die Bedeutung der Tiefengeothermie für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Wärmeversorgung in Deutschland. „Ohne einen flächendeckenden Einsatz von Fernwärme werden wir die Klimaziele der Bundesregierung nicht erreichen können. Tiefengeothermie kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten, ihr Ausbau sollte daher stärker gefördert werden.“

In ihrem gemeinsamen Impulspapier bekennen sich die vier Verbände zu der Zielsetzung, den Ausbau geothermisch bespeister Wärmenetze zu forcieren. Hierzu empfehlen die Verbände die Weiterentwicklung der Fördermaßnahmen (u.a. im KWKG, EEG sowie im MAP) sowie eine verbesserte Absicherung geothermischer Projekte in der Anfangsphase der Investition. Hierfür halten die Verbände die Etablierung eines Wärmenetztransformationsfonds für geeignet, dessen Mittel u.a. für die Reduzierung des Fündigkeitsrisikos oder zur Durchführung seismischer Messkampagnen eingesetzt werden sollten. Darüber hinaus werden konkrete Vorschläge zum systematischen bzw. strategischen Ausbau der Tiefengeothermie sowie zur Behebung von Informationsdefiziten gemacht.

„Die konstruktive Zusammenarbeit der vier Verbände unterstreicht die Bedeutung der Tiefengeothermie für die Wärmewende. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass die aktuellen Rahmenbedingungen zugunsten der Attraktivität von Tiefengeothermie-Projekten weiterentwickelt werden“, fasst Dr. Erwin Knapek, Präsident des BVG, zusammen.

Link zum Impulspapier: https://bit.ly/32Yafth

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Christopher Martin, c.martin@remove-this.agfw.de

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Der AGFW fördert als unabhängiger, neutraler und leistungsstarker Energieeffizienzverband seit über 40 Jahren die Entwicklung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien, der Fernwärme-, Kälteversorgung sowie Speicherung aller Größenordnungen auf nationaler und internationaler Ebene. Weitere Informationen: www.agfw.de

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AGFW-Pressemitteilung

Frankfurt am Main | 18. Juli 2019
Großwärmepumpe in Betrieb

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat heute in Berlin die Gewinner im Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ bekanntgegeben. Der AGFW ist mit seinem Projekt „Großwärmepumpen in Fernwärmenetzen (GWP)“ eines von 20 prämierten Konsortien.

Umbau des Energiesystems vorantreiben
Der AGFW hatte sich Anfang dieses Jahres beim Ideenwettbewerb beworben - in einem Konsortium aus fünf Versorgungsunternehmen (EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Fernheizwerk Neukölln AG, MVV Energie AG, Stadtwerke Rosenheim GmbH & Co. KG, Vattenfall Wärme Berlin AG) und zwei Forschungsinstituten (IER Universität Stuttgart und Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme).

Ziel der Ausschreibung des BMWi ist es, den Umbau des deutschen Energiesystems voranzutreiben, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Mit Reallaboren der Energiewende werden zukunftsfähige Energietechnologien unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab erprobt und können so die Transformation unseres Energiesystems beschleunigen. In ausgewählten Reallaboren unterstützen wir Unternehmen und Forscher in Deutschland dabei, ihre Innovationskraft zu entfalten und bei der Umsetzung der Energiewende in den Regionen einzubringen.“

AGFW Projekt aus 90 Vorschlägen ausgewählt
Die Resonanz hat lt. dem Ministerium die Erwartungen weit übertroffen. Insgesamt wurden 90 Vorschläge mit über 500 Partnern beim Ideenwettbewerb eingereicht. Das GWP Reallabor des AGFW Konsortiums ist eines von 20 exzellenten Projekten, die eine Förderung verdienen, um zukunftsfähige Energietechnologien unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab zu erproben.

„Wir freuen uns, dass das BMWi unsere Auffassung unterstützt, dass Wärmenetze in Kombination mit Großwärmepumpen neben dem Einsatz hocheffizienter KWK einen entscheidenden Beitrag zur CO2 Reduktion in Ballungsräumen leisten können“, kommentiert Dipl.-Ing. Werner R. Lutsch, Geschäftsführer des AGFW die
Entscheidung.

Ziel: CO2 Anteil der Wärmeversorgung senken
Das AGFW Projekt zielt im Detail darauf ab, den CO2-Anteil der Wärmeversorgung in Deutschland zu senken. Die Wärmeversorgung von dichtbesiedelten Ballungsgebieten geschieht häufig durch Wärmenetze, in denen die Wärme zum Großteil durch effiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlangen erzeugt wird.

Um die CO2-Emissionen dieser Wärmenetze zu verringern, müssen sukzessive erneuerbare Energien genutzt werden. Dabei kommt der Wärmepumpentechnologie eine große Bedeutung zu. Sie erlaubt es, Wärme aus Flüssen, Seen, Grundwasser, aber auch Abwärme aus Abwasser oder technischen Prozessen nutzen zu können. Studien zufolge kann die Wärmepumpentechnologie bereits im Jahr 2030 einen Anteil von 15 % der Fernwärmeerzeugung bereitstellen.

Für diese Entwicklung ist es notwendig, die heutigen regulatorischen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Sektorenkopplung anzupassen. Das Reallabor GWP hat deshalb zum Ziel, wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen sowie effiziente Betriebskonzepte für den Einsatz von Großwärmepumpen zu erproben. Zudem will das Konsortium herausfinden, wie sich Großwärmepumpen für die übergeordnete Transformation der Wärme- und Strominfrastruktur nutzen lassen und somit einen wesentlichen Beitrag zur Sektorenkopplung leisten können. Dazu sollen fünf Großwärmepumpen mit unterschiedlichen Einbindekonzepten, in die Fernwärmenetze in Deutschland integriert werden. Die Standorte sind für sich genommen eigenständig, aber über ein übergeordnetes Monitoring mit zentraler Datenerfassung und Analyse miteinander verknüpft.

Nächster Schritt: Einreichung der Projektanträge
Nach der positiven Entscheidung für das AGFW Projekt werden nun die Detailanträge ausgearbeitet, um eine Lösung voranzutreiben, die in die Zeit passt, so der zuständige Bereichsleiter und Geschäftsführer der AGFW-Projekt GmbH, Dr. Heiko Huther: „Wärmenetze sind ökologisch vorteilhaft und ein zentraler Baustein in der Umsetzung der Energiewende“.

Ergänzende Informationen
„Reallabore der Energiewende“ sind eine neue Fördersäule im Energieforschungsprogramm der Bundesregierung. Unternehmen erproben dabei in einer Region den realen Betrieb von neuen Technologien. Sie analysieren gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung die Wechselwirkungen mit dem Energiesystem und der Gesellschaft. Vor Ort zeigt sich, wie Akteure und Technologien der Energiewende interagieren. Auf diese Weise werden wertvolle Erfahrungen gesammelt, um den Transfer von Innovationen in die Praxis zu beschleunigen. Die Ergebnisse der Reallabore zeigen auch, wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden müssen, damit Geschäftsmodelle langfristig wettbewerbsfähig sein können.
 
Steckbriefe zu den Gewinnern des „Ideenwettbewerbs Reallabore der Energiewende“ finden Sie hier. Eine Karte mit einem geographischen Überblick finden Sie hier. Einen Chapeau-Text zur Erläuterung der Zielsetzungen des Ideenwettbewerbs finden Sie hier.

Ansprechpartner
Der AGFW fördert als unabhängiger, neutraler und leistungsstarker Energieeffizienzverband seit über 45 Jahren die Entwicklung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der Wärmebereitstellung aus Erneuerbaren Energien, der Fernwärme-, Kälteversorgung sowie Speicherung aller Größenordnungen auf nationaler und internationaler Ebene.

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Frankfurt, 18. April 2018 – Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. (AGFW) hat einen neuen Präsidenten. Dr. Andreas Cerbe, Netzvorstand der RheinEnergie AG, übernimmt das Amt von Udo Wichert (Steag), der seit April 2013 an der Spitze...

Dr. Andreas Cerbe nach der Wahl zum Präsidenten des AGFW e.V.

Frankfurt, 18. April 2018 – Der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e. V. (AGFW) hat einen neuen Präsidenten. Dr. Andreas Cerbe, Netzvorstand der RheinEnergie AG, übernimmt das Amt von Udo Wichert (Steag), der seit April 2013 an der Spitze des Verbandes stand. Die Wahl des neuen Präsidenten erfolgte einstimmig durch den Vorstand des AGFW.

„Ich danke meinem Vorgänger Udo Wichert für dessen unermüdliches Engagement in Sachen Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung“, sagte Dr. Andreas Cerbe nach der Wahl. „Er hat sich über die Maßen für diese wichtigen Themen engagiert und insbesondere zum Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz wertvolle Impulse gegeben. Damit hat er nicht zuletzt den Verbrauchern einen großen Dienst erwiesen, die von klimaschonender und komfortabler Fernwärme profitieren.“

Er freue sich sehr über das Vertrauen, das ihm der Vorstand mit der Wahl entgegenbringt, so Dr. Cerbe weiter.  Fernwärme, insbesondere aus Kraft-Wärme-Kopplung, spiele vor allem in Ballungsräumen mit hohem Wohnungsbestand eine entscheidende Rolle für den Klimaschutz; sie brauche weiterhin eine starke Stimme in der Öffentlichkeit, in der Fachwelt und bei der Politik: „Der Verband AGFW ist diese starke Stimme.“

Seine wichtigste Aufgabe, so der neue AGFW-Präsident weiter, sähe er wie sein Vorgänger vor allem in einer starken Mitwirkung beim Gesetzgebungsprozess für ein neues Kraft-Wärme-Kopplungs-Fördergesetz. Dies steht erneut zur Novellierung an.

Dr. Andreas Cerbe, geboren 1958 in Bochum, promovierte 1995 nach einem Doppelstudium der Versorgungstechnik sowie Maschinenbau/Energietechnik. Erste berufliche Stationen durchlief Dr. Cerbe bei der Starkstrom Anlagen GmbH (SAG) in Frankfurt, wechselte dann zu den Hamburgischen Electricitäts-Werke AG (HEW), später Vattenfall. Sein Einsatz erfolgte zunächst im Kraftwerksbereich, und ab 1999 war er im Netzbereich der HEW verantwortlich für das Übertragungsnetz sowie für die Überwachung und Fernsteuerung des Fernwärmenetzes. Mit Gründung der Vattenfall Deutschland übernahm er unterschiedliche Aufgaben in Hamburg und Berlin, sowie in Mecklenburg-Vorpommern. Seit Mai 2011 ist er als Mitglied des Vorstandes der RheinEnergie AG verantwortlich für die Bereiche Netze, Wasserwirtschaft und Regulierungsfragen.

Die RheinEnergie AG mit Sitz in Köln ist eines der größten deutschen regionalen Stadtwerke, mehrheitlich im kommunalen Besitz und engagiert sich gemeinsam mit ihren Partnern und Beteiligungen für rund 2,5 Millionen Menschen, dazu Industrie, Betriebe und Unternehmen in der rheinischen Region. Mit ihren umfassenden Energiedienstleistungen ist sie bundesweit aktiv.

Der AGFW, Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. mit Sitz in Frankfurt am Main fördert als effizienter, unabhängiger und neutraler Spitzenverband die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) sowie Wärme- und Kältenetze auf nationaler und internationaler Ebene. Er vereint über 520 Fernwärme- und Kälteversorger (regional und kommunal) sowie Industriebetriebe der Branche aus Deutschland und Europa. Der AGFW vertritt über 92 % des deutschen Fernwärmeanschlusswertes - den größten Westeuropas – und besitzt die Fachkompetenz als Regelsetzer über die gesamte Prozesskette der effizienten Wärme- und Kälteversorgung.

Pressemitteilung als PDF zum download

Ein druckfähiges Portraitfoto von Herrn Dr. Andreas Cerbe finden Sie unter:
www.rheinenergie.com/de/unternehmensportal/presse/mediathek/fotothek/kategorie_uebersicht_6630.php

AGFW e.V.
Harald Rapp,
Bereichsleiter Wissensmanagement
069 6304-418
h.rapp@agfw.de
www.agfw.de


RheinEnergie AG
Christoph Preuß,
Unternehmenssprecher
0221 178-3035
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www.rheinenergie.com